Teil 2: Mexiko 1

vom 15.10.2015 bis 05.01.2015

mexico

Ja, in unserem letzten Bericht habe ich geschrieben:
„Und zum Jahreswechsel wünschen wir allen einen funkelnden Sternenhimmel, den keine Leuchtrakete ersetzen kann!“

Das ist richtig. Inzwischen gab es schon viele Tage mit herrlichem Sternenhimmel und viele, viele Raketen und Böller. Warum?
Fangen wir noch ‚mal von vorne an, der Vollständigkeit halber!

Am 15.Oktober landen wir mit dem Flugzeug in Veracruz. Unser Zimmer hatten wir schon längst gebucht, eine Woche Urlaub steht an bis das Auto kommen soll und der Stress mit dem Zoll beginnen kann.
Urlaub in Veracruz ist schön. Die ersten Tage ist es bisschen heiß, wir finden uns aber schnell in die neuen Umstände hinein und geniessen das Leben: Gemütlich spazieren am Malécon, der Uferstrasse am Hafen, einfahrende große Pötte angucken, am Zoccalo „Kulturveranstaltungen“ beobachten und zuhören, Volkstanzgruppen aus Veracruz und Umgebung, die wunderschön in ihrer Tracht ausschauen, geniessen bei Livemusic. Ganzen Orchestern lauschen, zu deren Musik jeder kommen kann zum Tanzen, den Marimba-Musik-Combos aus den Cafés und Restaurants in den Kolonnaden und am Zoccalo lauschen.

Dann ist es soweit, „unser“ Schiff mit dem Auto trifft im Hafen ein. Einen Tag später haben wir schon die Bill of Landing, das ist das Frachteinreisepapier in der Hand.
Nichts ist wichtiger als das!

Nun, da es sich um eine Reederei handelt, die so ziemlich ausschliesslich für den VW-Konzern arbeitet, denken wir, dass es sicher i.O. geht, wenn sie uns sagen:“ Das Frachteinreisepapier geben wir gleich unserem Agenten, dann haben sie Ihr Auto in spätestens vier Tagen frei.“
Anfangs geht es dann auch ziemlich fix, Uwe darf nach dem Wochenende gleich zum Zoll, alles wird ausgeladen, kontrolliert und geprüft von Mensch und Hund, alles o.K.. „ Wenn die Papiere unterschrieben sind, wohl schon morgen, muss noch das ganze Procedere bezahlt werden und sie bekommen Ihr Auto.“ Gut, wir gehen schon mal vorsorglich zur Bank, geniessen abends noch die Ein-und Ausfahrt der Schiffe vom Malecon aus, schauen den eifrigen Tänzern am Zoccalo zu-uns gefällt es einfach in Veracruz.
Der Agent stellt ein paar komische Fragen, uns beschleicht eine gewisse Ahnung.
Vorsorglich wechseln wir das Hotel-von „sehr schön bis edel mit schlechtem Internet“ zu „halb so teuer, gemütlich, perfektem Internet und Zentrumslage“.

Haben wir es uns nicht schon gedacht? Und richtig, am nächsten Tag nimmt das Drama seinen Lauf: fadenscheinige Unterlagen will unser Agent, sitzt schwitzend vor uns wegen irgendwelcher Verzollungen des Fahrzeugs als WIR in Mexico per Flugzeug eingereist sind-es wird immer verrückter. Im Nachhinein braucht er dann eine Inventarliste für unser Auto, und,und, und. Zwischenzeitlich haben wir den Deutschen Honorarkonsul eingeschaltet, Frau Rempening, die ebenfalls ihren Sitz in Veracruz hat.
Sie bemüht einen ihr befreundeten Agenten zu unserem Agenten, um zu klären und dann uns zu erklären, wo das eigentliche Problem liegt. Es stellt sich heraus, dass das eigentliche Problem unser dämlicher Agent ist, der augenscheinlich noch nie ein Auto aus dem Zoll geholt und vielleicht sogar noch nie richtig mit dem Zoll zusammengearbeitet hat. Quasi ist er eine Niete. Das sind die Folgen einer „Spezlwirtschaft“.
Dann nimmt Frau Konsulin die ganze Abwicklung selbst in die Hand, ihr reicht es, und endlich nach 4 Tagen ihrer Bemühungen, seit Ankunft unseres Schiffes waren ja schon insgesamt 3 Wochen vergangen, bekommen wir unser Auto. Ohne Zusatzkosten für die Standgebühren im Hafen. Vielleicht musste die der Agent sogar selbst tragen, gerecht wäre es gewesen. Für den Hafen kostet der Tag ca 70.-€, die ersten fünf Tage sind kostenlos! Er hätte ganz schön blechen müssen!
Eines nachmittags, in einer Art „Nacht-und Nebel-Aktion“ fuhr ein uns unbekannter Herr mit unserem Agenten am Steuer zu uns ins Hotel und dann mit uns in eine nur Eingeweihten bekannte Hafengegend ziemlich ausserhalb der Stadt. Dort sehen wir auf ein Mal unser Auto stehen. Es stand von einem Zoll-Menschen gut bewacht am Strassenrand in einer Gegend, wo wir ganz sicher niemals übernachtet hätten! Sofort erhielten wir dort unser Auto mit Schlüsseln und Originalpapieren überreicht. Wir zahlten umgerechnet rund 160.-€, die übliche Hafengebühr, und der Agent war nach einer tiefen Verbeugung weg. Fluchtartig.Wir waren frei! Und in unserem, wie sagt man in ganz Mittel-und Südamerika, Camionetta, wieder unterwegs.
Der großartigen Frau Honorarkonsulin können wir gar nicht genug danken wie selbstlos und überaus herzlich sie uns voller Tatendrang da „’rausgeboxt“ hat.

Jetzt wartet Arbeit auf uns, nämlich das Auto um und wieder einräumen.
Nachdem wir uns noch mit Jutta und Lothar beim Strand von El Farallon nördlich von Veracruz zum Ratschen und Übernachten getroffen haben, fahren wir ohne Besichtigungen gleich am nächsten Tag weiter nach San Miguel del Allende zu Weber’s. Jutta und Lothar haben wir das letzte Mal 2008 in Buenos Aires gesehen, standen zusammen beim Deutschen Sportverein in Bursaco.

Der Platz von San Miguel ist ein schöner Platz, liebe bekannte Reisende, Barbara&Uli, auch das letzte Mal 2007 in Brasilien gesehen, sind dort, ein Plausch ist immer ‚drin und man kann sich in Ruhe ausbreiten und kramen. Wir gewöhnen uns ein, kaufen ein, besorgen Gas, lassen unsere Wäsche waschen und nach einer Woche kann es richtig los gehen. Alles hat wieder seine Ordnung.
Wir reisen wieder!

Zu erst aber fahren wir mit dem Reisebus zu unserer mexikanischen Freundin Gela nach Mexico City. Aber leider, leider ist ihre über 90 Jahre alte Mutter sehr schwer erkrankt, sodass man an das Schlimmste denken muss. Die Familie bringt sie ins Krankenhaus. Wir bleiben nur 3 Tage, dann fahren wir zurück nach San Miguel. Verständlicherweise hat keiner mehr für uns Zeit nachdem die Mutter wieder zurück nach Hause konnte und wir wollen ja auch nicht stören und im Weg umgehen.
Also buchen wir um, nehmen den super 1.Klasse-Bus zurück nach San Miguel.

Wir schauen uns noch das kleine, wunderschöne Santuario de Atotonilco in der Umgebung von San Miguel an und fahren dann weiter in das schöne Guanajuato mit den vielen bunten Häuser, der raffinierten unterirdischen Strassenführung, der schönen gemütlichen Altstadt, wo der Zoccalo und viele kleine Essenstände zum Kosten einladen. Wo es auch wesentlich weniger Touristen hat als in San Miguel!

Endlich brauchen wir mal wieder etwas Natur, so geht es zum NP Sierra de Organos nahe Durango. Hier kann man wunderschön wandern, gegebenenfalls auch klettern, hunderte von Geiern beobachten und wir sind ganz allein-es ist absolut keine Saison! Wer mit seinem Wasser etwas knapp ist, bekommt am Parkeingang welches zum Trinken, weiter hinten gibt es keines mehr.

Unser momentan eigentliches Ziel ist die Baja California, wo wir uns mit anderen Reisefreunden bis Weihnachten verabredet haben.

D.h. unser Weg führt nun hinab ans Meer, am Naturpark El Tucan mit seinen Wapitihirschen vorbei, wo wir bei richtigem Frost übernachten. Das sind wir gar nicht mehr gewöhnt und so holen wir für die Nacht unsere dicken Schlafsäcke vor! Wir haben sie auch gebraucht.
Auf der tollen Bundesstrasse, durch schöne Landschaft, kleine Dörfer, mit überwältigenden Ausblicken (wenn man von oben kommt!) kommen wir endlich an die Pazifik-Küste. Es ist sehr interessant, so viele Klimazonen zu durchfahren: Heidelandschaft, Kiefernwälder, es wird wärmer, der Wendekreis des Krebses wird angezeigt. Die Vegetation wird bunter, die Leute wohnen in einfachen Holzhäusern, liegen in Hängematten, sind luftig angezogen, die ersten Bananenstauden sind zu sehen und schon ist man in der Hitze am Meer.
Wir gehen zum in Auflösung begriffenen Celestino-Camping. In wunderbarer Lage sitzen wir ein paar Meter über dem Meer und geniessen mit einem Sundowner diese wunderschöne Sonnenuntergangs-Stimmung. Natürlich bleiben wir ein paar Tage. Nur ein kanadischer Camper kommt für eine Nacht, sonst sind wir allein.
Dann fahren wir zum südl. Culiacan gelegenen Feriengelände Jardines la Rinconada. Bis auf ein paar Hochzeiter, die zum Fotografieren hier sind, sind wir wieder die einzigen Touristen. Wir sitzen an der Lagune, beobachten die Vögel, und unverhoffter weise erscheint ein „Urwelttier“, ein braungestreifter Leguan von ziemlicher Größe, mit unheimlich interessantem Kopf. Wie ein kleiner Drache schaut er aus. Er schaut uns lange an, überlegt, was wir wohl für welche sind und ohne Hast geht er von einem kleinen Steg ins Wasser und ward von uns nicht mehr gesehen.

Dann fahren wir nach Topolobambo und nehmen die Fähre nach La Paz auf der Baja California.
Es sollte heute die TMC-Ferry gehen, wo man im Auto bleiben und auch schlafen kann. Wir kommen hin, viele LkW-Fahrer sind da, alles palavert-die TMC fährt heute nicht. Wir wollen nicht warten, die Lkw’s können nicht warten, also fahren wir alle mit Baja Ferries.
Pullmansitz ist obligatorisch oder man nimmt eine teure Kabine. Die Nacht überstehen wir und kommen dann nach La Paz. Uwe fährt mit dem Auto runter, ich muss laufen, durch Zoll und Imigration-sind wir schon in den USA?
Diese Frage hört der Mexicaner gar nicht gerne, ich stelle sie jedem Offiziellen, grad mit Fleiss!
Alle sind total verrückt. Ich bekomme fast noch Schwierigkeiten, weil ich kein Gepäck habe, ist ja im Auto! Uwe kommt gerade angefahren. Mit leichtem Druck, ohne wirkliche Erlaubnis steige ich in unser Auto ein, und es geht weiter: Auto-Kontrolle Zoll, dann Polizei, dann Militär. Alle kontrollieren das Gleiche. Mir platzt der Kragen-Kontrolle nur noch ohne Schuhe! Wenn der Vorgesetzte von dem armen Soldaten nicht gesagte hätte „o.K.“, dann hätte er alle seine Schuhbandln aufgeknippern müssen. So durfte er „sein Gesicht wahren“. Nach so viel Drangsaliererei, ich muss gestehen, hätte ich mich gefreut einen Soldaten auf Socken, wahrscheinlich mit Löchern, im Dreck stehen zu sehen.

Endlich haben wir es geschafft! Wir können wieder fahren!
Nun brauchen wir Luft und Natur und es geht zum Strand von Tecolote. In ziemlicher Entfernung am Ende vom Strand stehen Kanadier, sonst niemand. Und hier soll es immer so voll sein? Kaum zu glauben! Wir bleiben zwei Tage, allein auf weissem Sand mit Blick auf das blaue Wasser.
Dann drehen wir die übliche Runde in den Süden von der Baja. Erst zur Bahia de la Ventana bei El Sargento, dem Surferparadies, weiter nach Los Barilles, auch hier ist praktisch kein Tourist zu sehen-wo sind denn die alle? Liegt es an der Zeit? Wir haben den 7. Dezember! Vielleicht.
Dann geht es auf der wunderbaren Piste mit herrlichen Ausblicken weiter bis kurz vor die kleine Siedlung Cabo Pulmo. Von den ehemaligen Palapas und Sonnenschirmen sieht man nur noch Reste, der Sturm vom September muss auch hier furchtbar gewütet haben. Ein paar Schafe, ein paar Pferde und nicht weit von uns ein bewohnter kleiner Bus. Die Steinhäuser der Siedlung stehen alle noch halbwegs. Es ist so stürmisch, dass wir gar nicht draussen sitzen können. Eigentlich wollten wir bleiben, fahren aber bei dem Wind dann doch am nächsten Morgen weiter.
Wir kommen an San José del Cabo vorbei mit den vielen Sommerhäusern der Reichen aus USA und Mexico und bald nach Cabo San Lucas.
Man glaubt, in einer amerikanischen Kolonie zu sein: die Strassen, die Supermärkte, die Banken, die Reklame-das ist nicht „unser“ Mexico. Wir gehen in einen Supermarkt einkaufen, zu einem der zahlreichen ATM’s und fahren weiter.
Gleich hoch nach La Paz und zum Camping Maranatha. Duschen, Waschmaschine, mit Deutsch/Kanadiern ratschen, einkaufen und schon sind wieder ein paar Tage um.

Schön langsam müssen wir weiter, an der Playa Cocos warten schon Anni und Wolfgang auf uns und haben uns eine Palapa reserviert.
Nach einer Übernachtung noch in El Juncalito fahren wir einen kleinen kurzen aber wunderschönen Abstecher nach San Franziskus de Javier. Man folgt einem engen Tal mit vielen Kakteen, einem kleinen Bachlauf bis man in der Einsamkeit vor der Kirche steht. Ganz wenige Leute wohnen hier, fast niemand ist anzutreffen. Es ist alles sehr gepflegt, wird renoviert, die Strasse ist inzwischen komplett asphaltiert. Man möchte doch, dass die Touristen kommen und Geld bringen. Auf dem Rückweg hat man wunderschöne Ausblicke in die Ebene.

Dann sind wir da und begrüßen Anni und Wolfgang mit viel Hallo. Ein/zwei Mal hatten wir uns kurz auf dem Pritz-Treffen für Globetrotter getroffen, das letzte Mal sahen wir uns 2007 beim Oktoberfest in Blumenau/Brasilien.

Es beginnt eine schöne Zeit, an einem wunderschönen Strand nahe dem kleinen Ort Mulege, das wir mindestens einmal pro Woche abwechselnd ansteuern zum Wäsche waschen, Einkaufen und für den Gang ins Internet.
Unter der Woche bekommen wir Fisch, Obst, Gemüse, Süßigkeiten an das Auto geliefert. Ein perfekter Service, den wir sehr geniessen. Und das Nichts-Tun! Um 16°° ist bei Anni und Wolfgang „Happy Hour“, da gesellen wir uns doch mit einem Bierchen oder einem Glas’l Wein gern dazu.
Wir gehen mit Anni’s Wanderfreund Franz in lustiger Gruppe wandern, spazieren auf die uns umgebenden Hügel-wir haben nie Langeweile. Und wenn wir die Delphine draussen springen sehen oder die Vögel beim Fische fangen beobachten wie die Fischreiher, Pelikane oder den Fischadler, der jeden Morgen auf seinem Felsen sitzt.
Bald, wissen wir von Wolfgang, kommen die Schweizer Ruth&Peter, die wir das letzte Mal in La Paz, Bolivien 2007 getroffen hatten. Dann dauert es nicht lange und Maria&Hans-Jörg aus der Schweiz stossen zu uns und die Tandem-Fahrer Robert&Sabrina. Uwe kümmert sich um einen freien Platz neben uns-viele Touristen kommen, die Weihnachtsfeiertage nahen. Die leicht angeschlagenen Robert&Sabrina stellen ihr Zelt in unsere Palapa, so haben sie Schutz vor Sonne und Wind und werden von allen verwöhnt und wieder aufgepäppelt. Sie haben es verdient. Sabrina leidet schwer unter ihrem Weisheitszahn und an Magenproblemen, die auch ein Zeichen von Überforderung zu sein scheinen. Franz, Annis Wanderfreund bringt sie zusammen mit Peter, dem ein Zahn abgebrochen ist zum Zahnarzt. Ruth backt bei jeder Gelegenheit ihr Brot am Lagerfeuer, Uwe geht wie die anderen Männer Holz suchen, Robert baut „Möbel“: einen Tisch, eine Bank und ist immer am Werkeln oder sich bewegen. Wir Frauen kochen, schreiben Tagebuch, kümmern uns um die „Administration“. Spielen zusammen mit den Kanadiern Boule.

Dann ist Weihnachten, das natürlich gebührend gefeiert wird.
Die Kanadier/Amerikaner am anderen Ende der Bucht sorgen für eine weihnachtliche Illumination. Na, ja, bei ihnen läuft ja auch ständig der Generator. Und ihr Lichterwerk schaut absolut super aus!
Zur Weihnachtsfeier spendieren wir einen großen selbstgebackenen Dresdner 1kg-Stollen, Wolfgang spendiert Glühwein. Für die Weihnachtstafel haben wir Frauen gekocht und Salate gezaubert. Ein improvisierter Weihnachtsbaum aus Holz mit Glimmerranken, die auch Annis Palapa schmücken, Annis Tischdecke, die sie dann doch noch, Gott sei Dank, gefunden hatte, unsere Tischdekoration und ein großes Weihnachtsfeuer machen alles perfekt.
Der Höhepunkt des Tages ist natürlich das Geschenke verteilen. Wie bei den Kindern. Aber auf Anregung von Robert machen wir das nicht so einfach! Wir machen „Schrottwichteln“!
Es beginnt damit, wie beim Julklapp, dass jeder einen Zettel mit einem Namen von uns bei Robert und Sabrina ziehen muss. Demjenigen, den er gezogen hat, dem muss er dann ein passendes, möglichst aber unpassendes Geschenk, das auch noch unnütz ist, anonym verpacken. Nach dem Motto, „bloss weg damit“. Die Päckchen mit dem Namen des zu Beschenkenden kommen in einen Sack, den Wolfgang auftreibt. Dann kommt alles unter unseren Weihnachtsbaum á la Baja.
Nach dem Essen werden die Geschenke unter großem Hallo verteilt. Ganz zum Schluss bekommt Wolfgang sein Geschenk und als großartiger Schauspieler lebt er es aus zur Gaudi aller, wir lachen Tränen, Sein Geschenk ist ein Damenslip und ein frivoles Damenkettchen! Wer hat denn das wohl geschenkt?
Nachdem das schöne Lagerfeuer herunter gebrannt ist, gehen wir alle glücklich zu Bett.

Wir müssen ausgeschlafen sein denn das nächste Fest naht bald: Silvester!
Und es nahen noch mehr Radl-Fahrer: ein Innsbrucker Paar und ihr Freund, der bei einer Wetterstation in Grönland tätig ist, jetzt aber hier als Backpacker eintrudelt. Die neuen Radl-Fahrer können bald die Palapa neben Robert und Sabrina beziehen. Sie sind recht lustig, nette Leute und immer gut drauf. Es macht Spass mit ihnen als Nachbarn.
Hans-Jörg und Maria fahren weiter, Jutta und Lothar kommen.
Unser aller Timing ist perfekt dank Mails.
Robert und ich schauen schon lange und bei jeder Gelegenheit nach Feuerwerk und Krachern! Das sind wir so von Jugend auf gewöhnt: da wo er herkommt und wir aus Berlin brauchen das einfach. Jahreswechsel ohne Kracher geht ja nun wirklich nicht! Und wenn’s nur ein Knallfrosch wäre.

Wir werden fündig und somit ist Silvester schon mal gerettet.
Um 16°° stoßen wir an:“ Prost Neujahr nach Hause!“
In diesen Gegenden, das ist das Schöne, kann man zweimal feiern! Uwe und ich essen zu Hause, wir haben noch Fisch. Nach dem Abendessen gesellen wir uns zu den anderen zum großen Lagerfeuer. Es ist noch lange Zeit bis zum Jahreswechsel. Aber auf ein Mal sind die Innsbrucker erst sehr ruhig, bisschen schief im Sessel und dann verschwunden. Das ist wie beim Berggehen: man muss sich alles gut einteilen, dann hält man auch durch.
Natürlich um Mitternacht stossen wir alle an, Robert und ich brennen unser Feuerwerk ab. Wie gesagt seit frühester Jugend geübt, klappt alles wie am Schnürchen.
Annis Tütenlichter bringen am Boden eine schöne Atmosphäre und unser aller Wunderkerzen versuchen gegen die Sterne zu funkeln.
Und „Zack“ stehen wir im neuen Jahr 2015! Toll!
Wolfgang schmeisst seinen Laptop an und was sehen wir alle?
„ Dinner for One“ – „The same procedure as every year!“
Wir sind sicher, dass es nächstes Jahr nicht so sein wird. Aber dieses Jahr war es super!

Am Neujahrstag schlafen wir lange aus, um 11° gibt es bei Anni und Wolfgang per Laptop das traditionelle Neujahrskonzert aus Wien. Sie sind halt echte Österreicher!
Uns war es schon in der Jugend ein Greuel, wenn unsere Eltern ganz begeistert im Sessel sassen und andächtig zugehört bzw. auch geschaut hatten. Nein, wir kommen erst wieder wenn das alles vorbei ist-auch der Neujahrswalzer.
Abgesehen davon, dass Uwe sowieso nicht, ganz und gar nicht, tanzen kann.

Die ersten aus der Truppe werden ungeduldig und fahren in den nächsten Tagen weiter. Zuerst die Innsbrucker Radlfahrer, dann Ruth und Peter und dann geht es „Schlag auf Schlag“ weiter.
Am 05. Januar ziehen auch wir los. Anni und Wolfgang bleiben und wie wir wissen, nicht allzu lange, alleine. Es kommen die nächsten Reisenden.
Wir verstreuen uns in alle Himmelrichtungen.

Und wo wir hinziehen, das erfahrt Ihr dann im nächsten Bericht!
Bis bald also!