Teil 2 – Kolumbien II

von Bogotá bis Ipiales
vom 11.12.2015 bis 16.01.2016

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Sehr früh schon starten wir in Némocon und sind kurz nach 10°° in Bogota.

Unsere Anlaufstelle ist zunächst die Kfz-Werkstatt Iguana4x4. Wir werden freundlich begrüßt. Es ist Freitag, alle unsere Wünsche werden aufgeschrieben, Material bestellt. Samstags wird bis gegen 15°° gearbeitet. So lange können wir umherziehen, anschliessend wird die Halle bis Montag früh geschlossen, wir müssen `drin bleiben, freiwillig. 
Sebastian und Andrea mit den Kindern sind auch inzwischen da. So wird das Wochenende mit Spielen, Internet-Surfen, liegen gebliebene Sachen erledigen, Telefonieren, Reparieren, neuen Fussbodenbelag in der Kabine legen, voll ausgefüllt und zum Ratschen haben wir auch noch genug Zeit. 
Am Montag geht die Arbeit an den Autos los, am Mittwoch haben wir unsere neuen Reifen ‚drauf. Und es ist ein kleines Wunder geschehen! Von der Filiale in Baranquilla haben wir sogar unsere Auswuchtperlen bekommen! (Auswuchtperlen? Siehe z.B. http://www.counteract-deutschland.de) Wir sind dann damit zur Reifenwerkstatt, haben die nötige Menge per kleinem Plastikbecher abgemessen, ‚rein in die Reifen gegeben und zum Schluss war sogar alles perfekt!

Mit nagelneuen Reifen, neuen Filtern und Ölen, neuer Steuerkette und einem neuen Fussbodenbelag im „Häuschen“ verlassen wir nun die Werkstatt und setzten um zum Parkplatz am „Portal 80“ , einem großen Einkaufszentrum nahe dem Busbahnhof. Drei Tage schauen wir uns Bogota an. 
Wir fahren vom Portal 80, wo man auch die Karte für mehrere Fahrten erstehen und aufladen lassen kann, mit dem Bus TransMilenio ins Zentrum.

Es ist interessant, überall hat es Weihnachtbeleuchtung, die das sozialistische Flair etwas abmildert, die Innenstadt hat nicht das Aussehen einer Metropole, eher einer sozialistischen Großstadt. 
Das Goldmuseum ist unser Hauptziel und es enttäuscht unsere Erwartungen absolut nicht! Man sollte es auf jeden Fall gesehen haben! 
Die Fahrt endet an einem Denkmal, das ist eine Art Monopterus (sehr bekannter Pavillon im englischen Garten von München).
Von dort sind wir bald am Museum, das von aussen absolut unscheinbar ist, gelinde ausgedrückt. Es beherbergt aber hervorragende präkolumbianische Fundstücke. Das Museum gehört zur Staatsbank von Kolumbien, die hier seit 1939 dieses kulturelle Erbe aufbewahrt, beschützt und weitere Stücke sammelt. 
Innen zeigt es seine präkolumbianischen Schätze aus Gold und Edelsteinen und es sind die besten Exponate, die wir bisher seit Mexico City gesehen haben! Es ist alles einfach hervorragend konzipiert und die einzelnen Stücke sind einmalig gearbeitet.
Lange halten wir uns hier auf. 
Es gibt so viel zu sehen: Masken, Skulpturen, Schmuck, und, und, und-im zweiten und dritten Stock sieht man nur pures Gold vom Feinsten verarbeitet, als Hauptstück das „Goldene Floss“. Dieses ca. 20cm lange goldene Floss ist der angebliche Beweis, dass es Eldorado tatsächlich gab. Gefunden wurde es in Pasca nahe Bogota. 
Und man muss bedenken, dass die schönsten Stücke sicher von den Spaniern auf ihren Eroberungszügen schon eingeschmolzen und damit vernichtet wurden! Unermessliche Schätze sind damals verloren gegangen! Nicht nur in Kolumbien, das meiste davon in Peru, im ehemaligen Inkareich. Von den Grabräubern, die dann noch den Rest holten ganz zu schweigen.

Einen Tag wollen wir noch bisschen ‚rum laufen, die Stadt erleben, etwas shoppen gehen, einer Militärparade zuschauen und die Leute hier beobachten im Bus, in den Geschäften, beim Essen.

Nach drei Tagen überlassen wir die Hauptstadt ihrem Staat, seinen Problemen und gehen wieder „aufs Land“.

Salento ist unser nächstes Ziel.
Von Bogota aus fahren wir durch schönes landwirtschaftliches Gebiet, ein kurzes Stück den Rio Bogota entlang, queren dann ‚rüber nach Armero und wollen eigentlich in den NP Los Nevados. Wie die letzten Tage hängen die Wolken ganz weit unten, wir haben keine Lust auf die Sonne zu warten und beschliessen, nach Süden, nach Ibague und über Armenia nach Salento zu fahren.

Bis Ibague ist die Welt noch in Ordnung aber dann kurze Zeit später kommen wir in einen LkW-Verkehr hinein, der nicht mehr schön ist. In jeder Kurve fahren alle LkW, auch die kleinen, auf die Gegenfahrbahn, bremsen den Gegenverkehr voll aus in der Annahme, sonst nicht um die Kurve herum zu kommen. Bei dem Verkehr kommen sich natürlich ständig die großen entgegen, sodass vor jeder Kurve ein Stau entsteht. Es ist eine Gebirgsstrecke, sehr gut ausgebaut, dennoch gibt es diesen verrückten Stau und wir brauchen für die paar Kilometer Stunden um Stunden und kommen doch tatsächlich in die Nacht. 
Wir nehmen noch eine Abkürzung, eine Piste durch den Wald. Gott sei Dank, denn die Strasse zum Hostal la Serrana ist vom Dorf aus wegen Baustelle geschlossen. Erst am nächsten Tag gibt es eine Umleitung. 

Der Platz im La Serrana ist wunderschön, der Blick herrlich über die Wiesen und Weiden und zu Weihnachten zeigen sich sogar die Berge in voller Pracht. 
Das Städtchen ist recht nett, bunt, aber ziemlich überlaufen, an der Plaza sind rundherum Buden mit Weihnachtskrempel aufgebaut, jedes Geschäft verkauft irgend etwas, was man möglicherweise zu Weihnachten verschenken könnte. Jeden Tag werden es mehr Touristen, auch viele Kolumbianer aus Bogota sind inzwischen hier.

Heilig Abend backe ich einen Weihnachtsgewürz-Kuchen, Andrea und Sebastian machen ein köstliches Schokoladenmousse, unser aller Weihnachtsessen mit Fleisch und Gemüse, dazu ein edler Tropfen, ist perfekt. Natürlich gibt es für die Kinder eine Bescherung und der selbst fabrizierte und von den Kindern geschmückte Weihnachtsbaum ist seit langem der schönste. Klar. In Ermangelung von Schnee kommt Schaum aus der Waschmaschine drauf verteilt. Der hält tatsächlich während der ganzen Bescherung. Sebastian liest die Weihnachtsgeschichte vor, wir singen gemeinsam Weihnachtslieder. Es ist richtig schön, wie immer, wenn Kinder dabei sind. Und am Abend sind alle glücklich und zufrieden und fallen ziemlich müde in die Betten.

Wir bleiben noch etwas, dann wollen wir uns die Umgebung anschauen, unter anderem das Valle del Cocora. Wir hoffen, dort hinten irgendwo schön stehen zu können, wollen bisschen wandern und dabei die Wachspalmen bestaunen. Die haben einen glatten hellgrauen Stamm, der eine Wachsschicht hat, die früher zur Wachsgewinnung her genommen wurde. Daher der Name. Genau heisst sie Quindio-Wachspalme. Und sie werden bis zu 60m hoch. Alexander von Humboldt hat sie entdeckt, als er hier während seiner zweiten Südamerika-Expedition um 1801/02 herum hier weilte. Heute ist diese Wachspalme der kolumbianische Nationalbaum, leider wegen des lange währenden Raubbaus vom Aussterben bedroht. Die Bäume stehen am per Auto zugänglichen Tal-Ende einzeln in den Viehweiden herum, ihr „Schopf“ ist sehr gerupft weil er z.B. für die österlichen Palmwedel ständig beschnitten wird. 
Und wir sitzen in unserem Auto und sind entsetzt!

Alle Parkplätze sind überfüllt, aus jedem Auto und den vielen Kleinbussen quellen nur so die Leute heraus, viele stürzen sich auf die letzten Pferde, um ihre gebuchten Reittouren in Angriff zu nehmen. Um uns herum wird geschrien, gerufen, wir sollen hier parken, dort parken, kaufen, reiten, essen, wandern mit Guide, ohne Guide, mit Kutsche fahren-nein, wir kehren um, flüchten vor diesem Wahnsinn.
Parken ginge ja sowieso nicht-alles besetzt. Weihnachtsfeiertage sind! 
Also weg, diese Art von Feiertagsgaudi ist ja nun gar nichts für uns.
Inzwischen parken die Autos bergabwärts schon die Strasse entlang bis weit hinunter. Also, große Warnung! Wer zu den Wachspalmen möchte, dann nur, wenn in den nächsten Wochen kein Feiertag in Sicht ist!

Ein Kolumbianer, mit Familie im Zelt auf dem schönen Platz hatte uns das kleine Städtchen Finlandia ans Herz gelegt, es wäre dort zig mal schöner als in Salento und es gäbe dort keine Touristen. Schwer vorstellbar! Er musste hier sein in Salento wegen der Familie und Freunden.

Nun, fahren wir also nach dem Chaos vom Valle del Corona nach Finlandia. Im ioverlander finden wir einen kleinen Platz bei Nebenerwerbslandwirten, den hatte uns der nette Kolumbianer auch empfohlen. Seine Familie ist aus Finlandia. Leider, da müssen wir manchen von Euch enttäuschen, ist der Platz nicht für große LkW geeignet.
Siehe da, es ist wirklich sehr schön hier und noch total ursprünglich. Die Leute sind unheimlich nett. Holen jeden Abend ihre drei Kühe heim, haben Truthähne, Hühner, Hunde, Katzen, Tauben und eine tolle Sicht über das Tal. In 10 Minuten sind wir oben an der kleinen Plaza. Tatsächlich gibt es praktisch keine Touristen, nicht einmal welche aus Kolumbien. Wir bleiben noch einen ganzen Tag, gehen einkaufen, zum Friseur, trinken und kaufen den super guten Kaffee.

Kurz vor Sylvester treffen wir uns mit den Schweizern Sebastian und Andrea in Popayan, im Ecoparque Rayon de Sol.Der Platz ist sehr schön mit großem Chincho, so stört uns der einsetzende Regen wenig. WiFi gibt es, Waschmaschine und einen netten aber unheimlich fetten Hund namens „Cristal“. Der Chef, wir haben leider seinen Namen vergessen, ruft eine Taxe und für 16.000.- kommt man bequem in die Stadt, für 12.000.- wieder zurück. Hildegard und Franz kommen auch noch. Wir verabreden uns für eine gemeinsame Silvesterfeier.  
Popayan ist eine kleine geschäftige Stadt, in der man alles, was man braucht auf dem prallen Markt findet. Die Plaza ist mit großen Weihnachtsfiguren geschmückt, vor der Kirche ist eine riesengroße Krippe aufgebaut, zig Händler verkaufen Naschzeug-ein unbeschreiblicher Wirbel ist in dieser Stadt während der Feiertage und zwischen den Jahren. Uns gefällt es, hier kauft das Volk und nicht der Pauschal-Tourist. Nein, wir wollen keine Schals oder bunte Ponchos made in China mehr sehen!

Dann müssen wir die lieben Leute vom Campingplatz tief enttäuschen-wir fahren vor Sylvester alle weg. Andrea und Sebastian in die Stadt zum „Schwarz-Weiss-Fest“ und wir werden uns mit Hildegard und Franz im Tierradentro zu Silvester treffen, im Dorf San Andrés.

Fahren wir auf der Piste gleich los.
Diese Erdstrasse, die gleich am Camping vorbei führt, ist meist gut, die Landschaft ist sehr schön. Wir kommen bergauf, bergab durch kleine Weiler mit Landwirtschaft, kleine Wälder, über angefangene Baustellen und nach ein paar Stunden erreichen wir San Andres. Wir stehen mit Hildegard und Franz gemeinsam in einem kleinen Hostal, dem Hospedaje Lucerna. Sehr klein, einfach, geführt von einem ganz alten Ehepaar, das eigentlich schon von der Familie versorgt wird. Dennoch ist alles sehr sauber und gemütlich. Auf der Wiese nebenan können wir gut stehen. Wer keinen Platz findet, weil er z.B. ein großer LkW ist, kann sich auch oben bei der Kirche hinstellen.

Gleich neben uns ist das Museum mit dem Eingang zum sog. Archäologischen Park der Terradentro-Kultur. Man weiss bis heute eigentlich nicht, wer sie waren und woher diese Menschen kamen, wie sie hiessen, wie sie lebten und hier ihre Toten bestattet haben.

Dann kommt Sylvester. Gott sei Dank ohne Regen am Abend. 
Die Leute werden geschäftig und setzen vor ihren Häusern lebensgroße Puppen an den Strassenrand: ausgediente Kleidung wird mit Stroh ausgestopft, der „Kopf“ aus Stroh mit einem Perlonstrumpf oder einer Damenstrumpfhose überzogen und entsprechend angemalt, Hut aufgesetzt, Schuhe an, und so sitzt manchmal Vater, Mutter und Kind gemeinsam, manchmal nur Opa, beim Nachbarn eine Frau usw. vor dem Haus. Sie riechen nicht nach Parfüm, sondern nach irgendwelchem brennbaren Stoff-meist Diesel! 
Kurz vor Zwölf werden sie an Stelle des alten Jahres verbrannt, Musik spielt, die Leute rufen sich Neujahrsgrüße zu, trinken und stossen auf das neue Jahr an.
Willkommen 2016!
Wenn die Figuren verbrannt sind, gehen alle ins Bett. Wir sitzen noch etwas beisammen und ratschen, dann gehen auch wir schlafen.

Zu den Gräbern geht es dann über den Bach und weiter hinauf auf eine Art Hochebene. Von hier hat man nicht nur einen schönen Blick auf die Umgebung und ins Tal, sondern hier sind die in Südamerika einzigartigen bis zu 5m tiefen Schachtgräber zu finden. Es sind Grabstätten für Urnen, die in den Seitennischen der unterirdischen Grabräume ruhen. An die 100 Urnen wurden angeblich gefunden. Die schönsten Grabräume sind mit geometrischen Mustern in Schwarz, Weiss und Rot bemalt und liegen, wie gesagt, bis zu 5m unter der Erde. Da muss man dann hinunter krabbeln. So machen wir dann unsere 4-Stunden-Wanderung von einem Gräberfeld zum nächsten und schauen uns noch das lohnenswerte kleine Museum an. Es fängt schon wieder schlechtes Wetter an, auf andere Wanderungen verzichten wir also. Es würde nämlich ganz schön glatt werden auf diesem Lehmboden. Im gemütlichen „Dorfkrug“ treffen Hildegard und Franz und so können wir das leckere Essen mit einem Bierchen gemeinsam geniessen.

Von San Andrés fahren wir zunächst auf guter Erdstrasse weiter zum nächsten archäologischen Park, dem von San Augustin. Die Erdstrasse ist sehr gut, aber größtenteils fährt man eh auf Asphalt.

Hier gehen wir auch auf einen Campingplatz-er ist voll besetzt von jungen Leuten mit Zelten, Familien mit Kindern, Jugendgruppen. Es sind eben Ferien! Lagerfeuer brennen überall, vor uns, neben uns, es riecht nach Holz und der Wind steht bei soviel Qualm für uns günstig! Abends gibt es fast immer Regen. Da macht dann die Kneipe gegenüber mit der lauten Musik auch dicht-manchmal hat Regen auch sein Gutes.

Das kleine Städtchen haben wir uns schon angesehen, Dulces gekauft, den Markt besucht und den „riesengroßen“ Supermercado an der Plaza „leer gekauft“. Mehr gibt es eigentlich nicht zu sehen. Aber in dieser Zeit doch, denn in den Kirchen sind große, tolle Krippen sehr originell mit viel Fantasie und Liebe aufgestellt. Das war sehr viel Arbeit! 
Z.B. in der großen Kirche an der Plaza sind einzelne Hütten aufgebaut, in denen man Handwerker, vor allem aus dem arabischen Raum aus „alten Zeiten arbeiten“ lässt: einen Berber, einen Zimmermann, eine Frau am Herd. Dann kommt man in eine „Eishöhle“, es ist ja Winter. Statt Schnee liegen Styropor-Kügelchen auf den kahlen Bäumen, die Kügelchen hängen einzeln aufgefädelt von der mit weissem Papier drapierten Decke herab und lebensgroße Figurengruppen stellen die einzelnen Szenen aus der Weihnachtsgeschichte dar. Der Weg durch diese Szenen führt in die Kirche und man kommt dort schlussendlich zu der wunderschönen Krippe.
Wir fanden das eine super tolle Idee, wie man die Weihnachtsgeschichte so darstellen kann.

Natürlich machen wir uns nun auch endlich auf zum archäologischen Park. Das Wetter ist wieder trocken und mit dem Bus geht es zum Eingang und dann sind wir einen ganzen Tag unterwegs und bestaunen die mannsgroßen, aus Stein gemeißelten Figuren, die dolmenartigen Tempel und Grabanlagen mit den entsprechenden Skulpturen als Wächter davor, die heilige Quelle von Lavapatas, alles aus der Zeit von ca. 100 v. bis ca. 800 n. Chr. Danach ging diese Kultur, die man aus Unkenntnis der damaligen Kultur einfach San Agustin-Kultur nennt, langsam zugrunde, um ca. 1200 n.Chr. war sie verschwunden.Die ganze hergerichtete Anlage liegt in einem sehr großen Gebiet verstreut: in einem kleinen Talbereich, auf Hügeln, auf einer kleinen Bergkuppe mit toller Aussicht-man muss schon etwas laufen. Das Wetter ist endlich mal sehr schön, so können wir den ganzen Tag geniessen und erst am Nachmittag wird es richtig voll. Das kleine Museum ist auch wunderschön gestaltet-also, was will man mehr!

In der ganzen weitläufigen Umgebung gibt es noch etliche solche Ausgrabungsanlagen. Die wichtigsten sehen wir uns noch an. Über den Durchbruch des Rio Magdalena (Estrecho de Magdalena) kommen wir an verschiedenen Panela-Fabriken vorbei. Eine besuchen wir, sie liegt gerade am Wegesrand und die Leute sind schwer am Arbeiten. Für Panela wird Zuckerrohrsaft, Zuckerrohr wird hier überall angebaut, so stark bei großer Hitze eingekocht bis er ganz dickflüssig ist, dann wird er in vorbereitet Holzformen gegossen. Er muss abkühlen, wird dadurch fest, dann kommt er verpackt mit dem Emblem der Fabrik zum Verkauf auf den Markt, in Geschäfte, zu den Touristenständen bei den Ausgrabungen usw. Für alles, was süß sein soll, wird er verwendet.:  Panela ist sehr gesund weil er viele Mineralien enthält, kann als Zuckerersatz im Kaffee, vermischt mit Sahne/Milch als Füllung im Kuchen, als mit Perlen verzierte Konfekt-Kugeln genossen werden- da sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Hauptsache schön süß!!

So kommen wir sehr abwechslungsreich auf unserer kleinen Piste durch die Zuckerrohrplantagen langsam zu den anderen Ausgrabungsstätten Alto de los Idoles und Alto des Los Piedras. Auch sie sind aus dem gleichen Kulturraum wie die von San Agustin und wir wandern hier fast allein umher und bestaunen die Figuren. Beim Alto de los Idoles stehen wir zum Übernachten vor dem Eingang. Abends und morgens kommen nur ein paar Einheimische auf dem Weg von der Arbeit nach Hause an uns vorbei gefahren, winken und sind weg. Nachts schlafen die Pferde und Kühe neben uns.

Wir fahren am nächsten Tag dann weiter zum Salto de Bordones, dem angeblich zweithöchsten Wasserfall von Südamerika. Er beeindruckt uns gar nicht, vielleicht führt er ja zu wenig Wasser. An großen Wasserfällen vorbei kommen wir auf guter Erdstrasse bei heute herrlichem Wetter über die Hochebene nach Popayan. Diese Strasse wird gut befahren und soll angeblich die meiste Zeit unter einer Nebeldecke liegen. Wir fahren langsam und geniessen unser Glück.

Weil es gestern so gegossen hat, sehen wir große Wasserfälle an der Strasse, sind sie vielleicht nur sporadisch in der Regenzeit? Sehr beeindruckend. Zwischendurch beobachten wir Leute, wie sie in Windeseile die Fracht eines den Berg herunter gefallenen LkWs einsammeln. Der Fahrer hat sicher nicht mehr gut ausgeschaut. Selbst die zerborstenen Ladewände waren schon weg, Ersatzteile braucht hier jeder!

Nach vielen Kurven, es wird schon später Nachmittag, kommen wir in das Tal von Popayan. Noch ein paar Kilometer durch die Stadt und wir stehen wieder auf dem Ecopark bei Armando, der sich mit seiner Frau Maria, glaube ich, riesig freut als er uns wieder sieht, auch, obwohl wir ihn zu Sylvester so enttäuscht haben. Und Hund Cristal schmeisst mich fast vor Freude um. So ein „Riesenbaby“, wäre er ein Mensch würde man sagen „Sumo-Ringer-Figur“. Einen Tag bleiben wir um wieder Ordnung und Sauberkeit zu schaffen, dann geht es weiter über Chachagui und Pasto zur Laguna de la Cocha.

Es ist nicht viel los, die bunten Boote schaukeln auf dem kleinen Kanal. Wir haben herrliches Wetter und entschliessen uns, nicht zu übernachten, sondern gleich weiter über Tuquerres zur Laguna Verde hinauf zu fahren. Nachmittags gegen 16°° finden wir bei den Rangern unseren Übernachtungsplatz auf 3660m Höhe, im Tal leuchten langsam die Lichter zu uns hinauf und wir hoffen und freuen uns auf morgen und die Lagune. 
Wir liegen noch im Bett und im Halbschlaf kam es dann immer deutlicher:“Tropf, tropf, tropf,…“, das schon seit langem altbekannte Lied. Wir schauen hinaus und sehen nichts, kaum die Hütte. Niemand ist heroben, wir warten bis nach 10°°, es kommt kein Wind auf, es kommt kein Ranger, es kommt keine Sicht; es bleibt der Regen. So ein Frust! 
Wir haben keine Lust mehr zu warten und sagen uns: „Neues Land, neues Glück“!

Selbst auf das Einkaufen in Ipiales müssen wir verzichten, es ist Samstag, ganz Ecuador kauft ein, der riesengroße Parkplatz quillt über. Und nach dem Einkauf gehen sie vielleicht gar auch noch alle zur Wallfahrtskirche zum Beten? Nein, bloss nicht! Wir kommen ja so schon kaum aus der Stadt ‚raus. Verrückt!

Hallo Ecuador, wir sind in zwei Stunden da!

Teil 1 – Kolumbien I

von Cartagena bis Bogotá
vom 22.11.2015 bis 11.12.2015

 

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Wir verbringen die letzte Nacht noch in unserer hässlichen „Absteige“ und am nächsten Morgen um 4:30 Uhr soll es per Shuttlebus in 5 Min. zur Flughafenhalle gehen. Wir warten- klar, um 5:00 Uhr schläft der „Shuttle-Mann“ noch! Also, so wie erahnt, machen wir uns alle vom Hotel zu Fuss auf den Weg. Nicht umsonst haben wir dieses Hotel gewählt, von dem man zu Fuss in 10 Min. im Flughafen ist! Sicher ist sicher.
Dann dauert es nicht mehr so lange, einchecken und es geht los. Unser Freund Peter erwartet uns in unserem Hotel „San Felipe“ in Cartagena, gleich direkt am nordöstlichen Eck vom Parque del Centenario. Mit dem Taxi sind wir gleich da.
Es ist ein sehr ordentliches Hotel. Wir haben ein ruhiges, sehr großes Dreibettzimmer inkl. Frühstücksbuffet. Die Chefin und ihre Leute sind sehr hilfsbereit, alles ist picobello. Jeden Tag wird geputzt-das ist gut, hat aber den Nachteil, dass wir auch jeden Tag alles zusammen räumen müssen. Bei uns hängt also wieder ab sofort für immer drei Tage der Zettel „Bitte nicht stören“ draussen an der Klinke. Auch das Internet im Zimmer ist perfekt.
Peter ist von Buenos Aires aus in gut einem Jahr hoch geradelt nach Kolumbien. Ein paar Tage wollen wir zusammen in Cartagena sein, dann treffen wir uns noch ein zweites Mal an der kolumbianischen Karibikküste.
Heute wird erstmal erzählt, erzählt, erzählt. Jeder von uns hat viel erlebt im letzten Jahr.
Wir bummeln durch die schöne Altstadt von Cartagena, trinken auf der Plaza Bolivar einen Kaffee oder ein Bier, gehen in der „Touristenmeile“, der Calle San Andrés, Essen und abends treffen wir uns dann auf der Plaza Trinidad. Hier gibt’s super gute sog. Hamburger, Baguette und viel Trubel. 
Das ganze Quartier versammelt sich auf der Plaza zum Ausklang des Tages.

Am Montag früh fahren wir zu unserem Schiffs-Agenten wegen der Original-BOL (Bill of Lading), unserem Frachtpapier vom Auto. Am Dienstag kommt das Schiff.
Wir sind faul und bequem und entscheiden uns, 90.-€ zu investieren. Wir sparen uns alle Wege zur Aduana usw. , können dafür lieber mit Peter noch quatschen. Er fährt uns dann schon am Dienstag mit seinem Rad voraus zur Karibik-Küste. Wir müssen am Dienstag um 14:00 Uhr am Hafen sein und um 17:30 holen unsere Männer unser Heim aus dem Hafen-wir sind wieder frei und beweglich und können heute endlich wieder in unserem eigenen Bett schlafen!

Den gesamten Verschiffungsvorgang, mit Stellplätzen und Coordinaten der einzelnen Ämter haben wir in unserer Homepage (www.m-weinreich.com) beschrieben in den Infos unter Panama. So, wie es für uns nötig war. Die Koordinaten für Panama sind für alle die gleichen, die von Cartagena variieren: Es gibt drei Häfen in Cartagena, es gibt verschiedene Verschiffungsmöglichkeiten und natürlich verschiedene Reedereien. Und es kommt natürlich darauf an, in welche Richtung man verschifft-nach oder ab Panama.
Dann geht es ab auf den nächsten bewachten Parkplatz an der Calle 24, gleich neben dem Centro de Conventiones umpacken, aufräumen usw. Es war alles so, wie wir es in Panama verlassen hatten. Gott sei Dank! Stellplätze sind wie immer unter „Stellplätze“ in unserer o.g. Homepage zu finden. (Soll, haben wir gehört, nicht mehr erlaubt sein. Also bitte selber prüfen!)

Wir fahren weiter mit Ziel Karibikküste, wo wir uns mit Peter verabredet hatten.
Von Barranquilla fährt man zunächst an der Küste entlang, dann geht es auf einen langen Damm über die Lagune von Santa Marta. Nichts Spektakuläres.
Vor dem Ende des Dammes, bei Tasajeras ist der Uferstreifen sehr schmal, so schmal, dass die Leute hier ihre Häuser rechts und links der Strasse auf Stelzen ins Wasser gebaut haben.
Von dem Wasser sieht man nicht viel, da versinken die Leute in ihrem eigenen Dreck! Sie wohnen im Morast, rundherum schwimmen hunderte leere Plastikflaschen, alles ist versieft und überall schwappen Plastiktüten durch das moderige Wasser-unvorstellbar! Das ist ja schlimmer wie Indien! Und es stört sie nicht einmal! Sie haben Boote und könnten leicht den Dreck ‚raus fischen. Plastik wird in Kolumbien für Geld sogar gesammelt, aber sie scheinen genug zu haben.
Bloss weiter!
Die Landschaft wird nicht viel besser, aber so einen Dreck sehen wir Gott sei Dank nirgends mehr im ganzen Land.
Santa Marta gefällt uns auch nicht wirklich, wir fahren weiter bis zur Küste, um den Tayrona-NP herum und gleich bis zum Platz von Los Angeles. Wir müssten aber bei den Häusern stehen bleiben, dürfen nicht weiter unter die Palmen. Warum? Nur heute mal? Keiner sagt es uns. Strom bekommen wir auch nicht-also weiter. Es gibt Tage, da klappt augenscheinlich nichts!
Schauen wir uns den nächsten Platz an. Leider ist Peter noch nicht da, so können wir ihm nicht sagen, dass wir 3 km weiter fahren. Die gut Englisch sprechende Dame will es ihm ausrichten (was sie natürlich nicht macht). Wie sich herausstellt ist der nächste Platz ein für uns herrlicher und lässiger Platz, der Camping Casa Grande. Wir bekamen Strom, Dusche, Aussendusche am Strand, es gibt genug Palapas und wir stehen direkt 50m vom Strand entfernt. Peter bekam dort sein Frühstück usw., er hat dort gezeltet und auch gleich mit der Jugend Strandvolleyball gespielt.
Allerdings war es dort natürlich auch sehr feucht durch die Gischt, die Welle war ziemlich hoch und an Baden war nicht zu denken. In den Tayrona NP konnten wir mit Peter auch nicht. Die Indigenas hatten ihren Park auf unbestimmte Zeit geschlossen. Wir dachten, dass sie vielleicht ein Fest hatten oder zu viele Besucher schon im Park wären, aber niemand konnte das bestätigen.
Man sah sie öfter auf der Strasse laufen, ihre Besorgungen machen, die Kinder kamen auf den Campingplatz zum Fussballspielen und Duschen, der Park aber war die ganze Zeit geschlossen. Schade.
Unser Strand gleich nebenan war ebenfalls sehr, sehr schön! Leider waren die Berge, Bolivar und Cristobal Colon, beide ca. 5700m hoch, nicht zu sehen. Dort ist zum einen Nebelwald und zum anderen ist das Wetter generell nicht optimal. Auch schade.

Nach fünf schönen Strandtagen ziehen wir alle weiter. Peter mit seinem Radl und wir auch.
Er fährt mit dem Rad zurück nach Bogota und fliegt dann nach Santiago de Chile. Er will noch etwas durch Argentinien und Chile radln bevor er wieder heim muss.

Wir wollen noch etwas in die Höhe zur Erholung und fahren nach Minca, zum Hotel Colonia. Ein sehr schöner Platz etwas ausserhalb. Wir stehen genau am Haus mit großem Umlauf, so kann uns der Regen und die z.T. lang anhaltenden Gewitter nichts anhaben. Aber von einer kleineren Wanderung konnte nicht die Rede sein. Als wir wieder weiter fahren am nächsten Tag haben wir herrlichstes Wetter!
Es geht weiter nach Ocaña und dann in das ganz nette Kolonialdorf La Playa de Belén. Eine wunderschöne Landschaft, die am Ende von dem Seitental uns zu dem Naturpark Los Estoraques führt. Ein herrlicher Übernachtungsplatz erwartet uns. Gerade haben wir die Stühle heraus geholt, wird es dunkelschwarz, alles wieder ‚rein, kein Ranger lässt sich blicken-Feierabend und es beginnt zu Schütten. Ein paar andere Touristen werden richtig nass; das ist nicht lustig.

Am nächsten Tag schauen wir uns noch etwas in dem kleinen Dorf um, es gefällt uns immer besser.
Die Wolken gehen hoch, ich kaufe noch bei einem Bauern frischen Käse und Gemüse und wir wollen über Ocaña wieder talauswärts fahren Richtung San Gil, nach Barichara. Dort sind wir mit Sebastian, Andrea und den Kindern verabredet. Wir kennen uns schon seit Mexico.

Der Gedanke ist gut, aber die Strasse ist hinter Ocaña von der Armee gesperrt worden. Man hat in der Nacht beobachtet, dass von Guerillas an der Strasse Minen gelegt worden sind. Jetzt werden die Minen gesucht und entschärft. Ab und an knallt es. Es stellt sich heraus, dass Warten keinen Sinn macht. Wir gehen an die nächste Tankstelle mit Duschen und Toiletten und übernachten. Etwas laut aber sauber und sicher. 
Nun geht es am nächsten Morgen endlich weiter-Ziel ist noch immer Barichara nahe San Gil.

Die Strasse geht nach Süden und wir kommen zum Canon del Chicamocha, den der Rio Umpala hier bildet, eine der tiefsten Schluchten Südamerikas. Die Landschaft ist schön und ist eine Art Miniaturausgabe der Schluchten des Brahmaputra (tibet. Tsangpo) und seiner Zuflüsse in Tibet, die wir z.T. besuchen durften.
Wir fangen an zu vergleichen, werden ungerecht, wir sind verwöhnt. Man darf aber NICHT auf Reisen vergleichen, sondern alles Gesehene nehmen wie es ist und zufrieden sein, dass man es überhaupt sehen kann. Es muss nicht immer das „Größte, Tiefste, Höchste, Bedeutendste,..“ sein.
Es muss einem nur gefallen, einen beeindrucken und in Erinnerung bleiben!

So kommen wir nach einem kurzen Einkauf in San Gil endlich nach Barichara. Hier stehen wir genau an der Abbruchkante zum Rio Suarez, der ungefähr 800m unter uns umgeben von Feldern im Tal dahin fliesst. Täglich kommen Leute vorbei, die Freude ist groß, wir stehen genau am Mirador.
Barichara ist eine wunderbar erhaltene, kleine spanische Kolonialstadt. Nicht übermäßig touristisch, es gibt noch normale Läden und es macht Spass dort umher zu bummeln. Sie wurde zum nationalen Kulturerbe Kolumbiens erklärt. Nicht weit entfernt ist das kleine koloniale Dorf Guane, das wir auch besuchen. Der Weg ist schöner wie das Dorf selbst. Man kann auch mit dem Bus hin-und zurück fahren.

Nun geht es nach ein paar Tagen weiter gen Süden. Bei Chiquinquira biegen wir nach links ab. Wir wollen uns das angeblich so schöne Dorf Raquira anschauen und weiter dann zu dem bedeutenden Wallfahrtsort La Candelaria fahren. Dummerweise ist heute Sonntag!
Auf dem Weg dorthin fallen uns schon fürchterliche Waldbrände auf-ganze Berghänge stehen im Feuer. Man sagt uns, es hätte lange nicht geregnet, das wären alles Selbstentzündungen. Vielleicht hätten wir mal für längere Zeit kommen sollen-der Regen, der uns ständig verfolgt, wäre ihnen sicher gewesen. Übrigens verfolgt der uns noch immer. Die Regenzeit hat sich völlig verschoben.
Wir schreiben diese Zeilen schon in Ecuador und merken es auch hier.

Wir kommen nach Raquira! Vor lauter Andenkenständen, Restaurants, Verkaufsbuden, parkenden Autos und Omnibussen gibt es keinen Weg durchs Dorf-hier ist die Hölle los. Und was machen die Leute, wenn sie hier fertig sind mit Schauen? Sie gehen zur Wallfahrtskirche, die Autos stauen sich bis Raquira zurück! Also gleich umdrehen und weiter-das ist nichts für uns, wir verzichten.

So kommen wir ungewollt und ungeplant frühzeitig ziemlich zügig nach Villa de Leyva.
Aber auch hier: Es ist ein Verkehr in diesem alten Städtchen-unbeschreiblich!
Wir treffen zufällig wieder mit Sebastian, Andrea und den Kindern und sie berichten, dass die Leute heute wieder langsam heim fahren. Gestern war große Fiesta auf dem Hauptplatz, der Campingplatz so voll, dass sie kaum aus dem WoMo treten konnten.
Dazu muss man also wissen: Am 08.12., Maria Empfängnis, ist ganz Kolumbien am Feiern, die Schulen haben Ferien, da geht es rund! Und wenn die Tage günstig liegen, dann kann man eben länger feiern, dann rentiert es sich, weg zu fahren.
Ausserdem ist es in fast ganz Südamerika so: Wenn der Feiertag auf einen Samstag fällt, wird er auf Freitag vorverlegt und fällt er auf einen Sonntag, wird er auf den Montag danach verschoben. Genial-das sollte man bei uns auch mal machen. Natürlich gilt das nicht für den Handel, sondern hauptsächlich für die Beschäftigten des, bei uns würde man sagen, öffentlichen Dienstes, von denen es, weiss Gott, genug gibt.
Aber ab heute herrscht Ruhe, das Wetter ist gut und trocken. Wir können auf dem Camping Lagerfeuer machen-natürlich toll für die Kinder, aber wir Erwachsenen geniessen es auch jedes Mal und brutzeln gleich unsere Würstchen und Steaks.

Wir bummeln in die Stadt-es ist richtig schön in dem kleinen Ort. Man findet auch noch viele ursprüngliche Ecken, die Kopfsteinpflaster-Strassen tun das Übrige. Die Bäcker fertigen sehr gutes Brot, von den Konditoreien waren unsere Schweizer begeistert. Es lässt sich als Tourist hier leben!

Nach drei Tagen fahren wir weiter über Tunjas, dann durch schöne gebirgige Landschaft zu den Roccas de Snesca. Das sollen viel besuchte und sehr beliebte Kletterfelsen der Leute aus Bogota und Umgebung sein. Wir kennen aus früheren Zeiten fast alle Kletterfelsen in den deutschen Mittelgebirgen-mal sehen. Wie gesagt-man soll nicht vergleichen! Aber feststellen darf man schon, dass das hier absolut nichts ist. Aber es ist interessant zu sehen, wo die Leute klettern gehen. So wie wir früher in der Jugend, manchmal an (fast) jedem größeren Stein.

So fahren wir weiter nach Némocon, wo wir das Salzbergwerk anschauen wollen. Wir finden einen Parkplatz mitten in der kleinen Ortschaft. Da kommen auch schon unsere Schweizer und nach dem Mittagessen machen wir uns gemeinsam auf den Weg zur Salzmine.
Man sieht Sole-Becken, Gänge zu den vorhandenen, touristisch aufbereiteten Stollen. Man sieht die Eingänge zu den aktuellen Stollen, bisschen Schauraum mit Alexander von Humboldt, der hier als gelernter Bergbauingenieur gearbeitet hat. Natürlich auch eine aus Salz gefertigte kleine Kapelle. Und die Wände, die voll mit auskristallisiertem Salz überzogen sind. Das schaut z.T. aus wie Blumenkohlröschen. Es gefällt uns gut, ist nett gemacht und man sieht viel. Danach bummeln wir noch durchs Dorf, holen in einer super Cafeteria Brot und Dulces und am nächsten Tag geht es weiter nach Bogota.

Bogota, die Hauptstadt von Kolumbien. Wir sind gespannt!