01.06. bis 16.06.2008

An kleinen Estancias vorbei, durch Rinderherden hindurch, manchmal fragen wir uns schon, ob wir überhaupt noch auf der richtigen Piste sind, kommen wir dann doch noch an die Atlantk-Küste.

Über die Laguna Garzòn befördert uns eine kleine kostenlose Balsa. Der „Fährmann“ fragt uns, ob wir nicht eine D-Mark für ihn haben. Aber hier bettelt doch eigentlich niemand? Ich will ihm einen Euro geben, aber nein, er möchte eine Deutsche Mark! Dann erklärt er uns auf unsere doch sehr ungläubigen Blicke hin, daß er Münzsammler ist! Und tatsächlich, ich habe noch ein Markstück im Portemonnaie, das ich eigentlich immer für die Einkaufswagen zu Hause nehme und schenke es ihm. Er ist glücklich und wir auch!

Im Abendlicht kommen wir nach San Ignacio und finden direkt am Leuchtturm einen herrlichen Platz mit Blick auf das Meer. Wir sind ganz allein, der Leuchtturmwärter geht nach Hause und wir erleben einen herrlichen Sonnenuntergang!
Am nächsten Morgen gehen wir natürlich auf den Leuchtturm hoch, dann schauen wir uns die feinen Sommer“häuschen“ der Reichen aus Montevideo von oben an. Wir würden schon ‚was finden, z.B. das kleine „Häuschen“ vor dem wir parken-allerdings nur mit Putzfrau, Gärtner und Fensterputzer-“wer ko, der ko!“ tät der Bayer sagen.

Zwischen San Ignacio und Punta del Este finden sich die Traumstände, die z.Zt. eher ‚was zum Wandern als zum Baden sind, denn es ist doch frisch!
Und bald taucht auf dem Dunst die Hochhauskulisse von Punta del Este auf. Derartiges kennt man von den europäischen Mittelmeerküsten zur Genüge. Wir kommen näher und an der Playa Brava in Punta del Este sind die „Fingerspitzen im Sand“ das Bekannteste, vergleichbar mit der „Mano del Desierto“ in Chile, nur viel kleiner und leicht zu übersehen. Aber klar, ein Foto muss her!

Punta del Este ist wie ausgestorben, die meisten schönen Geschäfte, Restaurants usw. geschlossen.
Im Yachthafen arbeiten paar Einheimische an Fischerbooten, machen augenscheinlich die Wartung an ein paar an Land liegenden Yachten. Wie im Mittelmeer, an einem schönen Wochentag im Januar.
Am Placoleta Gran Bretania in Punta des Este machen wir lange Mittag.

Am nächsten Tag kommen wir nach Piriapolis, dem von Piria, dem uruguayanischen Vater de Tourismus gegründeten Städtchens. Das ominöse Hotel Argentino mit Casino und freiem Internet vor der Tür(!) auf dem Parkplatz ist ein schöner Platz zum Verweilen, Telefonieren, Surven. Und auf dem Cerro San Antonio kommt man sich wegen der Antonius-Kapelle vor, wie in Griechenland.
Wir ärgern uns jedes mal, aber irgendwie tut man immer wieder Vergleiche anstellen: schaut aus wie…., die Luft ist wie in…., das Essen ist wie…, weißt Du noch, wie in…-Man sollte es nicht tun! Könnte man ja gleich nach Griechenland, Frankreich, Deutschland,…fahren! Nun ja-Wiederholungstäter sind so.

Es geht die Küste entlang weiter Richtung Montevideo-diesmal aber ganz gemütlich und sorgenfrei. So kommen wir nach La Floresta.
La Floresta ist ein Wochendend-Bade-Sommerhaus-Ort. Nun aber ist fast jeder bis auf einen „Kramer“ zu, auch etliche der netten Häuser im Ort und am Strand sind schon winterfest gemacht.
Wir können bei einem eigentlich geschlossenen Campingplatz stehen, bekommen Strom zum Heizen und können, wenn die Familie duscht, auch warm duschen. Hund und Katz warten natürlich bei uns vor der Tür aufs Fressen, die Pferde sind etwas scheuer, freuen sich aber auf Kartoffelschalen und Salatblätter. Paar Meter weiter an der Ruta fährt der Omnibus ins Zentrum von Montevideo. In 10 Minuten sind wir am Traumstrand der Sommersiedlung, nur ein paar Jogger zeigen sich und abends sind ein paar Angler da. So haben wir Zeit für Montevideo, das uns wirklich gut gefällt. Natürlich fahren wir auf das Fort, das Fortaleza del Cerro hinauf, das mit viel Liebe als Museum benutzt wird und der Blick auf die Stadt ist sowieso sehr schön. Gegessen wird mittags in Montevideo auf dem „Mercado del Puerto“ der die reinste Fresshalle, aber von sehr guter Qualität ist: nicht nur die Würste, die Steaks, die Salate, auch „Matambre arrollado“ ist ein Gedicht!

Und wenn ich jetzt zugeben muss, dass ich diese Zeilen schon in Malaysia schreibe, so kann es sich der Leser vielleicht vorstellen, wie wir hier in Malaysia unsäglich unter dem hiesigen (Plastik-)Essen (wenn nicht selbst gekocht)und Trinken leiden müssen!!
Auch in Montevideo haben wir manchmal nach dem Essen gelitten, vor allem deswegen, weil es meist zu viel und zuuuuu gut war! So ziehen wir durch die Stadt, schauen hier, schauen dort, gehen natürlich ins Gaucho-Museum, das im Palacio Heber untergebracht ist.

Eines Tages macht der Omnibus einen Umweg und wir sehen linkerhand auf der Fahrt zurück zum Campingplatz ziemlich neben dem großen Supermercado Giant (freies Internet!) an der Gabelung Montevideo Centrum/Montevideo Küstenstrasse deutsche Fahnen wehen. Dort bei einem Backsteintor ist eine deutsche Schule. Und daneben ist ein deutscher Sportverein. Gleich bei den Tennisplätzen dürfen wir stehen, natürlich mit toller Dusche und Strom. Das Restaurant war geschlossen, es soll im Winter nur am Wochenende offen haben.

So schön alles ist, irgendwann zieht es uns weiter und wir fahren nach Colonia. Ein nettes Städtchen, wo man umherschlendern und immer Neues entdecken kann: am Besten in der Altstadt, vom Leuchtturm aus, in der Basilica, in dem kleinen netten Museen, am Ufer, in den engen alten Gassen. Dann ist es soweit und wir gehen zurück nach Buenos Aires/Argentinien! Um den 24. Juni ‚rum, also schon in 8 Tagen, soll die „Grande Brasile“ von Grimaldi uns nach Hamburg bringen!

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