Teil 3: Ecuador – Teil I

von Ibarra bis Manta
vom 16.01.2016 bis 11.04.2016

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Weil ja nun alle Leute in den Shopping Centern und in der Wallfahrtskirche sind, ist es an der Grenze von Runichaca nach Ecuador fast leer. Es sind mehr Collectivos und Fussgänger an den Omnibushaltestellen zu sehen, als Reisend an den Schaltern von Aduana und Migracion.
Ziemlich schnell ist die Ausreise erledigt, dann geht es zur ecuadorianischen Seite. Wir hören, dass wir weder eine Krankenversicherung brauchen, die „einfacheren“ Dinge, wie Beinbruch, Kreislauf, Höhenkrankheit usw. sind drin, bei Schwierigem, wie Operationen wird man heim geschickt, im Notfall nach Quito oder Guayaquil geflogen. Eine Autoversicherung brauchen Touristen auch nicht, man ist automatisch Kasko versichert. Das hört sich ja schon mal gut an.
Und schnell sind wir auch durch, ohne Kontrollen. Wir bekommen 90 Tage, verlängern für ca. 290.- USD ist möglich. Machen wir natürlich nicht.
Das kolumbianische Geld wird gleich bei den Geldwechslern an der Grenze getauscht in Dollar und Geld ziehen am ATM ist auch kein Problem. Ja, hier gibt es Dollar! Seit dem Jahr 2000. Das ist für uns eine gute Gelegenheit, unsere Dollarreserven wieder etwas aufzustocken, allerdings ist es naturgemäß nicht unbedingt billig hier in diesem Land.

Wir fahren über Tulcan mit Ziel, natürlich, Finca Sommerwind von Patricia und Hans.
In Tulcan machen wir einen Stopp, um den Friedhof zu besichtigen. Das Interessante sind die beschnittenen Koniferen! Etwas für Hobbygärtner! Die Gewächse sind zu Figuren beschnitten á la Botero, weiter gibt es u.a. Schildkröten, geometrische Formen, als Oberbegriff sagt man in Tulcan dazu „Skulpturen in Grün“. Sie sind sehr schön anzuschauen, reine Kunstwerke, die es seit ca. 1960 gibt und die ständig gepflegt werden müssen.
Bald danach sind wir in der Finca Sommerwind angekommen. Patricia und Hans betreuen jeden Reisenden wie ihr eigenes Kind: nehmen uns mit in die Stadt, zurück geht’s allein dann per Taxi. Zeigen uns die richtigen Geschäfte und Handwerker. Eine Polsterei für neue Bezüge z.B. von Gartenstühlen, Kfz.-Werkstätten usw. Jeder Reisende hat so seine Wünsche und wenn es der Zahnarzt ist. Patricia und Hans wissen alles und helfen immer. Ausserdem gibt es bei ihnen sehr gutes selbst gebackenes Brot, Kuchen und sie haben auch am Wochenende Restaurantbetrieb. Abends sitzen wir alle dick angezogen zusammen am Lagerfeuer, es ist doch ungewohnter Weise sehr frisch.
Ibarra ist ein hübsches kleines Städtchen, absolut untouristisch, und das gefällt uns besonders. Eine Stadt, in der man Nützliches bekommt, keinen Touristenkram.
Dann treffen Claudia und Martin ein, die wir von Mexico her kennen. Wir beschliessen, zusammen ins Tiefland zum NP Cuyabeno und von dort mit einem Boot zu den Lagunas zu fahren.
Also los:
Von Ibarra geht es nach San Gabriel und dann von Julio Andrade die Piste so ziemlich an der Grenze nach Kolumbien entlang über Santa Barbara, Las Ollas bis La Bonita. Eine schöne gebirgige Waldstrecke, mit kleinen Ansiedlungen, Land-und Viehwirtschaft, Fischzucht. Es ist kalt, es hat viel Nebel, z.T Regen, bei Kleinbauern übernachten wir. Hier steht ein Denkmal für die Toten eines Flugzeugabsturzes.
Es ist nicht so lange her, da konnte man hier nicht übernachten. Nachts sind Rauschgiftschmuggler, Guerillas und sonstige zwielichtige Gestalten von der gegenüberliegenden Seite des Tales, von der Grenze zu Kolumbien, vorbei gezogen.
Deshalb waren wir ja auch auf unserer ersten Südamerikareise von 2006-2008 gar nicht erst soweit im Norden. Ecuador hatte sehr unruhige Zeiten. Kolumbien konnte nicht bereist werden-der Drogenhandel hat die Länder geknechtet. Und wo gingen/gehen die Drogen hin? In die USA, ein Land, das am Meisten gegen den Drogenhandel wettert.

Und jetzt fahren wir an dieser Grenze entlang und treffen sehr, sehr nette und fröhliche Menschen.
Nach La Bonita ca. geht die Asphaltstrasse los und führt uns ins Tiefland, wo wir wieder schwitzen können. Über Lago Agrio und Tarapoa kommen wir nach Cuyabeno, zum kostenlosen Eingang in den NP gleichen Namens. Freundlicherweise können wir gleich dort übernachten. Aber, oh weh!
Im Einzugsbereich des Amazonas, es ist sogar noch Regenzeit, herrscht Wassermangel. Der kleine Fluss und die Lagune sind ausgetrocknet. Die Leute hier können uns nicht mit ihren Lanchas, den flachen Booten, fahren!
Hier zeigt sich total krass, wir werden es später noch in Peru und Brasilien erleben, welche Folgen der Klimawandel hat, allein von den Menschen und ihrer Geldgier verschuldet.
Also sind wir erstmal alle total enttäuscht und irgendwie auch fassungslos.
Amazonastiefland ohne Wasser-unvorstellbar.
Wir fahren weiter, von alten Bäumen oder gar Urwald keine Spur, bis Pompeya. Hier sollte eigentlich eine LkW-Fähre über den Rio Napo nach Coca gehen. Die Vorrichtungen sind vorhanden, aber der Fluss liegt an die 10m unterhalb der Laderampen-auch Niedrigwasser.
Also geht es über eine Brücke, dann paar Kilometer Piste durch Agrarland und Gestrüpp, dann wieder Asphalt und bei Coca wieder über ein Brücke. Wir übernachten in Coca am Rande der Stadt vor dem Haus einer Deutschen, die vor Zeiten einen Ecuadorianer, Fischer, Bauer usw, geheiratet hat und mit ihm und ihren zwei Kindern dort lebt. Wir sind irgendwie froh, dass wir am nächsten Morgen weiter fahren können.

Und 1979, bei unserer ersten Ecuadorreise, gab es Grenzkonflikte mit Peru und Kolumbien, die östliche Seite im Tiefland war „ein heisses Pflaster“. Der Raubbau am Amazonas-Urwald begann gerade, die ersten größeren Ölbohrungen fanden um Coca herum statt.
Coca, das jetzt offiziell Francisco de Orellana heisst. Benannt nach dem so genannten „Entdecker des Rio Amazonas“, einem spanischen Leutnant, der sich von Pizarro bei Coca trennte und dann den Rio Napo hinab bis zur Amazonasmündung kam, aber eher unfreiwillig.
Wir kennen Coca noch als kleines Städtchen mit einigen Holzhäusern um die sog. Plaza, ein Hostel, ein kleiner Kramer und eine Anlegestelle für Boote, die den Strand hochgezogen wurden. Es gab noch Urwald, es gab auch noch indigene Stämme, die im Urwald gelebt haben und nur für ihre Notwendigkeiten z.B. nach Coca kamen oder nach Tena. Sie lebten am Fluss, haben von ihren Einbäumen aus gefischt. Tribes, die aus Tradition ihre Haare mit roter Erd-Farbe dick verkleistert hatten, mit Lendenschurz bekleidet, waren ebenfalls noch zeitweise zu sehen. Nicht als Tourismusveranstaltung! In den Uferzonen sahen wir damals noch viele rote Aras in Sandhöhlen leben und ‚rum fliegen. Und Coca jetzt?
Hässliche Neubauten, laut, verrückter Verkehr, Souvenir-Verkäufer. Alle tragen die Einheitskleidung dieser Welt, ob in Thailand, Russland oder Coca: Jeans mit Hemdchen, je nach Temperatur und mehr oder weniger Stiletts oder Ipanemas. Die Stämme sind nicht mehr zu unterscheiden, sie kommen mit Auto oder Mofa in die Stadt. Wie hat sich das geändert! Die Wälder im Umland sind weg, man kommt an vielen Ölfördertürmen vorbei.
Obwohl es noch immer viele einheimische und weltweite Organisationen gibt, die für den Regenwald kämpfen, hier ist fast alles schon kaputt, und die Ölfirmen wollen natürlich auch die Nationalparks erobern, die Holzindustrie die letzen großen Edelhölzer ‚rausholen.
Die Indigenen, die Touristen und die Umweltschützer wollen den Regenwald, sagen wir, die letzten Reste, erhalten. Wer wird gewinnen? Wer hat bis jetzt immer gewonnen?

So, genug der subjektiven Infos!
Am nächsten Tag gleich fahren wir weiter, auf schöner Piste, die auf der südlichen Seite des Rio Napo bis Mishualli führt. Noch immer ein kleines Dorf, allerdings recht touristisch. Dafür gibt es aber auch gute Restaurants-Tourismus bringt schon auch Vorteile, so ist es ja nicht.
Wir sind damals von Misuahalli nach Coca mit dem Boot gefahren. Heute gibt es Asphaltstrassen, wozu also Boote? In dem Örtchen bleiben wir länger, finden einen schönen Platz in der netten Banana Lodge, die Chefin ist Russin. Wo es die Leute nicht alle hin verschlägt, auch hier: Rumreisen, Mann kennen lernen, bleiben, Familie gründen-der meist normale Weg. Anders natürlich, wenn zwei gemeinsam ihr Land auf Zeit oder für immer verlassen. Siehe z.B. Patricia und Hans in Ibarra.
Hier stürzen wir uns aufs Internet, Wäschewaschen, Duschen, Berichte schreiben, Bilder sortieren, alles Mögliche erledigen.
Dann trennen sich unsere Wege: Claudia und Martin gehen weiter gen Süden und wir gehen nach Quito und nochmals zurück nach Ibarra. Da wollen wir alles in Ordnung bringen, Otavalo nochmal anschauen (und Enttäuschungen erleben) und die diversen Lagunen besuchen. Anschliessend Quito ausgiebig besuchen.

Wir fahren von Tena hoch bis Baeza, sehen am Strassenrand ein Schild, dass es dort Petroglyphen zu sehen gibt. Na, über eine Baustelle, durch Gestrüpp, finden wir sogar ein paar Steine und manche Felseinritzungen sind auch noch sehr gut zu erkennen. Jedenfalls noch original und nicht nachgemalt. Interessant, vor allem deshalb, weil sie nicht für Touristen so schön hergerichtet sind. Also, wer sich als kleiner Entdecker fühlen möchte, sollte hinfahren und suchen und gleich auch merken, dass das alles gar nicht so lustig ist, das Entdecken.

Unser nächstes Ziel sind die Thermen von Papallacta, wo wir auch übernachten wollen.
Die Strasse ist sehr gut, wir kommen wieder in die Höhe, haben frische Luft und finden kurz vor dem Edelhotel Termas de Papallacta eine kleine, frisch renovierte und verschönerte Therme, die Termas Jemenco. Ganz allein stehen wir auf dem Parkplatz am Eingang und gehen dann für 4.-$ p.P. in die kühlen bis sehr heissen Becken. Wunderschön. Wir hören, dass vorwiegend Einheimische am Wochenende und in den Ferien kommen, Fremde eigentlich nie.

Morgen wollen wir weiter fahren nach Quito. Die Strecke führt über den 4064 m hohen Paso de Papallacta. Schon von den Thermen aus, auf dem ganzen Weg hinauf auf den Pass, thront, leuchtet und glitzert der 5748m hohe Vulcan Antisana! Seit schon „ewigen Zeiten“ sehen wir mal wieder einen so schönen Berg, sonst waren sie immer alle im dicken Nebel versteckt.
Wir übernachten kurz in Quito, bei Arie, einem Hollädner, am A… der Welt, dann fahren wir weiter nach Ibarra.
Über den Äquator geht es zu den Lagunas Mojanda, wir nehmen die Piste für die „Überschreitung“. Wie muss es hier bei klarem Wetter erst schön sein! Jetzt schauen wir, dass wir die Asphaltstrasse erreichen, die Wolken hängen tief, die Piste ist teilweise ziemlich schmierig, ab und an tröpfelt es. Die Stimmung hier oben ist, wie soll man das sagen, mystisch. Hört sich gut an, mehr ist es nicht.

Es ist ja nicht weit, also sind wir bald in Ibarra.
Hier treffen wir diesmal wieder auf Hermine aus Graz und etlichen anderen Reisen aus Deutschland und der Schweiz. Natürlich gibt es wieder Abende am Lagerfeuer, wo viel erzählt, gewitzelt und Informationen ausgetauscht werden. Die Geschichten von früheren Reisen kommen natürlich auch nicht zu kurz. Einige Reisende, die gerade erst nach ihrer Pensionierung mit dem Reisen angefangen haben, glaubten. Es wäre „Seemannsgarn“-nein, es war früher wirklich so!
Haushalt machen, Wäsche waschen, einkaufen, schreiben, wieder überlegen: Gehen wir nach Galapagos? Alle Tiere, die dort leben, ausgenommen die Riesenschildkröten haben wir in freier Natur gesehen. Wegen des Schnorchelns allein müssen wir nicht hin, Inseln im Meer haben wir auch schon genug gesehen-die Entscheidung fällt gegen Galapagos.
Wir heben das Geld auf für die Osterinseln in Chile. Die stehen schon lange auf dem Plan.

Zusammen mit Hermine fahren wir nach Otavalo auf den Sonntagsmarkt. Wir sind nicht mehr enttäuscht, diese Phase haben wir überwunden, denn wir wissen genau, was uns erwartet: Auf dem Markt gibt es nichts Vernünftiges, nur „Mist“. Z.B. die reinen Alpaca-Schals, Ponchos usw. aus 100% Alpaca, Made in China, manchmal auch Korea oder Taiwan. Teilweise sind die Etiketten ‚rausgeschnitten, anderen ist selbst das egal, denn sie verkaufen genug an Reisegruppen, die da gar nicht hinschauen. Das ganze Zentrum ist voll mit diesen Ständen, dazu noch Schmuck, den man genauso gut in Indien, Berlin, Frankreich, Zentralamerika, eigentlich überall auf der Welt auf den Märkten kaufen kann-mehr oder weniger auch Made in Asia.
In der Kirche an der Plaza wurde „dauergeheiratet“. Drei Bräute haben wir uns angeschaut, das hat gereicht.
Dennoch, ganz früh am Morgen gibt es einen Viehmarkt etwas ausserhalb der Stadt und der ist wirklich schön. Hier kaufen und verkaufen die Einheimischen, die mit Transportern vom Land anreisen, Rinder, Schweine, Pferde usw. dazu Stricke, Halfter, Hufeisen, Mausefallen, Handwerkszeug, also alles, was der „Landmann“ so braucht.
Bald, nach den üblichen Campingplatz-Arbeiten, ziehen wir weiter zur Laguna Cuicocha, die total überlaufen war von Touristen aus aller Welt. Die sind hier per Reisebussen angereist, haben die Souvenir-Stände abgeklappert, sind für sehr teures Geld Essen gegangen, haben ein paar Selfies mit oder ohne Partner oder Freundin gemacht, sind eingestiegen und der Bus hat alle abtransportiert.
So ging das-ein Alptraum des Reisens.
Auf dem Parkplatz über dem Kratersee übernachten durften wir auch nicht, keiner konnte uns sagen, warum-das hat uns alles nicht gefallen.
Wir fahren weiter über eine z.T. etwas heftige Kopfsteinpflaster-Piste, die aber landschaftlich sehr schön war, zum Krater Pululahua.
Im dicken Nebel und Nieselregen kommen wir an, dürfen dort übernachten und am nächsten Morgen war strahlend blauer Himmel. Es führt ein netter, steiler Wanderweg hinab. Ein Stück gehen wir, aber wir wollen, nachdem wir in Quito waren, nochmals hinfahren, denn unten ist ein Campingplatz. Das bietet sich doch zur Erholung von der Stadt an.

Also geht es, heute ist Sonntag, am neuen aber unpräzisen Äquatordenkmal mit lauter Touristenbussen davor vorbei zum Parque Carolina in Quito.
Mit Glück finden wir noch einen der letzten Parkplätze, den wir für 6 Tage, 2.-USD/Tag, behalten.
Als wir ankommen ist Sonntagsvergnügen angesagt! Der ganze große Park lebt, es geht zu wie auf einem Jahrmarkt.
Das Trimmdich-Gelände wird fleissig benutzt, der Hunde-Auslaufplatz ist voll, die selbst ernannten Fussballplätze sind total überlaufen, überall gibt es Naschsachen, Eis, Getränke, Dulces-hier verhungert niemand! Familien mit Kindern sitzen unter den Bäumen im Gras, spielen mit den Kindern oder untereinander Handball.
Ab 6 Uhr früh sind die Toiletten, nicht weit von uns, geöffnet. Wasser gibt es bei der Polizei schräg gegenüber und draussen, auf der anderen Strassenseite fährt der Bus ins Zentrum bis zur Haltestelle „La Marin“- ideal. Man wir früh wach, ab 6°° geht die Aerobic-Veranstaltung los.
Natürlich: durch die Altstadt bummeln, Kirchen und Museen anschauen. Gott sei Dank haben wir damals schon fast alles gesehen, denn jetzt sind die Eintrittspreise schon auf Dauer gepfeffert, vor allem muss man für jede Kirche zahlen! Manchmal zu den Zeiten der Messe nicht.
Zur Teleferiqo fahren wir mit der Taxe, dann mit der Seilbahn zu der auf rund 4000m hoch gelegene Bergstation mit herrlichem Rundumblick-theoretisch. Leider haben wir nicht einen einzigen Vulkan gesehen, ausgenommen den Vulcan Pinchincha, den man von hier relativ leicht besteigen kann. Aber, man wird eben älter und die Luft dünner.
Quito ist allein zum Bummeln schon schön, wir mögen und geniessen es mal wieder, vorallem alles ohne selbst auferlegten „Besichtigungszwang“. Am letzten Tag, es ist Samstag, bekommen wir mit Müh und Not noch unseren neuerlichen Ölwechsel mit neuem Dieselfilter gemacht. Samstags geht, zumindest bei Ford, alles nur auf Vorbestellung. Gut, dass wir gestern da waren und uns nach dem Dieselfilter erkundigt hatten. So war das nach unserem Großeinkauf auch erledigt für die nächste Zeit.
Zum Pululahua-Krater fahren wir nun doch nicht mehr. Aber, das ist ja oft so-was man nicht gleich tut, macht man später auch nicht mehr.

Eigentlich warten wir schon länger auf „Kaiserwetter“ weil wir in den Cotopaxi-NP wollen und natürlich auch was sehen möchten. Es scheint besser zu werden, also starten wir durch mit Ziel Cotopaxi-NP. 1979 hatten wir schon Pech und konnten ihn nur aus der Ferne sehen. Sind wir näher heran gekommen, um ihn zu besteigen, hat er sich hinter Wolken versteckt. Nun, scheint es, treibt er das gleiche Spiel mit uns. Als wir aus dem Tiefland kamen, haben wir ihn herrlich, aus dem Bus nach Quito heraus sehen können. Dann nie mehr. Was hab ich gesagt? „Blöder Berg!“

Von Quito aus fahren wir auf z.T sehr schlechter Piste, z.T. sehr schlechtem Kopfsteinpflaster über San Rafael, Rumipampa und die Hacienda Rita zum Nordeingang ‚rein. Eigentlich wollten wir kurz vorher auf der Hacienda El Porvenir übernachten, aber bei den abgedrehten Preisen und nur zwangsweise mit Vollpension, die wir ja nun wirklich nicht brauchen, fahren wir weiter und sagen auch laut und deutlich, warum. Oftmals ist der Park wegen der vulkanischen Aktivitäten gesperrt. Wir haben Glück, durch den Park dürfen wir durch fahren, sogar am offiziellen Campingplatz unterhalb der Laguna Limpiopungo übernachten. Aber wehe woanders, 3m ausserhalb der Piste-schon gab’s einen Anschiss, die Ranger sind sehr wachsam! Am Camping war es uns zu kalt und zu windig, also fahren wir durch den Park durch, der Cotopaxi bleibt wolkenverhangen. Kein Wunder, denn er ist derzeit sehr aktiv und spuckt von Zeit zu Zeit hohe Aschefontänen in den Himmel.
Am Südeingang, Control Caspi, finden wir einen super Parkplatz mit herrlichem Blick auf den Berg. Hier dürfen wir in gut 3300m Höhe übernachten. Abends haben wir Glück, der Berg macht etwas auf und was sehen wir da? Ein inzwischen hässlicher Cotopaxi zeigt sich, ohne Schnee, nur ein paar von Asche verdreckte Gletscher-Reste. Er hat sich wohl vor Scham immer hinter den Wolken versteckt.

So fahren wir den nächsten Tag weiter zur Laguna Quilotoa. Wir haben herrlichstes Wetter, es ist auch eine wunderschöne Strecke durch hügeliges Landwirtschaftsgebiet, an kleinen Dörfern und Gehöften vorbei, dann kommt der kleine aber recht nette Canyon des Rio Toachi mit Aussichtspunkt.
Die Frauen hüten ihre Alpacas oder Schafe, andere sind beim Dreschen. Am Parkplatz oben können wir stehen. Schnell Lagune anschauen, schon macht es wieder zu, fängt an zu Nieseln-es ist ja wie verhext mit dem Wetter. Von der nahe liegenden Lodge, die wir uns auch angeschaut haben, die uns aber nicht gefiel, kamen schon die ersten Touristen.
Abends probt die Jugend erst neben uns mit ihrem „wilden“ Orchester, dann ist wohl freies Musizieren möglich, zum Schluss ging es mit der aufgedrehten Musikanlage weiter. Da sind wir dann auf den Parkplatz für Busse und LkW’s geflüchtet und hatten eine schöne ruhige Nacht.
Am nächsten frühen Morgen gab es wieder herrlichstes Wetter, die Lagune leuchtet zu uns herauf aber wir haben keine Lust mehr, da ‚rum zu laufen, denn die ersten Wolken sind schon da.

Das Wetter nervt uns. Was soll man machen? Gebietswechsel.
Wir beschliessen, an den Pazifik zu fahren.
Von der Lagune aus geht es bei herrlichem Wetter an den letzten Dörfern, Weiden und mit Steinen oder Pflanzen eingefassten Feldern der Indios (soll ja neuerdings ein Schimpfwort sein?!) über einen letzten Andenpass ins Tiefland. Die Strasse führt durch tief eingeschnittene Täler, es wird immer grüner, immer wärmer, die ersten Bananenstauden kommen, die ersten blühenden Sträucher und Bäume. Auch die Menschen sind anders. Öfters von schwarzer Hautfarbe, leicht bekleidet, Musik schallt durch die Gegend, Früchte werden am Strassenrand feil geboten.
Dann sehen wir schon die ersten dicken Wolken der Tropen und bald sind wir über Portoviejo und Jijipapa in Puerto Cayo und sehen das Meer. Es ist sehr warm und herrlichstes Wetter!
Bei Samuel Härri, im Jardin Suizo bleiben wir gleich 5 Tage. Es ist schön hier, man kann lümmeln, Radl fahren, ratschen, ins Internet. Zwischendurch regnet es heftig, die Luft wird wieder klarer. Wenn man nicht gerade Berge sehen oder wandern will, ist das ja auch egal. Es ist für uns mal wieder ein kleiner Urlaub auf einem sehr netten Platz bei sehr netten Leuten, vor allem durch Samuel, der eine Seele von Mensch ist und viel erzählen kann.

Dennoch, Manta wollen wir auch noch sehen und so fahren wir jetzt die Küste hoch, übernachten dort und schauen uns am nächsten zeitigen Morgen den Fischmark an und die Werften, die die Fischerboote bauen bzw. reparieren. Die sind so groß, dass man sich bei einem ordentlichen Gewitter gut unterstellen kann. Wir haben es ausprobiert, es funktioniert!
Dann noch fangfrischen Fisch kaufen, der Fischauktion am Strand zuschauen, die großen verschiedenen Fische, meistens war es aber an diesem Morgen Thunfisch, bestaunen. Natürlich haben wir auch Fisch gekauft-fangfrisch! Tolles Filet von ? Wer kennt schon die Namen, die sie in Ecuador haben.
Von unserem Quartier in Manta, Hotel &Disco Barbasquillo, NICHT von Freitag bis einschliesslich Sonntag! hingehen, da ist DISCO!!! Wir standen auf einem kleinen Hof, Bäume spenden Schatten, man steht auf Gras, es gibt viele Mücken, die Angestellten wohnen in schäbigen kleinen Räumen, die Toiletten gehen, die Duschen gar nicht. Aber in Manta gibt es keine große Auswahl, am Strand ist es zu gefährlich, wo soll man hin. Wir sagen: „Ist ja nur für eine Nacht“. Das haben wir allerdings schon oft gesagt.

Und nun müsst Ihr im nächsten Teil, Teil II von Ecuador weiter lesen, dann kommen wir auch gemeinsam mit Euch nach Peru.

Bis dann also und viel Spass beim Lesen.