Teil 2: Kolumbien

von Bogotá bis Ipiales
vom 11.12.2015 bis 16.01.2016

Kolumbien

Sehr früh schon starten wir in Némocon und sind kurz nach 10°° in Bogota.

Unsere Anlaufstelle ist zunächst die Kfz-Werkstatt Iguana4x4. Wir werden freundlich begrüßt. Es ist Freitag, alle unsere Wünsche werden aufgeschrieben, Material bestellt. Samstags wird bis gegen 15°° gearbeitet. So lange können wir umherziehen, anschliessend wird die Halle bis Montag früh geschlossen, wir müssen `drin bleiben, freiwillig.
Sebastian und Andrea mit den Kindern sind auch inzwischen da. So wird das Wochenende mit Spielen, Internet-Surfen, liegen gebliebene Sachen erledigen, Telefonieren, Reparieren, neuen Fussbodenbelag in der Kabine legen, voll ausgefüllt und zum Ratschen haben wir auch noch genug Zeit.
Am Montag geht die Arbeit an den Autos los, am Mittwoch haben wir unsere neuen Reifen ‚drauf. Und es ist ein kleines Wunder geschehen! Von der Filiale in Baranquilla haben wir sogar unsere Auswuchtperlen bekommen! (Auswuchtperlen? Siehe z.B. http://www.counteract-deutschland.de) Wir sind dann damit zur Reifenwerkstatt, haben die nötige Menge per kleinem Plastikbecher abgemessen, ‚rein in die Reifen gegeben und zum Schluss war sogar alles perfekt!

Mit nagelneuen Reifen, neuen Filtern und Ölen, neuer Steuerkette und einem neuen Fussbodenbelag im „Häuschen“ verlassen wir nun die Werkstatt und setzten um zum Parkplatz am „Portal 80“ , einem großen Einkaufszentrum nahe dem Busbahnhof. Drei Tage schauen wir uns Bogota an.
Wir fahren vom Portal 80, wo man auch die Karte für mehrere Fahrten erstehen und aufladen lassen kann, mit dem Bus TransMilenio ins Zentrum.

Es ist interessant, überall hat es Weihnachtbeleuchtung, die das sozialistische Flair etwas abmildert, die Innenstadt hat nicht das Aussehen einer Metropole, eher einer sozialistischen Großstadt.
Das Goldmuseum ist unser Hauptziel und es enttäuscht unsere Erwartungen absolut nicht! Man sollte es auf jeden Fall gesehen haben!
Die Fahrt endet an einem Denkmal, das ist eine Art Monopterus (sehr bekannter Pavillon im englischen Garten von München).
Von dort sind wir bald am Museum, das von aussen absolut unscheinbar ist, gelinde ausgedrückt. Es beherbergt aber hervorragende präkolumbianische Fundstücke. Das Museum gehört zur Staatsbank von Kolumbien, die hier seit 1939 dieses kulturelle Erbe aufbewahrt, beschützt und weitere Stücke sammelt. Innen zeigt es seine präkolumbianischen Schätze aus Gold und Edelsteinen und es sind die besten Exponate, die wir bisher seit Mexico City gesehen haben! Es ist alles einfach hervorragend konzipiert und die einzelnen Stücke sind einmalig gearbeitet.
Lange halten wir uns hier auf. Es gibt so viel zu sehen: Masken, Skulpturen, Schmuck, und, und, und-im zweiten und dritten Stock sieht man nur pures Gold vom Feinsten verarbeitet, als Hauptstück das „Goldene Floss“. Dieses ca. 20cm lange goldene Floss ist der angebliche Beweis, dass es Eldorado tatsächlich gab. Gefunden wurde es in Pasca nahe Bogota.
Und man muss bedenken, dass die schönsten Stücke sicher von den Spaniern auf ihren Eroberungszügen schon eingeschmolzen und damit vernichtet wurden! Unermessliche Schätze sind damals verloren gegangen! Nicht nur in Kolumbien, das meiste davon in Peru, im ehemaligen Inkareich. Von den Grabräubern, die dann noch den Rest holten ganz zu schweigen.

Einen Tag wollen wir noch bisschen ‚rum laufen, die Stadt erleben, etwas shoppen gehen, einer Militärparade zuschauen und die Leute hier beobachten im Bus, in den Geschäften, beim Essen.

Nach drei Tagen überlassen wir die Hauptstadt ihrem Staat, seinen Problemen und gehen wieder „aufs Land“.

Salento ist unser nächstes Ziel.
Von Bogota aus fahren wir durch schönes landwirtschaftliches Gebiet, ein kurzes Stück den Rio Bogota entlang, queren dann ‚rüber nach Armero und wollen eigentlich in den NP Los Nevados. Wie die letzten Tage hängen die Wolken ganz weit unten, wir haben keine Lust auf die Sonne zu warten und beschliessen, nach Süden, nach Ibague und über Armenia nach Salento zu fahren.

Bis Ibague ist die Welt noch in Ordnung aber dann kurze Zeit später kommen wir in einen LkW-Verkehr hinein, der nicht mehr schön ist. In jeder Kurve fahren alle LkW, auch die kleinen, auf die Gegenfahrbahn, bremsen den Gegenverkehr voll aus in der Annahme, sonst nicht um die Kurve herum zu kommen. Bei dem Verkehr kommen sich natürlich ständig die großen entgegen, sodass vor jeder Kurve ein Stau entsteht. Es ist eine Gebirgsstrecke, sehr gut ausgebaut, dennoch gibt es diesen verrückten Stau und wir brauchen für die paar Kilometer Stunden um Stunden und kommen doch tatsächlich in die Nacht.
Wir nehmen noch eine Abkürzung, eine Piste durch den Wald. Gott sei Dank, denn die Strasse zum Hostal la Serrana ist vom Dorf aus wegen Baustelle geschlossen. Erst am nächsten Tag gibt es eine Umleitung.

Der Platz im La Serrana ist wunderschön, der Blick herrlich über die Wiesen und Weiden und zu Weihnachten zeigen sich sogar die Berge in voller Pracht.
Das Städtchen ist recht nett, bunt, aber ziemlich überlaufen, an der Plaza sind rundherum Buden mit Weihnachtskrempel aufgebaut, jedes Geschäft verkauft irgend etwas, was man möglicherweise zu Weihnachten verschenken könnte. Jeden Tag werden es mehr Touristen, auch viele Kolumbianer aus Bogota sind inzwischen hier.

Heilig Abend backe ich einen Weihnachtsgewürz-Kuchen, Andrea und Sebastian machen ein köstliches Schokoladenmousse, unser aller Weihnachtsessen mit Fleisch und Gemüse, dazu ein edler Tropfen, ist perfekt. Natürlich gibt es für die Kinder eine Bescherung und der selbst fabrizierte und von den Kindern geschmückte Weihnachtsbaum ist seit langem der schönste. Klar. In Ermangelung von Schnee kommt Schaum aus der Waschmaschine drauf verteilt. Der hält tatsächlich während der ganzen Bescherung. Sebastian liest die Weihnachtsgeschichte vor, wir singen gemeinsam Weihnachtslieder. Es ist richtig schön, wie immer, wenn Kinder dabei sind. Und am Abend sind alle glücklich und zufrieden und fallen ziemlich müde in die Betten.

Wir bleiben noch etwas, dann wollen wir uns die Umgebung anschauen, unter anderem das Valle del Cocora. Wir hoffen, dort hinten irgendwo schön stehen zu können, wollen bisschen wandern und dabei die Wachspalmen bestaunen. Die haben einen glatten hellgrauen Stamm, der eine Wachsschicht hat, die früher zur Wachsgewinnung her genommen wurde. Daher der Name. Genau heisst sie Quindio-Wachspalme. Und sie werden bis zu 60m hoch. Alexander von Humboldt hat sie entdeckt, als er hier während seiner zweiten Südamerika-Expedition um 1801/02 herum hier weilte. Heute ist diese Wachspalme der kolumbianische Nationalbaum, leider wegen des lange währenden Raubbaus vom Aussterben bedroht. Die Bäume stehen am per Auto zugänglichen Tal-Ende einzeln in den Viehweiden herum, ihr „Schopf“ ist sehr gerupft weil er z.B. für die österlichen Palmwedel ständig beschnitten wird.
Und wir sitzen in unserem Auto und sind entsetzt!

Alle Parkplätze sind überfüllt, aus jedem Auto und den vielen Kleinbussen quellen nur so die Leute heraus, viele stürzen sich auf die letzten Pferde, um ihre gebuchten Reittouren in Angriff zu nehmen. Um uns herum wird geschrien, gerufen, wir sollen hier parken, dort parken, kaufen, reiten, essen, wandern mit Guide, ohne Guide, mit Kutsche fahren-nein, wir kehren um, flüchten vor diesem Wahnsinn.
Parken ginge ja sowieso nicht-alles besetzt. Weihnachtsfeiertage sind!
Also weg, diese Art von Feiertagsgaudi ist ja nun gar nichts für uns.
Inzwischen parken die Autos bergabwärts schon die Strasse entlang bis weit hinunter. Also, große Warnung! Wer zu den Wachspalmen möchte, dann nur, wenn in den nächsten Wochen kein Feiertag in Sicht ist!

Ein Kolumbianer, mit Familie im Zelt auf dem schönen Platz hatte uns das kleine Städtchen Finlandia ans Herz gelegt, es wäre dort zig mal schöner als in Salento und es gäbe dort keine Touristen. Schwer vorstellbar! Er musste hier sein in Salento wegen der Familie und Freunden.

Nun, fahren wir also nach dem Chaos vom Valle del Corona nach Finlandia. Im ioverlander finden wir einen kleinen Platz bei Nebenerwerbslandwirten, den hatte uns der nette Kolumbianer auch empfohlen. Seine Familie ist aus Finlandia. Leider, da müssen wir manchen von Euch enttäuschen, ist der Platz nicht für große LkW geeignet.
Siehe da, es ist wirklich sehr schön hier und noch total ursprünglich. Die Leute sind unheimlich nett. Holen jeden Abend ihre drei Kühe heim, haben Truthähne, Hühner, Hunde, Katzen, Tauben und eine tolle Sicht über das Tal. In 10 Minuten sind wir oben an der kleinen Plaza. Tatsächlich gibt es praktisch keine Touristen, nicht einmal welche aus Kolumbien. Wir bleiben noch einen ganzen Tag, gehen einkaufen, zum Friseur, trinken und kaufen den super guten Kaffee.

Kurz vor Sylvester treffen wir uns mit den Schweizern Sebastian und Andrea in Popayan, im Ecoparque Rayon de Sol.Der Platz ist sehr schön mit großem Chincho, so stört uns der einsetzende Regen wenig. WiFi gibt es, Waschmaschine und einen netten aber unheimlich fetten Hund namens „Cristal“. Der Chef, wir haben leider seinen Namen vergessen, ruft eine Taxe und für 16.000.- kommt man bequem in die Stadt, für 12.000.- wieder zurück. Hildegard und Franz kommen auch noch. Wir verabreden uns für eine gemeinsame Silvesterfeier.
Popayan ist eine kleine geschäftige Stadt, in der man alles, was man braucht auf dem prallen Markt findet. Die Plaza ist mit großen Weihnachtsfiguren geschmückt, vor der Kirche ist eine riesengroße Krippe aufgebaut, zig Händler verkaufen Naschzeug-ein unbeschreiblicher Wirbel ist in dieser Stadt während der Feiertage und zwischen den Jahren. Uns gefällt es, hier kauft das Volk und nicht der Pauschal-Tourist. Nein, wir wollen keine Schals oder bunte Ponchos made in China mehr sehen!

Dann müssen wir die lieben Leute vom Campingplatz tief enttäuschen-wir fahren vor Sylvester alle weg. Andrea und Sebastian in die Stadt zum „Schwarz-Weiss-Fest“ und wir werden uns mit Hildegard und Franz im Tierradentro zu Silvester treffen, im Dorf San Andrés.

Fahren wir auf der Piste gleich los.
Diese Erdstrasse, die gleich am Camping vorbei führt, ist meist gut, die Landschaft ist sehr schön. Wir kommen bergauf, bergab durch kleine Weiler mit Landwirtschaft, kleine Wälder, über angefangene Baustellen und nach ein paar Stunden erreichen wir San Andres. Wir stehen mit Hildegard und Franz gemeinsam in einem kleinen Hostal, dem Hospedaje Lucerna. Sehr klein, einfach, geführt von einem ganz alten Ehepaar, das eigentlich schon von der Familie versorgt wird. Dennoch ist alles sehr sauber und gemütlich. Auf der Wiese nebenan können wir gut stehen. Wer keinen Platz findet, weil er z.B. ein großer LkW ist, kann sich auch oben bei der Kirche hinstellen.

Gleich neben uns ist das Museum mit dem Eingang zum sog. Archäologischen Park der Terradentro-Kultur. Man weiss bis heute eigentlich nicht, wer sie waren und woher diese Menschen kamen, wie sie hiessen, wie sie lebten und hier ihre Toten bestattet haben.

Dann kommt Sylvester. Gott sei Dank ohne Regen am Abend.
Die Leute werden geschäftig und setzen vor ihren Häusern lebensgroße Puppen an den Strassenrand: ausgediente Kleidung wird mit Stroh ausgestopft, der „Kopf“ aus Stroh mit einem Perlonstrumpf oder einer Damenstrumpfhose überzogen und entsprechend angemalt, Hut aufgesetzt, Schuhe an, und so sitzt manchmal Vater, Mutter und Kind gemeinsam, manchmal nur Opa, beim Nachbarn eine Frau usw. vor dem Haus. Sie riechen nicht nach Parfüm, sondern nach irgendwelchem brennbaren Stoff-meist Diesel!
Kurz vor Zwölf werden sie an Stelle des alten Jahres verbrannt, Musik spielt, die Leute rufen sich Neujahrsgrüße zu, trinken und stossen auf das neue Jahr an.
Willkommen 2016!
Wenn die Figuren verbrannt sind, gehen alle ins Bett. Wir sitzen noch etwas beisammen und ratschen, dann gehen auch wir schlafen.

Zu den Gräbern geht es dann über den Bach und weiter hinauf auf eine Art Hochebene. Von hier hat man nicht nur einen schönen Blick auf die Umgebung und ins Tal, sondern hier sind die in Südamerika einzigartigen bis zu 5m tiefen Schachtgräber zu finden. Es sind Grabstätten für Urnen, die in den Seitennischen der unterirdischen Grabräume ruhen. An die 100 Urnen wurden angeblich gefunden. Die schönsten Grabräume sind mit geometrischen Mustern in Schwarz, Weiss und Rot bemalt und liegen, wie gesagt, bis zu 5m unter der Erde. Da muss man dann hinunter krabbeln. So machen wir dann unsere 4-Stunden-Wanderung von einem Gräberfeld zum nächsten und schauen uns noch das lohnenswerte kleine Museum an. Es fängt schon wieder schlechtes Wetter an, auf andere Wanderungen verzichten wir also. Es würde nämlich ganz schön glatt werden auf diesem Lehmboden. Im gemütlichen „Dorfkrug“ treffen Hildegard und Franz und so können wir das leckere Essen mit einem Bierchen gemeinsam geniessen.

Von San Andrés fahren wir zunächst auf guter Erdstrasse weiter zum nächsten archäologischen Park, dem von San Augustin. Die Erdstrasse ist sehr gut, aber größtenteils fährt man eh auf Asphalt.

Hier gehen wir auch auf einen Campingplatz-er ist voll besetzt von jungen Leuten mit Zelten, Familien mit Kindern, Jugendgruppen. Es sind eben Ferien! Lagerfeuer brennen überall, vor uns, neben uns, es riecht nach Holz und der Wind steht bei soviel Qualm für uns günstig! Abends gibt es fast immer Regen. Da macht dann die Kneipe gegenüber mit der lauten Musik auch dicht-manchmal hat Regen auch sein Gutes.

Das kleine Städtchen haben wir uns schon angesehen, Dulces gekauft, den Markt besucht und den „riesengroßen“ Supermercado an der Plaza „leer gekauft“. Mehr gibt es eigentlich nicht zu sehen. Aber in dieser Zeit doch, denn in den Kirchen sind große, tolle Krippen sehr originell mit viel Fantasie und Liebe aufgestellt. Das war sehr viel Arbeit!
Z.B. in der großen Kirche an der Plaza sind einzelne Hütten aufgebaut, in denen man Handwerker, vor allem aus dem arabischen Raum aus „alten Zeiten arbeiten“ lässt: einen Berber, einen Zimmermann, eine Frau am Herd. Dann kommt man in eine „Eishöhle“, es ist ja Winter. Statt Schnee liegen Styropor-Kügelchen auf den kahlen Bäumen, die Kügelchen hängen einzeln aufgefädelt von der mit weissem Papier drapierten Decke herab und lebensgroße Figurengruppen stellen die einzelnen Szenen aus der Weihnachtsgeschichte dar. Der Weg durch diese Szenen führt in die Kirche und man kommt dort schlussendlich zu der wunderschönen Krippe.
Wir fanden das eine super tolle Idee, wie man die Weihnachtsgeschichte so darstellen kann.

Natürlich machen wir uns nun auch endlich auf zum archäologischen Park. Das Wetter ist wieder trocken und mit dem Bus geht es zum Eingang und dann sind wir einen ganzen Tag unterwegs und bestaunen die mannsgroßen, aus Stein gemeißelten Figuren, die dolmenartigen Tempel und Grabanlagen mit den entsprechenden Skulpturen als Wächter davor, die heilige Quelle von Lavapatas, alles aus der Zeit von ca. 100 v. bis ca. 800 n. Chr. Danach ging diese Kultur, die man aus Unkenntnis der damaligen Kultur einfach San Agustin-Kultur nennt, langsam zugrunde, um ca. 1200 n.Chr. war sie verschwunden.Die ganze hergerichtete Anlage liegt in einem sehr großen Gebiet verstreut: in einem kleinen Talbereich, auf Hügeln, auf einer kleinen Bergkuppe mit toller Aussicht-man muss schon etwas laufen. Das Wetter ist endlich mal sehr schön, so können wir den ganzen Tag geniessen und erst am Nachmittag wird es richtig voll. Das kleine Museum ist auch wunderschön gestaltet-also, was will man mehr!

In der ganzen weitläufigen Umgebung gibt es noch etliche solche Ausgrabungsanlagen. Die wichtigsten sehen wir uns noch an. Über den Durchbruch des Rio Magdalena (Estrecho de Magdalena) kommen wir an verschiedenen Panela-Fabriken vorbei. Eine besuchen wir, sie liegt gerade am Wegesrand und die Leute sind schwer am Arbeiten. Für Panela wird Zuckerrohrsaft, Zuckerrohr wird hier überall angebaut, so stark bei großer Hitze eingekocht bis er ganz dickflüssig ist, dann wird er in vorbereitet Holzformen gegossen. Er muss abkühlen, wird dadurch fest, dann kommt er verpackt mit dem Emblem der Fabrik zum Verkauf auf den Markt, in Geschäfte, zu den Touristenständen bei den Ausgrabungen usw. Für alles, was süß sein soll, wird er verwendet.: Panela ist sehr gesund weil er viele Mineralien enthält, kann als Zuckerersatz im Kaffee, vermischt mit Sahne/Milch als Füllung im Kuchen, als mit Perlen verzierte Konfekt-Kugeln genossen werden- da sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Hauptsache schön süß!!

So kommen wir sehr abwechslungsreich auf unserer kleinen Piste durch die Zuckerrohrplantagen langsam zu den anderen Ausgrabungsstätten Alto de los Idoles und Alto des Los Piedras. Auch sie sind aus dem gleichen Kulturraum wie die von San Agustin und wir wandern hier fast allein umher und bestaunen die Figuren. Beim Alto de los Idoles stehen wir zum Übernachten vor dem Eingang. Abends und morgens kommen nur ein paar Einheimische auf dem Weg von der Arbeit nach Hause an uns vorbei gefahren, winken und sind weg. Nachts schlafen die Pferde und Kühe neben uns.

Wir fahren am nächsten Tag dann weiter zum Salto de Bordones, dem angeblich zweithöchsten Wasserfall von Südamerika. Er beeindruckt uns gar nicht, vielleicht führt er ja zu wenig Wasser. An großen Wasserfällen vorbei kommen wir auf guter Erdstrasse bei heute herrlichem Wetter über die Hochebene nach Popayan. Diese Strasse wird gut befahren und soll angeblich die meiste Zeit unter einer Nebeldecke liegen. Wir fahren langsam und geniessen unser Glück.

Weil es gestern so gegossen hat, sehen wir große Wasserfälle an der Strasse, sind sie vielleicht nur sporadisch in der Regenzeit? Sehr beeindruckend. Zwischendurch beobachten wir Leute, wie sie in Windeseile die Fracht eines den Berg herunter gefallenen LkWs einsammeln. Der Fahrer hat sicher nicht mehr gut ausgeschaut. Selbst die zerborstenen Ladewände waren schon weg, Ersatzteile braucht hier jeder!

Nach vielen Kurven, es wird schon später Nachmittag, kommen wir in das Tal von Popayan. Noch ein paar Kilometer durch die Stadt und wir stehen wieder auf dem Ecopark bei Armando, der sich mit seiner Frau Maria, glaube ich, riesig freut als er uns wieder sieht, auch, obwohl wir ihn zu Sylvester so enttäuscht haben. Und Hund Cristal schmeisst mich fast vor Freude um. So ein „Riesenbaby“, wäre er ein Mensch würde man sagen „Sumo-Ringer-Figur“. Einen Tag bleiben wir um wieder Ordnung und Sauberkeit zu schaffen, dann geht es weiter über Chachagui und Pasto zur Laguna de la Cocha.

Es ist nicht viel los, die bunten Boote schaukeln auf dem kleinen Kanal. Wir haben herrliches Wetter und entschliessen uns, nicht zu übernachten, sondern gleich weiter über Tuquerres zur Laguna Verde hinauf zu fahren. Nachmittags gegen 16°° finden wir bei den Rangern unseren Übernachtungsplatz auf 3660m Höhe, im Tal leuchten langsam die Lichter zu uns hinauf und wir hoffen und freuen uns auf morgen und die Lagune.
Wir liegen noch im Bett und im Halbschlaf kam es dann immer deutlicher:“Tropf, tropf, tropf,…“, das schon seit langem altbekannte Lied. Wir schauen hinaus und sehen nichts, kaum die Hütte. Niemand ist heroben, wir warten bis nach 10°°, es kommt kein Wind auf, es kommt kein Ranger, es kommt keine Sicht; es bleibt der Regen. So ein Frust!
Wir haben keine Lust mehr zu warten und sagen uns: „Neues Land, neues Glück“!

Selbst auf das Einkaufen in Ipiales müssen wir verzichten, es ist Samstag, ganz Ecuador kauft ein, der riesengroße Parkplatz quillt über. Und nach dem Einkauf gehen sie vielleicht gar auch noch alle zur Wallfahrtskirche zum Beten? Nein, bloss nicht! Wir kommen ja so schon kaum aus der Stadt ‚raus. Verrückt!

Hallo Ecuador, wir sind in zwei Stunden da!