Nordthailand

23.10.2009 bis 11.12.2009

Wir kommen von Nord-Laos per Autofähre zurück nach Thailand, in die Grenzstadt Chiang Khong.
Wie im Teil II erzählt hatten wir ja großes Glück. Genauso haben wir Glück, gleich um die Ecke einen schönen Platz für die Nacht zu finden mit herrlichem Blick auf den Mekong. Der Fluss wird uns immer wieder einmal begleiten.
Am nächsten Morgen brechen wir auf zu unserer Fahrt durch Nordthailand.

Zunächst geht es am Flussufer entlang auf kleiner Strasse durch die Dörfer. Köhlereien, kleine nette Tempel, Felder begleiten uns bis nach Chiang Saen, der ersten größeren Stadt die wir erreichen. Hier legen die großen chinesischen Fluss-Frachtschiffe an, werden ent-und beladen. Nur Träger, keine Kräne löschen die Fracht. Bis hier her ist von Norden aus der Mekong schiffbar. Dann kommen Untiefen, Sandbänke und Felsen im Fluss. Der Mekong ist nicht durchgehend schiffbar. Wir schauen den Trägern eine Weile zu. Wie im Mittelalter, nur die Kleidung hat sich geändert.

Dann geht es weiter. Natürlich nach Sop Ruak, zum Goldenen Dreieck. (Fast) Jeder hat schon davon und auch von den alten Opium-Geschichten aus alten Zeiten, gehört. Als Rauschgift noch auf Pferden und Mulis über geheime Pfade nachts herangeschafft und in die Welt verkauft wurde.
Es gibt ein sehr nettes, kleines staatliches Museum, wo alles beschrieben und erklärt wird: von Stempeln, Gewichten, dem Verkauf dieser wertvollen Handelsware. Von den Drogenbaronen, von der Wirkung des Opiums und den Folgen seines Genusses. Heute ist hier nicht mehr viel los, nur die Touristen aus aller Welt ziehen hier umher.

Nicht weit entfernt kommen wir nach Mae Sai und fahren hoch zum Doi Thung-es ist angenehm kühl hier oben. Das Kloster ist wunderschön im Abendlicht anzuschauen-Nebel ziehen um die Tempel und zaubern eine ganz besondere Stimmung.
Unterhalb liegt das Kloster Wat Noi, wo wir übernachten dürfen.

Es ist üblich, dass Klöster Gästezimmer haben, z.T. große Parkplätze für Feiern, wie z.B. Trauerfeiern und Einäscherungen.
Es sind oft Schulen und Universitäten, Krankenhäuser und ärztliche Behandlungsmöglichkeiten usw. angeschlossen. Aber eben innerhalb der Klostermauern, die abends meist geschlossen werden. Hier gibt es auch fast immer Duschen, Toiletten usw.
Für die richtig großen WoMos sind die großen, bedeutenden Klöster ideale Plätze für die Nacht. Und sie liegen fast immer in wunderschönen Gegenden.
Ein sehr netter Thailänder, auch Gast im Kloster, hilft uns und schreibt auf thailändisch unsere Übernachtungsbitte auf ein Blatt Papier, das wir jeweils vorzeigen sollen, wenn wir in einem Kloster übernachten möchten:
Es steht ‚drauf, dass wir bitten, die Nacht im Schutz des Klosters verbringen zu dürfen und für alles was uns passiert, die volle Verantwortung übernehmen. Das mit der Verantwortung ist das Wichtigste! Dieses Blatt Papier öffnet uns viele Klöster, lässt uns wunderschöne und interessante Abende und Nächte geniessen. ( Kopie siehe im Info-Teil)

Ohne dieses „Empfehlungsschreiben“ wurden wir oft abgewiesen. Mit dem Papier NIE!

Allerdings, und das muss man wissen, ist es nicht immer ruhig! Wie oft wurden wir nachts geweckt, wenn die Mönche anfingen zu beten und ihre Trommeln und Glöckchen per Lautsprecher über die ganze Gegend erschallen liessen oder wenn der Abt seine Predigt hielt, sodass es im ganzen Dorf gehört werden konnte.

Dennoch ist es immer angenehm und oft lustig, wenn die Mönche, viele sind ja noch Kinder, Fussball spielen oder mit uns unbedingt Englisch sprechen möchten. Sie lachen oft und gerne. Und die Klöster stehen an landschaftlich so wunderschönen Stellen.

Nun genug der Klöster, wir machen uns entlang der Grenze nach Myanmar auf den Weg nach Mae Salong, das in klimatisch angenehmer Gebirgslage liegt. Vier Tage bleiben wir hier auf einem schönen Platz vom Shinsane Guesthouse mit „Familienanschluss“. Auf dem Markt gleich neben uns, frühmorgens um 6°° bis 8°°Uhr (!) sieht man noch Frauen und Männer in traditioneller Tracht. Das Einkaufen ist eine richtige Freude, obwohl es wirklich sehr früh am Morgen ist! Die Einheimischen kommen aus Dörfern, wo es noch keine Autos und Mofas gibt, binden ihren Esel oder Pferd an, gehen ein-oder verkaufen und sind bald wieder verschwunden.

Und wir bekommen mal wieder über das Guesthouse eine Gelegenheit zu reiten! Die nutzen wir. Mit einem Treiber und zwei Mulis, der Treiber läuft, ziehen wir vier Stunden durch die Landschaft, an kleinen Siedlungen vorbei, wo Tee angebaut wird, durch Dörfer und Wald. Die Sättel sind hart aus Holz, rutschig, nur mit einer Decke gepolstert. Nun merken wir erst den Unterschied zu den südamerikanischen Sätteln!

Aber es kann noch so schön sein, wir müssen weiter, wir sind schwer „im Stress“! Warum? Ein großer Feiertag erwartet uns: Das Lichterfest, Loy Kratong, das wir in Chiang Mai miterleben wollen.

Durch herrliche Mittelgebirgslandschaft geht es auf ziemlich direktem Weg nach Chiang May. Wir quartieren uns für ca. 8€/Tag bei 14 Tagen im Thaphae Garden Guesthouse bei Jame ein. Unser Auto bekommt vor der Tür auf dem guesthouse-eigenen Parkplatz auch sein Plätzchen. So haben wir nicht weit und können manchmal auch draussen sitzen und bisschen deutscher kochen.

Meistens gehen wir natürlich mittags essen, nicht bei Jame, sondern gegenüber vom „Buri Resort“ nahe Wat Singh. Und es ist fast geschenkt-das Teuerste vom ganzen Essen ist die 1Liter-Flasche Bier. Es schmeckt köstlich bei Madam! Sie hatte früher ein sehr nobles Restaurant. Das Silberbesteck und die Möblierung sind ihr geblieben. Jetzt ist ihr kleines Restaurant in einem typischen kleinen Laden untergebracht. Vorne ist der Strassenverkauf, den der Sohn mit übernimmt. Abends bruzeln wir zu Hause oder gehen in die Garküchen, die es ja mittags nicht so gibt. Die sind viel billiger: .-50 €ct./Essen. Es dürfen dann ruhig auch mal 2-3 Portionen pro Person sein! Und vorne an der Ecke beim Guesthouse gibt es einen kleinen Tisch und dazu ein Bierchen. Uns geht es richtig unverschämt gut!

Paar Tage später kommen die Schweizer Freunde Ulla und Kari ( sind inzwischen über Australien nach USA). Für sie wird ein etwas größerer Parkplatz organisiert, da können sogar LkW stehen und bald darauf trudelt auch Markus (ist über Indien nach Oman und verschifft gerade von Israel nach EU) ein. Für ihn findet sich auch noch ein Parkplatz vor der Tür. So sind wir eigentlich wieder komplett. Es gibt viel zu erzählen. Haben wir uns doch lange nicht mehr gesehen.

Das Fest kann beginnen-das Fest der großen Krathongs.

In der Stadt breitet sich langsam Betriebsamkeit aus, überall werden die Tempel, Tore, Strassen, Brücken und Plätze geschmückt. Unruhe herrscht an allen Ecken und Enden. Tausende von bunten Papierlaternen, Lampions, Fähnchen, geschmückte Bambusgestelle, Blumengestecke aus Lotus und Orchideen werden in der Stadt aufgehängt, drapiert, plaziert. Man muss aufpassen, dass man nicht über irgendwelche Leitern oder Kabelbündel stolpert.

Die Mönche schmücken ihre Klöster selbst: wahre Orgien finden statt, denn das schönste Kloster wird prämiert. Am Ende schauen alle fantastisch aus. Tags und natürlich am Abend!

Die große Eröffnungsfeier findet auf dem Dreikönigsplatz statt: In einer Lichterprozession werden zwei große Krathongs herbei getragen, umrahmt von Musik und Tänzen, beleuchtet von zig Öllämpchen: einer stellt den heiligen weissen Elefanten dar, der andere die Lotublüte. Natürlich werden auch Ansprachen gehalten.

Am Tage besichtigen wir die Klöster, machen Besorgungen, kaufen auch große Papierlaternen! Es finden mehrere abendliche Umzüge statt während denen große herrliche Krathongs durch die Strassen getragen oder auf Wagen gefahren werden. Anschliessend werden sie in den Fluss gesetzt. Zunächst noch festgebunden am Ufer. Am Tag der Feuerwerke und Laternen geht es auf die große Brücke, natürlich gesperrt für den Autoverkehr.
Jetzt geht es zur Sache: Millionen Laternen werden, bestückt mit kleinen Feuern, beschriftet mit den großen Wünschen dem Wind anvertraut, der sie über die Stadt in den Himmel trägt. Aber ach, viele werden vom Wind einfach die Brücke hinab in den Fluss gedrückt. Auch unsere haben sich nicht alle erhoben, es waren wohl nur zwei, die unsere Hoffnungen auf Glück in der Familie und gutes Gelingen der Reise weitergetragen haben. Inzwischen wissen wir: sie haben beide vollauf ihren Dienst getan und wurden erhört.

In der Nacht erstrahlen die Klöster in tausenden von Öllämpchen. Dazu die Musik, die Gerüche der Garküchen, die ausgelassene Stimmung auf den Märkten und den vor allem abends schnell geschaffenen Fussgängerzonen-toll! Unbeschreiblich, man muss Loy Krathong gesehen und erlebt haben! Erstaunlicherweise sind nur ganz wenige europäische/australische Touristen da. Es sind eben keine Ferien bei uns. Loy Krathong findet in der ersten Novemberwoche statt!

Von Chiang Mai wollen wir uns nun endlich lösen. Natur und ländliche Idylle locken uns in die Gebirge an der Burmesischen Grenze. Wir beginnen die Rundtour mit dem Wat Doi Suthep, mit herrlichem Blick ins Land. Das Kloster ist wunderschön, allein schon durch seine Lage, aber auch sehr touristisch.

Wir fahren hoch zum Doi Pui NP. Auf dem Campsite bei den Rangern ist es auf 1685m schön kühl, hier übernachten wir, gehen wandern und entspannen.

Über kleinste Strassen/Pisten geht es dann nach Samoeng, wo wir einen umgesiedelten Wiener mit Thailändischer Familie treffen. Wir dürfen bei ihm für ein paar Tage bleiben-eine sehr schöne Zeit. Über Ban Chan und Pai fahren wir ins Tal von Muang Pang. Hier soll es heisse Quellen geben, aber bei den (sehr!!) heissen Quellen gibt es kein Plätzchen für uns. Hier ist nichts, ausser sehr heisses Wasser und Sonne und Hitze pur.

Also gleich zur Tham Lot Höhle. Hier können wir gut auf dem Parkplatz davor übernachten und noch abends um 18°° Uhr geht es los. Ein paar Meter laufen, am Eingang stehen schon der Führer mit Petroleumlampe und der Bootsmann mit einem kleinen Plattboden-Kanu parat. Wir schippern durch die stockdunkle Höhle, hören Vögelstimmen, sehen sie im Schein der Laterne an uns vorbei sausen. Dann kommen wir zum Ausgang auf der anderen Seite der Höhle und sind noch mehr als erstaunt: Es fängt an zu dämmern und Tausende der Schwalben kommen in die Höhle geflogen, gleichzeitig fliegen Tausende kleine Fledermäuse hinaus in die Nacht. Es ist faszinierend! Nie werden sie sich gegenseitig oder uns berühren! Allerdings stinkt es in der Höhle bestialisch! Es dauert nicht so lange, dann ist der ganze Spuk vorbei. Und im Morgengrauen geht das Ganze von vorne los: Fledermäuse ‚rein, Schwalben ‚raus. Aber da gibt es keine Führung.

Dann wollen wir noch etwas Richtung burmesische Grenze ins Gebirge und die kleinen Ansiedlungen fahren. Aber überall steht Militär, grüßt und lässt uns passieren. Auf einmal kreist ein Hubschrauber ziemlich dicht über uns. Das wird uns dann irgendwie ungemütlich, wir drehen um.

Über Pai, mit der netten Coffin Cave, fahren wir zur Tham Pla/Fish cave bei Mae Hong Son. Hier gibt es eigentlich nicht so viel zu sehen, ausser zu dieser Zeit überall Sonnenblumen! Die Landschaft ist nett, ja, aber einen super Platz zum Verweilen finden wir: Dusche, Toilette, Wasser, Müll, rundherum Felder und tagsüber vorallem am Wochenende viel Trubel. Nachts totenstill, vielleicht ein Hund, der im Traum bellt. Das Tollste aber sind die kleinen Ausflugs-Restaurants. Das Essen ist hier vorzüglich: gegrilltes Schweinefleisch! Nach langer Zeit ein absoluter Genuss. Dazu gibt’s dann bei uns gleich Krautsalat. Natürlich auch mal den guten Papaya-Salat oder andere thailändische Genüsse.

Wir fahren weiter nach Mae Hong Son, schauen uns das bekannte Wat Chong Kham an und ziehen weiter. Irgendwie finden wir zu dem Ort keine Beziehung-manchmal ist das so. Über Khun Yuan, auch hier vorzügliches, gegrilltes Fleisch mit Papaya-Salat, fahren wir weiter zum Doi Ithanon. Diese Strasse wird schon fast überwuchert mit Sonnenblumen-Sträuchern! Sie blühen ca. Mitte November und sind eine Attraktion. Viele Thailänder fahren extra zur Blütezeit in diesen Landstrich.

Wir verbringen ein paar Tage im Doi Ithanon-NP, wo man auch wieder etwas umher wandern kann. Es ist nicht so heiß, der Gipfel ist immerhin mit 2565m der höchste Punkt in Thailand. Unten am Eingang beim NP-Center finden wir einen schönen Platz mit WiFi im Auto. Das nutzen wir natürlich aus. Dusche, Wasser, Restaurant-perfekt.

Unser Ziel ist nun Bangkok, da können wir nicht mehr so viel bummeln!

Über Lampang mit dem Thai Elephant Conservation Center und dem uralten Wat Phra That Lampang Luang geht es zügig nach Alt-Sukhothai. Wir sind schon bisschen spät ‚dran, die Eintrittshäuschen sind alle unbesetzt. Aber die Schranken sind offen. Also ‚rein in das Gelände. Aber wo stehen in der Nacht? Wir finden Unterschlupf in dem neuen Wat Phra Phai Luang. Gleich daneben stehen die Ruinen des gleichnamigen Teils des Weltkultur-Erbes Alt-Sukhotei. Der neue Tempel ist gleichzeitig Schulungszentrum. Überall in den Bäumen hängen die Lautsprecher, damit auch jeder die Reden des Abtes verfolgen kann und damit jeder ab 3°° in der Früh mit beten kann. Die Nacht war interessant und kurz. Übrigens hat hier wieder unser „Wunderzettel“ in Thailändischer Sprache (s. Infos!) geholfen, Eintritt in dieses Kloster zu bekommen.

Am nächsten Tag zahlen wir ordnungsgemäß Eintritt und wandern stundenlang die restlichen, aber nur die gut erhaltenen, Tempel ab. Sie liegen sehr schön zwischen Seen, in parkähnlicher Landschaft. Es gibt immer wieder ganz faszinierende Ecken, Blicke, Eindrücke. Gut, dass wir die Hitze schon gewöhnt sind! Ein Flugtourist tut sich sicher hart.

Nach, für uns, ziemlicher Hetzerei, treffen wir am 03. Dezember in Bangkok ein, gehen natürlich wieder in „unser“ Hotel Penpark Place und sind nun gerüstet für eine der größten Feierlichkeiten im Jahr für Bangkok: Geburtstag König Rama’s IX, wir Europäer sagen einfach König Bhumiphol. Und weil manche Journalistin nicht alles glaubt, wie viele hier, und es sogar schreibt, kam sie ins Gefängnis für kurze Zeit: Sie sei sich nicht sicher gewesen, ob der König überhaupt noch lebt, wo er doch schon so lange im Krankenhaus ist und schon lange nicht mehr „in Natura“ gesehen wurde. Die Zeitungen und Illustrierten sind voll von seinen neuesten Bildern, aber wann wurden sie aufgenommen? So ist das eben in Thailand. Kein Wort, keine Tat gegen den König oder sein Bild! Mit ihm steht und fällt die Monarchie, er wird der letzte Rama in der Geschichte sein. So sagt es die Legende, eine Prophezeiung aus längst vergangenen Tagen. Wir kennen kein Volk, das nicht noch abergläubiger ist wie die Thailänder. Wenn man das alles weiss, versteht man manches besser, was sich hier zum Geburtstag, der fast eine Woche gefeiert wird, abspielt.

Feiern wir also mit, kommen wir wieder einmal nach Bangkok!

Die Einwohner Bangkoks empfangen uns jetzt schon, zwei Tage vor dem Geburtstag am 06.12. in Rosa. Zig Leute laufen in rosa Polo-Shirts ‚rum, bestickt mit dem Königswappen. Warum? Die Farbe der Königstreuen ist doch Gelb, im Gegensatz zu den Thaksin-Getreuen, die da Rot tragen. Die sieht man aber jetzt nicht. Wir lassen uns aufklären: Vor ein paar Jahren war der König schon einmal sehr schwer krank, konnte aber das Krankenhaus wieder verlassen. Tagesfarbe war an diesem Tag Rosa! Und deshalb trug der König damals zu seiner Entlassung ein rosafarbenes Seidenjackett. Nun hoffen alle, da er wieder/immer noch im Krankenhaus ist, dass es ihm bald besser gehen möge. Das drückt man aus, indem man eine rosa Poloshirt trägt. Auf einmal gibt es die Hemden an jeder Strassenecke, in jedem passenden oder unpassenden Laden! Wer kein rosafarbenes Hemd hat, trägt ein gelbes Poloshirt, T-Shirt, Kleid, usw.

Die Strassen sind zugehängt mit riesenhaften, pompös eingerahmten Bildern des Königs, seiner Mutter und seiner Frau, Prinzessin Sirikit. Die Häuser sind geschmückt mit Leuchtreklamen, die Bäume glitzern durch tausende von Lichterketten. Jedes Haus, Tempel, Kloster, wichtige Strassen im alten Teil von Bangkok bricht schon fast unter der Lichterlast zusammen. Bühnen werden aufgebaut, große Altäre, ja sogar die Strassenlaternen werden bis zur halben Höhe mit barocken Ornamenten in Silber geschmückt. Natürlich hängen überall Fahnen. Verkehrsschilder oder Ampeln sieht man kaum noch im alten Zentrum der Stadt vor lauter Dekorationen.

Am 06.12. ist Geburtstag! Am 05.12. wird quasi das Volk zum Geburtstagsessen eingeladen. D.h. auf dem großen Platz vor dem Königspalast-und Tempel stellt man große Zelte auf und jeder (!), der kommt, bekommt gratis Essen und Trinken. Bangkok ist groß und viele, nein, sehr viele kommen! Die Müllabfuhr läuft zur Höchstform auf, denn alle Plastikteller, Besteck und Becher müssen ständig entsorgt und die Strassen und Wege gesäubert werden. (Der Platz ist auch ein sehr guter Parkplatz für die Großen aus der Reisegilde).

Nebenan sind die gewerblichen Essensstände aus dem ganzen Land angereist, zwei große Bühnen stehen schon, abends gibt es Konzerte für die Jugend. Da heisst es schon ab mittags Plätze sichern für 20°°Uhr. Auf anderen Bühnen werden traditionelle, klassische Tänze aufgeführt, oder klassische Musik gespielt und gesungen. Alles live mit z.T. größeren Orchestern oder Disco-Musik gemacht von modernen Bands. In den Tempeln wird mit Tempelmusik und -tänzen gefeiert, Äbte werden mit Orden ausgezeichnet, das Volk wird dazu beköstigt und zum Feiern eingeladen. Feierstress! Ab 04.12.-08.12. werden die großen 10-spurigen Strassen zwischen Dusit-und Königs-Palast ab 18°° zur Fussgängerzone. Musik, live Vorstellungen, Umzüge, abends nicht enden wollende tolle Feuerwerke! Nach dem letzten Feuerwerk mit Blumen und Herzen am Himmel sind wir, wie alle hier nach vier Tagen, fix und ganz fertig. Und haben „Big Buddha“ immer noch nicht gesehen. Nicht geschafft! Verständlich?

Gott sei Dank hat es nun ein Ende. Wir bleiben noch einen Tag in unserem Hotel, erholen, dann fahren wir weiter.

Es geht die Ruta 24 gen Osten zu den alten Tempeln von Phanom Rung. Nur ganz wenige Touristen sind hier. Schade, denn es liegt wunderschön an der Abbruchkante nach Kambodscha. So, wie auch die Tempelanlage Preah Vihear liegen soll.

Wir wollen versuchen, doch noch nach Preah Vihear zu kommen. Die Berichte sind sehr widersprüchlich. Einige sagen, die Strasse sei offen, andere berichten, dass sie zu wäre. Also schauen wir nach: Die Strasse ist jedenfalls etliche km vor dem Ende mit Stacheldraht verbaut und das Ganze wird von Militär und einem Panzer bewacht.

Drehen wir um und gehen wir bei Chong Chom über die Grenze nach Kambodscha. Von Thailand haben wir für eine Zeit lang genug gesehen.

Siem Reap und Angkor Wat locken nun.

Was uns in Kambodscha erwartet, steht im nächsten Bericht.