Südthailand

11.08.2009 bis 06.10.2009

Jetzt stehen wir erst einmal an der Grenze von Malaysia nach Thailand.
Am 11.08.2009 kommen wir nach einem letzten Mittagessen in Malaysia über die Route Nr. 4 zur Grenze nach Thailand. Es sind noch ca.10km bis Sadao.

Nach dem üblichen Hin-und Her-Gelaufe von einem Staatsdiener zum nächsten ist alles in kürzester Zeit geschafft:
Die Immigration geht ganz schnell denn wir hatten uns in München schon unser „Rentnervisum“ für 1 Jahr geben lassen. Wir können damit ein Jahr in Thailand bleiben, mit jeweils Aufenthaltsgenehmigungen von 1 bis maximal 3 Monaten am Stück. Dann geht es zur Customs. Wir zeigen unser Carnet, was eigentlich nicht anerkannt wird. Aber der Zoll ist wie überall auf der Welt faul, nimmt sich seinen Einreiseabschnitt, tackert ihn an sein offizielles Formular ran und alles ist erledigt. Das Auto darf 4 Wochen im Land bleiben, dann muss man zur nächsten Customs und kann auf maximal 6 Monate verlängern. Das kommt aber darauf an, wie der Zöllner Lust hat oder geschmiert werden will, wie in Phuket. Also bekommen wir zunächst die regulären 4 Wochen. Wir werden später verlängern. Allerdings dürfen wir noch nicht mit dem Auto einreisen. Man schickt uns zu einem der vielen Versicherungsstände, wir bekommen unsere Autoversicherung, zeigen sie an der Grenze vor und nun können wir losfahren:

In Sadao fallen uns die gut angezogenen Thailänder/innen auf, kein Kopftuch, sogar „gewagt“ gekleidet in kurzer Hose, figurbetont, mit schicken Stilettos! Und es gibt einen großen Supermarkt! Big C! Ein Traum nach so langer Zeit: Es gibt tolles Essen im „Foodstall“, im Laden gibt es Bier und Wein-gut trinkbarer Wein aus Südafrika im 5-Liter-Kanister. Das ist auch gut so, denn unter 10 Liter muss man die Abgabezeiten von 14-17 Uhr einhalten. Kauft man mehr als 10 Liter, kann man zu jeder Zeit soviel man will erstehen. Also zwei große Kanister rot und weiss à 5 Liter, eine Lage Chang-Bier und eine Lage Chang-Sprudelwasser in kleinen Flaschen. Das bekommt man immer, aber mal schnell nur eine Flasche Bier kaufen? Das geht nicht. Und das ist der erste Teil der asiatischen Logik. Wir werden noch mehr lernen müssen, das ist aber nicht schlimm. Thailand fängt also gut an, für Essen und Trinken ist gesorgt, die Restaurants, die Leute gefallen uns. Wir erleben nach Malaysia wieder richtigen Luxus.

Nur mit den Übernachtungsplätzen gibt es kleine Probleme: Die Thais fürchten ständig um unser Wohl, vor allem in der Nacht. Sie können einen da schon „verrückt“ machen. Aber wir wollen ja nicht unhöflich sein, kennen wir uns doch in ihren Sitten und Gebräuchen noch nicht so gut aus. Zum Einen sollen wir ganz dicht bei irgendwelchen Wächtern stehen um beschützt zu sein, zum Anderen dürfen wir aber nicht so sehr auf offiziellem Gelände stehen: wer kann dann für uns die Verantwortung übernehmen!? Sehr schwierig!! Wir kommen aber noch dahinter, wie es geht.

Unsere erste Nacht in Thailand wollen wir am Strand verbringen, leider ist die Brücke zu niedrig, unter der wir hindurch fahren müssten. So laufen wir ans Ufer zu den Anglern und sehen einen wundervollen Sonnenuntergang. Dann wird vor einem Museumseingang unter den wachsamen Augen des Wachpersonals übernachtet-Toiletten, Strom und einen Wasserschlauch vom Gärtner bekommen wir auch, sogar Licht wir für uns im Pavillon gemacht. Man tut alles, was man kann. Das ist Thailand: so freundlich wie möglich sein, aber bloss keinen Fehler machen, keine Verantwortung übernehmen.

Jetzt fehlt uns nur noch einer der schönen, eleganten buddhistischen Tempel mit den geschwungenen Chofahs, den Verzierungen auf den Dachfirsten.

Er lässt nicht lange auf sich warten. Die Wats, Tempel, religiöses Zentrum und „Sozialzentrum“ in einem, stehen letztendlich in jedem Dorf und sind ausnahmslos alle sehr schön, wenn auch natürlich nicht alle so prunkvoll wie die königlichen Tempel. Die Wats und die dort lebenden Mönche werden nur über Spenden bzw. Bezahlung der angebotenen Dienstleistungen (religiöse Zentren, Krematorien, Schulen, Universitäten, Krankenhäuser, Altenheime,….)finanziert. Wer kein Geld übrig hat, hilft mit Putzen, Kochen, Waschen, Reparieren usw. Natürlich erhalten sie sich auch durch die obligatorischen Spenden von Lebens-und Haushaltsmitteln. Auch in den Dörfern.

Nahe Songkhla kommen wir an dem bedeutendsten Kloster dieser Gegend, an Wat Ko Tham vorbei und bestaunen die tiefe Religiosität der Thailänder, die Fremdartigkeit und die sanftmütige, Geborgenheit vermittelnde Atmosphäre in einem Wat. Diese freundliche Stimmung werden wir noch öfter zu schätzen wissen. Ausserdem liegen die Wats in meist landschaftlich sehr guter Lage, mit Bäumen und viel Grün, mit Hühnern, Hunden, Katzen.

Es geht weiter, am großen Binnensee Thale Luang vorbei, dann westwärts an die Küste der Andamanen See zur Autofähre und zu den touristischen Gebieten, den Inseln und Stränden.

Beginnen wir mit Ko Lanta Yai, wo zum Leidwesen der ausgestiegenen Europäer der Tourismus nicht so richtig läuft. Wir waren froh. Die westliche Seite der Insel „gehört“ den Touristen, die östliche Seite der Insel den einheimischen Händlern und Fischern mit der sogenannten Hauptstadt Ban Hua Laem, genannt Old Town, die z.T. auf Stelzen gebaut ist. Es gibt nur ca. 25.000 Einwohner auf der Insel, bis auf die Europäer fast alle moslemische Fischer, die inzwischen aber auch den Touristen ihre Ausflugsfahrten und kleine Strandhütten für Aussteiger anbieten. Die Qualität der Strandhütten ist oft entsprechend, die größeren Resorts sollen aber toll und nicht gerade preiswert sein. Es gibt kleine Geschäfte, unter anderem auch eine „friesische“ Bäckerei mit Imbiss. Das deutsche Brot und der Kuchen sind sehr gut! Wir treffen im Südteil der Insel deutsche Weltenbummler, die hier auf unbestimmte Zeit und planlos hängen geblieben sind. Mit ihnen verbringen wir eine schöne Zeit, kochen zusammen, gehen gemeinsam auf den Markt und geniessen den abendlichen Blick auf das Meer. Elefanten kommen täglich vorbei und wenn man nicht aufpasst, verteilen die zahlreichen Affen den Müll in der Gegend.

Wir fahren weiter, zurück aufs Festland. Das erste, was wir dringend brauchen, ist Gas. Für Kaffee und ggf. Kochen am Abend. Tags gehen wir immer(!) Essen. Bei Khlong Thom steht eine große Gasfüllstation, die Koordinaten sind unter Infos/Thailand drin. Nicht tüv-mäßig aber effektiv sind wir wieder gut bevorratet. Wir wollen nach Krabi weiter, auch um unsere Aufenthaltsgenehmigung zu verlängern. Aber in Krabi ist die Hölle los, alle Strassen verstopft, nicht ein Zentimeter frei zum Parken. Mitte August-Hochsaison-furchtbar! Im Dezember soll doch aber Hochsaison sein? Bloß weg.

In Ao Nang, an einem bekannten Traumstrand, wollen wir übernachten. Alles voll, kein Parkplatz, nicht mal mehr in den Seitengassen. Bei einem Resort dürfen wir auf dem Parkplatz stehen. Nachts füllt sich der kleine Platz mit den Minibussen für Ausflugstouren. Draussen in der Stadt tobt der Bär, jeder Schneider will uns vom Frack bis zur Badehose alles nähen. Jetzt gleich, in 3 Stunden fertig und billig. Ob wir jemals soviel ausgehen werden, wie wir inzwischen Anzüge und Abendkleider hätten? Aber wir könnten, wenn wir wollten. Nein wir wollen nicht, uns fehlt der passende Schrank im Auto und Schreiner gibt es hier nicht. Aber der Sonnenuntergang am Strand von Ao Nang ist vom Feinsten! Es hat sich doch gelohnt, hierher zu fahren-auch ohne erstandene Abendrobe.

Weiter an der Küste entlang, fast am Eingang zum Noparathara-Nationalpark, gleich gegenüber von dem Schild aus Granit für den gleichnamigen Strand gibt es einen Campingplatz. D.h. Wasser, sanitäre Anlagen, Zeltverleih für Jugendgruppen, Strom und einen Pavillon gegen Sonne und Regen. Hier bleiben wir zwei Tage. Es ist schön. In der Nähe fahren die Touristen-Boote für sehr viel Geld aufs Meer zum Tauchen, nach Ko Phi Phi, nach Krabi, in die Bucht von Phang Nga…….Die Boote sind voll. Nicht nur Europäer, auch Thailänder machen Urlaub! Aber tags über haben wir den Strand erstaunlicherweise fast für uns allein. Baden geht fast niemand. Ab und zu gibt es schwere Gewitter, dann ist kurz der Strom weg, aber gleich danach lacht wieder die heisse Sonne vom Himmel. Bei Ebbe kann man auf die vorgelagerten Inseln laufen und tausende kleine Krebse zählen.

Wir wollen natürlich auch die bekannte Inselwelt des Nationalparks Ao Phang Nga besuchen. Also fahren wir weiter direkt bis in die Bucht nach Phang Nga Pier. Auf dem Parkplatz vor der Nationalpark-Verwaltung, gegenüber von den Booten finden wir unseren Platz mit Strom, Toilette und Dusche für 0 Baht! Wir revanchieren uns mit einem kleinen Geschenk, denn wir benutzten immerhin das private Bad der netten Rangerin, die auch dort wohnt.

Gegenüber bei den Bootsleuten, die die ganzen Tag im Schatten unter ihrem Baum sitzen, handeln wir ein Boot für uns allein aus. Und auf diese Fahrt können wir solange warten, bis das Wetter optimal, d.h. ohne Sturm und Regen, ist. Am nächsten Tag haben wir unser kleines Boot mit Führer und fahren fast 5 Stunden für ca. 25 € (incl. spendierte 10 l Benzin) durch die Inselwelt. Er führt uns durch die Grotten, die Mangrovenwälder, zu den Inseln. Wir könnten anhalten wo und wie lange wir wollten. Aber Schiffer’l fahren ist lustiger: wir helfen beim Wasserschöpfen, Uwe darf sich zwischendurch mal als Kapitän eines thailändischen Motor-Kanus fühlen. Anhalten werden wir nur im Dorf Panyee. Es ist ein traumhaft schöner Tag!

Nun, wer nach Thailand fährt, muss Phuket gesehen haben, wie sollte man sonst „mitreden“ können. Aber das ist hier nichts für uns. Auf der stark mohammedanisch geprägten Insel Phuket gibt es große kühle Supermärkte und wunderschöne Strände, die aber zu unserem Leidwesen sehr bevölkert sind und die Stellplätze, wie wir sie uns vorstellen, gibt es kaum.

Wir fahren durch Phuket durch zum Cap Promtheap, wo man einen herrlichen Blick über die umliegende Inselwelt hat. Wo wir gerne stehen würden, dürfen wir nicht. Glücklicherweise ist das Wetter gut, was im Juli, August nicht so sicher ist-es ist immerhin Regenzeit! Viele, z.T recht ausflippte Herren sind hier mit ihren „14-Tage-Nois“ unterwegs. Eigentlich muss man mit beiden Mitleid haben. Die Nois lernen hier nicht die besten Männer kennen und die Herren sind auf die Nois angewiesen, denn in ihren Heimatländern dürften sie, so wie sich geben, Schwierigkeiten mit den Frauen haben. Hier auf Phuket sieht man kaum Europäisch/Thailändische Ehepaare oder Familien wie anderswo in Thailand.

Wir klappern alle Strände an der Westseite der Insel ab: Kata Noi, Karon, Patong und wie sie alle heissen. D.h., diese Strände sind für uns zum „Urlaub machen“ absolut ungeeignet: entweder die Hotels nerven, oder die Strasse geht direkt am Strand ohne schöne Plätze entlang oder man steht zwischen Neubauruinen. Eine Folge der Tsunami- bedingten Einbrüche in der Tourismusbranche. Oft sehen wir auch Schilder mit Übernachtungsverbot. Die Polizei fährt oft hier ‚rum. Zu etlichen, vielleicht den schönsten Stränden, führen keine Fahrwege. Bis wir an die feinen Strände am Meeres-Nationalpark Nai-Yang kommen. Bald nach der Schranke, der Eintritt war kostenlos, kommen ein Zeltplatz mit Sanitäreinrichtungen und Strom, eine Art Jugendherberge und ein paar Bungalows. Auf dem Zeltplatz sind wir über Nacht allein mit unserem Auto. Der Ranger schaut ab und zu vorbei, sonst gibt es nur ein paar thailändische Ausflügler, die Picknick am Strand machen und die Putzkolonnen, die den Park sauber halten. Der Strand ist sehr schön, ein paar Fischer sind draussen, es ist nicht zum Baden bei dem Wetter, aber zum Wandern an der Küste entlang.

Das war also Phuket. Auf Schleichwegen über grünes Bergland, durch kleine private Obstbaum-und Kautschukplantagen hindurch, am Khao Sok National-Park vorbei wollen wir von der Andamanen See ‚rüber an die Ostküste, an den Golf von Thailand.

Ein Freund hat uns die Insel Ko Samui empfohlen. Da es dorthin eine Autofähre gibt, auf Inseln ohne Fährverbindung gehen wir nicht, fahren wir hin. Wir übernachten vor einem netten chinesischen Tempel direkt am Meer, schauen auf den Markt von der kleinen Moslemstadt Hua Thanon, begutachten den „Big Buddha“ im Tempel „Wat Phra Yai“. Da fast keine Touristen hier sind, sind die sowieso nicht so tollen Strände verdreckt, einige Geschäfte geschlossen, alles ist im Verhältnis zum thailändischen Festland sehr teuer, sozusagen „Touristen-Nepp“. Sind wir zu anspruchsvoll, weil wir viele tolle Strände kennen, die ein normaler Tourist nicht von seinem Resort aus erreichen kann? Er kommt nicht hin-ohne Auto. Die Überfahrt mit der Fähre war am Schönsten von Ko Samui. Der Blick zurück auf das herrliche gebirgige Festland hat sich gelohnt. Nach zwei Tagen reicht uns Ko Samui-und tschüs.

Über Surat Thani und Chaiya mit dem sehr schönen Wat Phra Boromathat fahren wir nach Norden weiter. Laut Karte müsste es hier schöne Strände geben: In keiner europäischen Reisebroschüre erwähnt, kein Flugplatz um die Ecke, das lässt hoffen. Wir fahren die kleine Küstenstrasse entlang und sehen: endlose Sandstrände, einheimische Fischer, ab und zu ein paar sehr edle aber auch so richtig einfache thailändische Resorts direkt am Strand. Kleine Siedlungen liegen am Weg.

Wir übernachten in einem Resort, parken am Strand, sind die einzigen Gäste- es ist uns aber nicht optimal genug. Schauen wir weiter. Und am Ende der Bucht von Ban Krud sehen wir dort, wo die kleine Strasse die Küste verlässt, Ulla und Kari mit ihrem Auto stehen. Sie sind gerade angekommen. Welch ein Zufall. Der Platz in der kleinen Anlage direkt am Wasser ist sehr schön, alles ist bepflanzt mit herrlichsten Orchideen, ein Hobby vom Hausherren. Der Blick aus dem Auto auf das Meer-so muss es sein!

Von der Familie bekommen wir das sehr gute Essen ans Auto gebracht, und sind dankbar für die vielen schönen Erlebnisse:
Zusammen mit Oma auf ihrer Seitenwagenmaschine fahren wir mit auf den Markt, nehmen Teil an einer religiösen Zeremonie mit den Mönchen, ein Betriebsfest von Thailändern aus Bangkok steht an und wir sind mit eingeladen. Natürlich wandern wir durchs Dorf, auch ins nahe gelegene Fischerdorf, wir fahren zu den großen Königstempeln empor und geniessen den Ausblick auf „unseren“ Strand. Uns geht es hier richtig gut.

Aber nach gut 10 Tagen verlassen wir unseren schönen Platz, sagen zu Ulla und Kari „bis bald mal wieder“ und verabschieden uns herzlich, natürlich auch von der ganz lieben Familie, die das kleine Resort thailändisch freundlich und gemütlich führt. Hoffentlich bleiben sie sich selbst treu.

Über Hua Hin, wo wir in einem Kloster an der Hauptstrasse über Nacht unterkommen, uns den alten königlichen Bahnhof anschauen und gleich wieder fluchtartig weiter fahren, geht es gen Norden. Zwischendurch giesst es, es ist heiß, es ist feucht. Wir haben Klimaanlage im Auto und mögen schon gar nicht mehr aussteigen. Aber man gewöhnt sich! Muss man ja.

Es geht nun zu den schwimmenden Märkten von Damnoen Saduak. „Da müsst Ihr unbedingt hin!“ hiess es schon zu Hause. Wenn das schon jeder sagt, wird es sicher furchtbar touristisch! Nach bisschen schauen finden wir einen nicht zu großen Anbieter für eine Bootsfahrt. Wir können gleich bei der Familie unter der großen Remise im Schatten nach dem Motto: „Wir fahren nur, wenn es nicht regnet“! Übernachten. Es sind sehr freundliche Leute, die uns noch Obst schenken als Trost für das schlechte Wetter am Abend.- Wir haben strahlendes Wetter am nächsten Tag, ziehen ganz früh bei Eröffnung des Marktes los und sind dadurch schon fast mit der Tour durch die Kanäle mit den schwimmenden Marktständen fertig, als die Touristen kommen. Aber wehe man kann erst später los fahren, dann gibt es ein riesiges Gedrängel zwischen den Booten. Die Fahrt, wir sitzen ganz allein im Boot mit unserem lustigen Führer, macht viel Freude und Spass, denn er fährt uns auch durch Kanäle, in denen kein Markt ist, wo die Leute wohnen, am Wasser ihre Geisterhäuschen aufgestellt haben, wo die Bootsstände der einheimischen sind.

In der Gegend gibt es noch weitere so genannte schwimmende Märkte, z.B. den von Ladplee, der uns sehr gut gefallen hat obwohl er sehr klein ist. Es ist sowieso wunderschön an den Kanälen, sofern möglich, entlang zu wandern. So bekommt man viel mehr vom Leben in diesen Ortschaften mit.

Wir wollen weg vom Meer, ins Landesinnere, hoch zur Grenze nach Myanmar, zum Drei Pagoden Pass. In einem Führer haben wir gelesen, dass er über 1000m hoch sein soll, das hiesse ja für uns niedrigere Temperaturen! Aber dort angekommen müssen wir akzeptieren: Gewitterregen, 282m hoch, weiter sehr heiß, nichts los. Man kann wilde Orchideen, Holzsachen, Zigaretten, Schnaps, Schmuck, Lederzeug aus Myanmar kaufen. Die drei Pagoden sind sehr klein!

Auf dem Rückweg bzw. Weiterweg nach Bangkok bleiben wir noch ein paar Tage in Kanchanaburi. Natürlich, wenn man schon in der Gegend ist, dann schaut man sich auch noch die wiederaufgebaute Brücke am Kwai an, inzwischen eine Touristenattraktion. Das ist die Eisenbahnbrücke über den River Khwae Yai. „River Kwai“ ist eine Verballhornung des originalen Namens. Zu damaliger Zeit, im zweiten Weltkrieg, hat der von den Japanern erzwungene Bau der gesamten Trasse durch den Urwald, die unter erbärmlichsten Umständen geschlagen werden musste, an die 120.000 Tote gefordert. Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter. Kein Wunder, bei diesem Klima und den damaligen Umständen, die für den Normalbürger schon katastrophal waren. Die Bahn wird auch Todesbahn genannt. Wir gehen in ein ganz kleines Resort, mieten für 3 Tage ein Bambushaus auf einem Floss am Ufer des Khwae Yai und geniessen die Ruhe am Fluss. Als es am Wochenende sehr(!) laut wird, ziehen wir weiter.

Auf nach Bangkok!
Wir finden ein kleines Guesthouse mit viel Atmosphäre, einem tollen Blick auf den Fluss Chao-Phraya. Aber es darf nicht regnen, zwei Fenster sind kaputt. Aber ersteinmal haben wir einen relativ sicheren Platz für unser Auto. Dann klappern wir die Gegend ab nach einer besseren Unterkunft. Zusammen mit Ulla und Kari, die auch inzwischen hier eingetroffen sind, werden wir nach zwei Nächten fündig. Wir haben ein Stammquartier gefunden mit abgeschlossenem Parkplatz. Insgesamt werden wir 16 Tage+Abende hier in dieser Wahnsinnsstadt verbringen: Wats, Paläste, Märkte, Theateraufführung, Shopping, Bootsfahrten und von der Dachterrasse ein toller Blick über das nächtliche Bangkok. Was soll man berichten? Womit soll man anfangen? Womit aufhören? Es gibt ja noch so unendlich mehr in dieser Stadt als nur die bekannten Sehenswürdigkeiten!

Das sieht man nicht, das erlebt man. Wenn man Zeit hat zum Bummeln, Schauen, Essen gehen in den hervorragenden kleinen Garküchen um die Ecke, beim unterwegs „Naschen“ an den Strassenständen, die abends alle öffnen, beim Sitzen in einem Park oder an den Haltestellen der Boote, beim Friseur. Natürlich muss man auch mit dem offiziellen Boot vom Golden Mount ins Stadtzentrum fahren, an den Kanälen entlang laufen wo die Einheimischen wohnen. Und schauen, wie sie wohnen. Man muss auf den Baiyoke-Tower, der einem verspricht, mit BMW im 7.Himmel zu schweben. Es ist das beste Hochhaus, um den Überblick über Bangkok zu bekommen. Für das Eintrittsgeld bekommt man einen halben Liter Bier gratis in angenehmem Klima! Man muss zu den kleinen Tempelchen, Schreinen und Buddhas in den Stadtbezirken. 16 Tage, das ist nicht viel, wenn man Bangkok nur ein wenig kennen lernen will. Wir nehmen nach dieser herrlichen Zeit endlich Abschied von dieser Stadt. Das ist nicht weiter schlimm, wir kommen ja wieder.

Ayuttaya liegt 70 km nördlich von Bangkok und ist damit schon bald ein Vorort. Es war seit dem 14. Jahrhundert für 400 Jahre die Hauptstadt des siamesischen Königreiches, wurde dann aber leider von Truppen aus Burma zerstört. Die neue Hauptstadt wurde am Chao-Phraya nahe seiner Mündung in das Meer gegründet und wird heute Bangkok genannt. In Ayuttaya wollen wir uns für ein paar Tage in das Weltkulturerbe vertiefen, den Historischen Park: Bei Nacht, wenn alle Tempel wunderbar beleuchtet sind und bei Tag, wenn man die verschiedenen Ruinen der Tempelbezirke und Paläste besichtigen kann. Wir stehen in dem großen Garten unseres Guesthouses im Schatten. Zwei reizende ältere Damen mit Hilfe eines jungen Mädchens leiten das nette Haus. Allerdings ist die Stadt zwischen Flüsse, Kanäle und Seen gebaut-wunderschön mit tausend Lotusblüten besetzt, der jetzt blüht. Die Kehrseite: noch mehr Blutsauger! Die Fahrten ins historische Zentrum, die Umgebung und auf den Markt erledigen wir mit dem TukTuk. Einmal laufen, in brütender Hitze, das hat uns gereicht. Der sogenannte Historische Park ist ausserordentlich beeindruckend. Beschreiben kann man ihn nicht, man muss hinfahren, schauen und erleben. Wir haben natürlich nicht alles gesehen, dafür waren wir in manchen Tempeln einen halben Tag unterwegs.
Das Museum hatte an dem Tag, als wir dort waren zu. Am nächsten Tag waren wir zu faul. Hinter jeder Ecke gab es Neues zu entdecken bis die Füsse schmerzten, die Temperaturen uns langsam weich kochten und der Durst quälte.

Von Ayutthaya aus fahren wir in den Norden. Wie schon bemerkt, haben wir einen Termin in Chiang Mai, in Nordthailand. Fahren wir also über Vientiane nach Nordlaos und in einem großen Bogen gen Westen nach Nordthailand.

Darüber berichten wir im nächsten Teil, im Teil c – Nordlaos.