Rundreise Malaysia

10.06.2009 bis 10.08.2009

Einen Tag nach unserer Ankunft in Kuala Lumpur, besuchen wir gleich unseren Agenten von Wilhelmsen Freight & Logistics Sdn Bhd, Mr. Kong, gleich beim Bahnhof KL Sentral. Am 13.06. sollte lt. Schweizer Agenten unser Container kommen, so war es auch. Aber unsere Freude, schon bald wieder im eigenen „Heim“ leben zu können, ist verfrüht. Augenscheinlich muss jeder hier irgendwie seinen Gewinn machen-natürlich auf unsere Kosten. Wie fast in jedem Hafen. Also stellt man den Container da hin, wo er die wenigsten Kosten verursacht und nicht im Wege steht: auf einem halb leeren Lagerplatz im Hafengelände von Port Klang. Hier muss er nun seine Hafengebühren verdienen. (s. Preise im Info-Teil zu Verschiffungen)

Endlich, am 19.06. waren wir wie vereinbart pünktlich im Hafen, nach ca. 2 Std. warten, telefonieren, Kaffee trinken und die Bürodamen nerven ist es tatsächlich soweit. Ein „total überlasteter“ Hafenagent von Wilhelmsen kommt und fährt uns voraus zu unserem Container. Jetzt heisst es „Sesam öffne dich“!

Und nach 7 Tagen Kosten sammeln, insgesamt knapp 900€ für offiziell Containerentladen, Zoll, usw.- vor allem „usw.“ war sicher der teuerste Posten-bekommen wir unser Auto mit Gabelstaplerhilfe und leichter Unterstützung von den Hafenarbeitern gut aus dem Container ‚raus. Die originalen Reifen werden wieder gegen die „Containerscheiben“ ausgetauscht und ‚drauf montiert. Was für Uwe in der Hitze, in praller Sonne, nicht gerade lustig war. Aber es hat perfekt funktioniert. Markus muss bloss den Rückwärtsgang einlegen und gemütlich aus dem Container ‚raus rollen. Der Zoll, den wir per Rechnung teuer bezahlt haben, ist gleich erledigt und natürlich wusste wieder keiner, wie man ein Carnet handhabt. Das sind wir schon gewohnt. Aber letztendlich ist das nie ein richtiges Problem, denn: „dein Kollege an der anderen Grenze hat es halt nicht so gut gekonnt wie du hier, Herr Zöllner!“- Läuft immer ‚runter wie Öl! Dank unserer neuen GPS-Garmin-Karte von Malaysia fahren wir direkt zum nächsten Carrefour ordentlich einkaufen. Soweit das in einem streng mohammedanischen Land nach unseren Begriffen überhaupt möglich ist. Aber der Carrefour passt schon. Inzwischen sind wir auch genügsam geworden.

Vor dem Carrefour trennen wir uns. Nun sind wir endlich alle wieder in unserem eigenen Reich, mehr oder weniger autark und wir freuen uns, wieder losziehen zu können-jeder nach seiner Facon. Schnell noch „Tschüs“ gesagt, ein herzliches „Mach’s gut“ und „Bis bald per Internet!“. Markus fährt weiter Richtung Meer. Wir müssen noch einmal nach KL, denn ich bekomme meine neue Brille für insgesamt ca. 120€, würde zu Hause ca. 1500.-€ kosten.

Die erste heisse (klimatisch gesehen!) Nacht im Auto, ohne Fan oder gar Aircon, bei guten 35°C, überstehen wir aber auch am Bahnhof von Padang Jawa an der Eisenbahnlinie KL-Port Klang, Richtung Port Klang rechts, sauber auf Asphalt, nachts besonders schön warm. Im Bahnhof gibt’s Dusche und WC, in der Nacht sitzt uns gegenüber der Watchman von einem Lagerhaus und die Polizei kommt auch öfter vorbei. Bald kennen sie uns und stufen uns als harmlos ein. Ich hole bald die Brille ab, sie passt und nun wollen wir endlich ins Land ‚rein. KL hat dann doch ziemlich genervt mit seiner Hitze, dem Dreck, dem Krach.

Über Seremban, wo wir uns noch das Freilichtmuseum anschauen, kommen wir ins „Grüne“: Wir fahren in den kleinen „Taman Rekreasi Ulu Bendol“. Hier ist ein großes Zeltlager für die Polizei, daneben ein Freibad, Essensstände und ein sehr nettes Plätzchen gleich beim Eingang ins Freibad. Unter der Woche sind wir ganz allein, nur das Personal ist pünktlich jeden Tag zum Waldfegen da und abends toben die Affen über uns in den Bäumen herum. Pünktlich mit dem letzten Licht gehen sie schlafen.

Am Tag kommen die Rekruten von der Polizeischule zum Baden: Die Jungs produzieren sich und führen „Kunststücke“ vor, die Mädels gehen in voller Kleidung mit Kopftuch planschen. So ist das eben bei „Mohammeds“.

Hier räumen wir ungestört unser Auto wieder ordentlich auf, wir verstauen die Sachen aus den Rucksäcken, alles kommt wieder an seinen gewohnten Platz.

Nach ein paar Tagen, wir selbst mussten uns auch erst mal wieder „sammeln“, schauen wir uns den alten hölzernen Sultanspalast Istana Lama und die nahe liegenden Menhire an. Die Strasse führt durch nette Dörfer, der Strassenzustand ist immer sehr gut. Hier in Malaysia gibt es keine Pisten mehr. Deutschland sollte sich da ruhig mal an der Strassenqualität ein Beispiel nehmen! Zwischendurch regnet es heftig, gehen Gewitter nieder, was allerdings auch immer bessere Luft und leichte Abkühlung für ein paar Stunden bringt. Am besten sind Gewitter so gegen 16°°, dann kommt hinterher die Sonne nicht mehr ‚raus und es bleibt relativ angenehm bis in die Nacht.

Das Essen ist schmackhaft, allerdings muss man höllisch aufpassen, dass nicht Monosodium Glutamat (MSG oder auch E621) ins Essen gemischt wird, und das gleich löffelweise! Manchmal schafft man es nicht, die Köchinnen zu stoppen, dann bin ich hinterher auch nicht mehr zu stoppen, aber die Toiletten sind ja immer in sehr gutem Zustand. Herrlich sind natürlich die Früchte: Rambutan, Durian, Mangosteen, Jackfruit-alle werden probiert und für sehr gut befunden. Ausser Durian, mir schmeckts mal ab und zu aber das ist überhaupt nicht nach Uwe’s Geschmack: „Bischen Vanille in weichem Karamel mit einem touch Alkoholgeschmack“ treibt angeblich den Blutdruck hoch, „macht warm“ erzählt man uns, man muss es eben mögen.

So fahren wir nun auch langsam ans Meer-unser Ziel ist Melaka, die schöne Stadt mit europäischer Vergangenheit, von Holländern als Handelsniederlassung gegründet. Man pflegt noch immer die alten Häuser, das Chinesische Viertel, und bemüht sich auch bei Neubauten noch um einen gewissen Stil. Viele, viele Touristen sind hier! Unter anderem auch Markus, dessen Auto wir stehen sehen, unter praller Sonne. Ihn selbst treffen wir bis abends nicht mehr an. Und es ist wirklich sehr heiß, besonders in der Stadt. Egal, zum Schauen sind wir hier: Franz-Xavier-Kirche, wo wir parken (manche übernachten dort auch), Roter Platz mit Kirche, Uhrturm und Historischem Museum, die nachgemachte holländische Windmühle, der St.-Pauls-Hügel mit Leuchttum und Kirche und Blick über die Stadt. Natürlich das Kulturmuseum im rekonstruierten Sultanspalast und auch das Marinemuseum im Nachbau der „Flora del Mar“.

Und wenn man zwischendurch dann immer zwecks Lebensgeister-wecken in den „Untergrund“ gegenüber vom Santiago-Tor geht, das ist nämlich einer der Eingänge in das super klimatisierte unterirdische Einkaufszentrum mit Übergang zum unübersehbaren Carrefour, dann braucht man für die ganze Besichtigungstour drei Tage. Wir hatten ja auch ein angenehmes Plätzchen für die Nacht: bei den stadtauswärts links gelegenen neu erbauten Eingangstoren von Melaka/Ayer Kroh-: bei der Touristinformation, mit kleinem Imbiss und sogar mit Duschmöglichkeit! Das ist der Vorteil in vielen moslemischen Ländern: Es gibt überall kleine Moscheen und dort gibt es immer Toiletten und Wasch/Duschgelegenheiten. Bei den Moscheen sind sie auch fast immer sehr sauber. Wir fahren weiter, dank Klimaanlage ist es sehr erholsam unterm Fahren. Aber wehe wenn man aussteigt!

Dennoch, die Küste bei Umbai ist sehr schön und lädt zu einer längeren Pause ein. Dann geht es weiter. Unser Stromumwandler (12V auf 220V) ist zwischenzeitlich kaputt gegangen, bisher haben wir nirgends einen neuen bekommen und zurück nach Melaka wollen wir nicht. Also fahren wir doch nach Johor Baru, was wir nicht geplant hatten.

Die junge Frau von der Touristinformation ist gute zwei Stunden mit uns umher gefahren um einen Platz für uns zum Übernachten zu finden: entweder die Polizei war dagegen oder es war ein Nacht-Parkverbot oder die Parkhäuser waren nur für Pkw (Einfahrtshöhe max. 2,20m) gedacht oder irgendwelche Security-Service-Leute sagten „Nein“. Die Polizei bemühte sich-wir waren entweder zu hoch oder für die kleinen Parkplätze zu lang. Es fand sich endlich ein Platz, der uns zwei schrecklich heisse Nächte auf einer Tankstelle nahe dem alten Bahnhof beschert hat. Wir hatten ja auch gedacht, dass wir unser Elektrogerät in einem der großen Einkaufszentren finden. Natürlich nicht, sonders ganz woanders, etwas ausserhalb vom Zentrum, nur mit Taxi machbar und fast jeder kennt den Laden. Alle Elektroartikel von sämtlichen Sicherungen, Kabeln bis Solaranlagen-alles was Elektrik und Elektronik betrifft, gibt es hier:
GUO WA Sdn.Bhd., LAU BENG HUA, 120, Jalan Keris, Tmn. Sri Tebau, 80050Johor Baru Und in dieser Gegend kann man auch immer ein Plätzchen zum Übernachten in den Seitenstrassen bzw. am Strassenrand finden!!

Bischen was anschauen und nach zwei Tagen sind wir gleich wieder weg aus dieser Stadt. Wir fahren quer durchs Land an die Ostküste Malaysias, nach Mersing. Nördlich von Mersing, im Kampung Air Papan erholen wir uns am Strand von Hitze, Stadt und Verkehr. Hier geht nun jeden Nachmittag ein erfrischendes Gewitter ‚runter, es weht ein leichter Wind, es ist ruhig und nur am Wochenende kommen ein paar einheimische Ausflügler, unter der Woche die Schulklassen. Die Vormonsun-Zeit ist keine Badesaison, aber die kleinen Stände hängen jeden Morgen unverdrossen die neueste Badekleidung, Schwimmgürtel, Gummitiere, Spielzeug, Souveniers und Handtücher ‚raus, die alten aufgepumpten Autoschläuche werden ordentlich gestapelt, die Coca-Bude geöffnet und bald kommt auch der Kokosnuss-Stand angerollt.

Wir können aufatmen: in der Ferne sehen wir die Mersing vorgelagerten Inseln, rechts und links zieht sich der Sandstrand die Bucht entlang, die Affen finden in den Bäumen zur Zeit genug Nahrung und kommen nicht bis zu uns zum Betteln, im kleinen Restaurant holen wir uns ab und zu ‚was zu essen.

Wenn wir Glück haben, kommen die schweren Gewitter erst nach 15 Uhr, dann kommt anschliessend meist die Sonne nicht mehr ‚raus und die abgekühlte Luft retten wir bis in die Nacht. Nach fünf Tagen ziehen wir weiter-es wird uns langsam langweilig.

Über Pandang Endau fahren wir ins Landesinnere zum Lake Chini, wo uns die Mücken auffressen. Dann geht es weiter durch endlose Palmen-Plantagen nach Kuala Tahan, dem südlichen Eingangstor zum National Park Taman Negara.

Kuala Tahan ist ein kleines Touristendorf mit vielen Guesthouses und kleinen Restaurants und Essensständen. Die Hauptsache der Ortschaft ist der Bootsanleger für die Überfahrt zum Taman Negara Haupteingang. Erst stehen wir auf einem riesigen Parkplatz gleich oberhalb vom Ortseingang, gegenüber vom Woodland-Hotel. Zur Zeit aber ist ein schwedisches Filmteam hier, die einen Film in und über den Park von einem gemieteten malaiischen Helikopter aus machen. Und diese malaiischen Heli-Piloten sind natürlich die „Schönsten und Größten“. Es gibt Malayen, die wir kennen gelernt haben, die sehr reich, sehr bescheiden, sehr gebildet und sehr freundlich sind. Die „Schönsten und Größten“ gehören nicht dazu. Die landen auf dem riesigen Parkplatz so, dass es uns fast aus den Stühlen weht, wollen, dass wir mal in diese Ecke, mal auf jene Seite mit dem Auto fahren, damit sie besser dort landen können, wo sie ihr eigenes 4×4-Auto geparkt haben, erzählen uns, dass wir im Parkverbot stehen-wollen uns drangsalieren, und das bei jeder Landung/Abflug – ca. 6 mal am Tag.

Letztendlich muss man auch das positiv sehen, es ist unser Glück, denn wir finden dadurch einen wunderbaren Übernachtungsplatz direkt über dem Fluss-herrlich! Hier bleiben wir drei Tage, fahren ‚rüber in den Taman Negara, gehen zum Fluss ‚runter, lernen Touristen kennen, mit denen wir mal wieder bisschen tratschen können. Aber auch auch hier jeden Nachmittag/Abend Regen. Wegen der vielen Mücken und Blutegel gehen wir nicht weiter in den Park ‚rein, machen nur die Standardwanderung und den Canopy Walkway. Wir sehen ja, in welchem Zustand die meisten Touris zurück kommen: Total zerstochen und von Blutegeln ausgesaugt. Genug der Hitze und Blutsauger, wir brauchen „Urlaub“!
Das haben schon zur Kolonialzeit die Engländer festgestellt und dafür ihre Hill Stations errichtet, wo es je nach Jahreszeit Englisches Wetter gibt.

Also fahren wir zuerst zum Frasier’s Hill mit seinem großen Golfplatz. Hier können wir schön parken, aber als Nichtgolfer gefällt es uns nicht so sehr hier oben. Vielleicht haben wir ja auch gerade zuviel Englisches Wetter, sprich Nebel!

Wir wechseln zu den viel weitläufigeren Cameron Highlands mit den schönen, charakteristischen Teeplantagen. In Tana Ratah finden wir für 15 Tage Erholung unter (fast) heimatlichen Verhältnissen:
Regen und Sonne wechseln einander ab, nachts wird es für uns richtig kalt. Wir finden unseren Platz auf der großen Wiese von Father’s Guesthouse. Dort haben wir Internet, warme Duschen, im Städtchen einen Markt für gutes Gemüse, überall gibt es die herrlichsten Früchte. Von der hauseigenen Gärtnerei bekommen wir frischen Weisskohl direkt vom Feld. Restaurants, Wäscherei, Geschäfte liegen vor der Haustür. Wir können feine Ausflüge unternehmen: Natürlich zum Gunung Berinchang, zu den Wasserfällen, durch die Teeplantagen und zu den Teefabriken, wir fahren nach Brinchang die Tempel anschauen, laufen und fahren durch die Cameron Highlands, wie auch immer die Ortschaften und Hügel heissen. Aber auch so ein „gutbürgerlicher“ Urlaub geht zu Ende. Wir geniessen die letzten wunderschönen Sonnenuntergänge und werden wieder zu Reisenden.

Hinab in die Wärme und nach Ipoh! An der Hauptstrasse vor Ipoh sehen wir schon rechts die ersten Felswände, dann entdecken wir am Ende einen ganz bunten Tempel oder war ist es doch bloss ein Kinderspielplatz? Nein, genau da müssen wir hin. Und dann reiht sich unter der Felswand ein Tempel an den anderen. Beim vorletzten, einem tibetanischen, übernachten wir. Er ist ein Neubau und wir können zuschauen, wie sie ihn kunstvoll nach alten tibetischen Vorlagen ausmalen. Sie freuen sich über unsere Spende für die Übernachtung, die sie nur sehr zögerlich annehmen. Auch im benachbarten chinesischen Tempel sind wir sehr willkommen.

Am nächsten Tag besuchen wir den Sam Poh Tong mit den heiligen Schildkröten. Tong ist hier die Bezeichnung für Tempel. Der kleine, dem Tempel vorgelagerte Heilige See ist sehr schön gestaltet mit Bonsais, Rasen, Miniatur-Felsen und Brücken. Im Wasser leben Fische und natürlich auch kleine Schildkröten. Die großen Schildkröten leben in einem Tempel-Hof mit eigenem Teich und wenn man sie aus Verehrung füttern möchte, dann kann man schon am Haupteingang zum Tempel das Grünfutter dazu kaufen.

Am nächsten Tag schauen wir uns noch zum Schluss den chinesischen Lin Seng Tong (Tempel), unseren vermeintlichen Kinderspielplatz, an. Die eigentliche Tempelhöhle wird hoch verehrt, aber ausserhalb ist der Tempel herrlich á la Disneyland, gestaltet. Keine erdrückende, dunkle Höhle, wo einem womöglich noch schwere göttliche Strafen angedroht werden oder einen gar erwarten. Nein, der Tempel ist heiter und macht eher Hoffnung auf Erhörung und Güte. Wir verabschieden uns von den Tempelfelsen und fahren weiter in den nördlichen Stadtteil von Ipoh zum Perak Tong.

Vor dem Perak Tong, dem großen Höhlentempel am nördlichen Stadtrand von Ipoh, dürfen wir für die Nacht stehen. Bewacht von vielen Hunden und noch mehr Affen. Bloss nicht unter die Bäume stellen, sonst kommen die Affen gleich durch die Dachluke ins Auto. Hinter dem Eingang öffnet sich die Tempelhöhle zu einem großen Gewölbe mit wunderschönen Felsmalereien rund um den großen Buddha.

Anschliessend kommt man in die große, ebenfalls mit Malereien geschmückte Felsenhalle von wo Nebengänge zu kleinen Tempel-Höhlen abzweigen. Einer dieser Wege führt die Höhle hinauf auf schmalem Steig und über Treppen empor unter die Decke bis man das Tageslicht erblickt. Dann geht es im Freien weiter hoch auf steilen Pfaden, über Treppen, an Tempeln vorbei bis man zum höchsten Punkt der gesamten Felswand gelangt, in die der Tempel eingefügt ist.

Wir werden mit einem herrlichen Blick über das gesamte Gebiet des Ipoh-Tales belohnt und von einem zarten Wind, der uns nach dem Aufstieg sehr gut tut und uns den Schweiss trocknet, begrüßt. Es ist schön, unter dem Schatten spendenden Dach zu sitzen. Lange betrachten wir die Umgebung und geniessen die „kühle“ frische Luft. Es ist immerhin Juli in den Tropen!

Nach einem anschliessenden Bummel durch das Stadtzentrum mit den obligatorischen alten Gebäuden aus der englischen Kolonialzeit, dem Merdeka, dem Poloplatz, einem Uhrturm und dem schönen Bahnhof (jetzt Hotel), erholen wir uns bei einem gutem Essen in einem chinesischen Restaurant (nur bei denen gibt es Bier!) und brechen anschliessend nach Kuala Kangsar auf. Es ist die Residenzstadt des Sultans von Perak. Eine kleine nette Stadt. Wir wollen die Ubudiah Moschee mit dem Mausoleum der Sultans-Familie anschauen. Dann sind wie da: sie ist klein, aber schön wie aus einem Märchenbuch: strahlend weiss mit einer großen goldenen Hauptkuppel und etlichen kleinen goldenen Kuppeln auf den weissen Minaretts. Sie haben annähernd die Form der guten alten Zwiebeltürme alpenländischer Kirchen. Nur stehen hier rundherum große Palmen und marmorne Springbrunnen verschönern die Anlage. Auf den Wegen rundherum, alles Granitplatten, kann man sich ganz schön die Fußsohlen verbrennen! Leider dürfen wir nicht hinein, denn es war schon alles sauber und rein für das Gebet der Sultans-Familie, die eine Stunde später erwartet wurde. Und für die Neugier von zwei christlichen Touristen wird die Moschee nicht zweimal hintereinander gereinigt. Die Anlage der Gräber und Mausoleen darf kein Fremder betreten. Da die malaiischen Moscheen innen sowieso nicht so überwältigend sind, sind wir nicht so traurig darüber und geniessen lieber im Schatten der Palmen unser Mittagessen bevor wir den Parkplatz für die vielköpfige Sultans-Familie, die bald in ihren Edelkarossen ankommt, räumen müssen. Wir fahren gemütlich ein Stück weiter, vorbei an der privaten Schiffsanlegestelle des Sultans zu dem alten Palast, heute Museum. Das Gebäude ist komplett aus Holz, ohne einen einzigen Eisennagel erbaut und wurde noch bis 1918 bewohnt. Er ist nicht sehr groß und schaut ebenfalls aus wie aus einem Märchenbuch: Gitterwände, die die Luft zirkulieren lassen und Blicke nach aussen zulassen aber nicht umgedreht. Das Erdgeschoss ist eine offene Säulenhalle, Rollos schützen vor neugierigen Blicken, vor Regen und Wind und überall am Haus schmücken bordürenartige Schnitzereien das Dach, die Gesimse, Gauben, Fenster und Türmchen. Die Anlage ist natürlich wunderbar gepflegt.

Auf dem Parkplatz vor dem Palasteingang, können wir gut über Nacht stehen, freundlich bewacht vom Palastwächter. Ein sehr netter Lehrer aus dem nahen Gymnasium, der viele Reisen auch nach Europa unternimmt, besucht uns noch am Abend. Er zeigt uns seine Fotos und lange unterhalten wir uns im Schein seiner Taschenlampe und unserer Kerze über „Gott und die Welt“. Dem Palastwächter geben wir am nächsten Morgen Uwes alte Jeans: „Er wird doch sicher Bedürftige kennen?“ Er strahlt uns an. Natürlich behält er die Hose selbst. Wir wollten ihn ja bloss nicht mit dieser Gabe als armen Mann bloßstellen.

Am nächsten Tag geht es wieder weiter. Wir wollen nach, auf malaiisch, Pulau Pinang, die im Nordwesten Malaysias vorgelagert Insel Penang. Man merkt hier heute noch sehr den englischen Einfluss, denn sie wurde erst 1957 selbständig und gehört erst seit 1963 zu Malaysia. Die Hauptstadt und Sitz des Sultans ist Georgetown, inzwischen Weltkulturerbe.

Seit 1985 kann man über die neu erbaute 13,5 km lange Penang Brücke auf die Insel fahren. Auf unserer Fahrt über die Insel zwecks Stellplatzsuche für wenigstens eine Woche treffen wir Ulla und Kari, ein schweizer Ehepaar, die uns zu „ihrem“ Platz mitnimmt. Sie stehen schon eine Weile vor dem Eingang zum Nationalpark Teluk Bahang. Hier, der Fischereihafen ist auch quasi um die Ecke, gibt es in dem Eintrittsgebäude Toiletten und Duschen, es gibt eine Bushaltestelle, Markt, Fischmarkt und einen sehr guten Essensstand eines malaiischen Ehepaares indischer Herkunft. Wir sind also für die nächste Zeit rundum versorgt und finden in Ulla und Kari Freunde, mit denen wir in Kontakt bleiben und die wir noch öfter in Asien treffen werden.

Wir klappern die ganze Insel ab: fahren natürlich nach Georgetown. Dort brauchen wir fast einen ganzen Tag zur Besichtigung eines der größten chinesisch buddhistischenTempels seiner Art, des Kek Lok Si. Er wurde zu Ehren Buddhas und der Kuan Yin, eines als Göttin der Gnade verehrten weiblichen Bodhisattvas des Mitgefühles, erbaut. Berühmt ist der Tempel-Komplex für seine 30m hohe Pagode der zehntausend Buddhas.

Mit einem Aufzug gelangt man auf eine Plattform auf dem Gipfel des Berges, wo die riesige Kuan Yin Statue steht. Leider haben wir nicht viel davon gesehen weil sie gerade eingerüstet war. Sie bekommt einen schützenden offenen Pavillon verpasst als Schutz gegen das Wetter. Dafür war die Aussicht von hier oben umso besser. Natürlich gehen wir zum Gelände und dem reichverzierten Klanhaus einer der ältesten multinationalen und überaus bedeutenden Handelsfamilie der Khoo Khongsi. Schlendern am Uhrturm und am Fort Cornwall vorbei durch die Stadt, zu dem ältesten Tempel von Georgetown, dem Kuan Yin Tong. Hier verbringen wir auch wieder einen halben Tag und beobachten das Treiben vor und in dem Tempel: hören die originalen Chinakracher, die zu Ehren der Götter und Buddhas abgebrannt werden und versuchen, dem schornsteinstarken Rauch der überdimensionalen Räucherstäbchen zu entkommen. Sie werden sogar in Schubkarren angebracht, von dienstbaren Geistern positioniert und angezündet. Heute ist einer der Geburtstage der Göttin, wo natürlich besonders viel los ist. Rund um den Tempel sind die entsprechenden Lädchen, wo man alles für seine Gebete kaufen kann. Natürlich fehlen auch nicht die Lottoverkäufer im Tempel. Hier ist doch das Glück am Größten! Wenn das nicht klappt! Eine Wanderung in den Nationalpark vor unserer „Haustür“ verkneifen wir uns: zu heiß, zu dampfig und zu viele kräftige Regenschauer zwischendurch.

Nach über einer Woche verlassen wir die Insel und fahren zu den Ausgrabungsstätten im Bujang Valley und dessen Umgebung. Aber je Höher die Berge, um so wolkenverhangener ist die Landschaft. Also fahren wir weiter und kommen an der inzwischen verfallenen, nichtsnutzigen Brücke zur Insel Bunting vorbei. Eine Ölfirma baute sie. Sie wollten Bohrungen unternehmen mit der Hoffnung, auf große Ölvorkommen zu stoßen. Aber es gab nichts, Angler nutzen jetzt die lange Brücke und am Tag kommen Familien auf die Insel zur Erholung und abends Pärchen, die sich sonst nicht erwischen lassen dürfen in den Sultanaten. Und natürlich Touris, die hier gerne mit ihren WoMos übernachten.

Wir kommen langsam zu unserer letzten Stadt in Malaysia, nach Alor Setar (gesprochen:Alu-star), der Hauptstadt des Sultanats Kedah, eines der seit 2008 strengsten islamischen Sultanate in Malaysia, was man Gott sei Dank zumindest im Moment als Tourist/in nicht zu spüren bekommt. Es ist so richtig heiß, feucht und dunstig. Wir suchen einen Platz mit Dusche und wenn möglich WiFi. Mit Glück und Geschick werden wir fündig bei den sehr, sehr netten Leuten der Touristinformation. Damit sind zwei Übernachtungen und ein Bummel durch die Stadt gesichert. Man kann nur langsam bummeln bei dieser Hitze und braucht abends unbedingt kühles Duschwasser bzw. ein Wasserschlauch vom Gärtner tut es hier auch! Auf diesem Parkplatz gibt es alles und nachts ist es sogar sehr ruhig. Malayen sind ruhig und keine Nachtschwärmer. Wir schauen zum großen Platz vor der tollen Moschee. Hier stehen auf der einen Seite die leicht angeschlagenen Regierungsgebäude und der alte englische Uhrturm von 1906 des nicht sehr reichen Sultanats. Gegenüber steht am Kedah-Fluss die prächtige, große Zahir-Staatsmoschee. Charakteristisch sind die schwarzen Kuppeln, das beige Gebäude mit den vielen kleinen Minaretten und schon fast „marokkanischen“ Rundbögen in den Höfen und Rundgängen. Es ist ein prächtiges Bauwerk.

Und im angrenzenden Fluß tummeln sich riesige, bestimmt 3m lange Varane: „Varanus Salvator“?. Der Name gefällt uns, erinnert er uns doch immer an ein gutes Münchner „Lebensmittel“, das hier leider nicht ausgeschenkt werden darf. Der Schwanz ist überaus stark, die Beine ziemlich kräftig, die Krallen lang und die gespaltene Zunge schnell. Die Tiere scheinen doch eher Komodovarane zu sein, imposante Tiere, mit denen zusammenzutreffen sicher nicht „komod“ist. Na ja, der Name kommt ja auch von der Indonesischen Insel Komodo. „Unsere“ Varane sind ziemlich scheu und halten ihren Sicherheitsabstand ein. Aber man kann ja nie wissen, wie sie reagieren wenn sie sich belästigt oder bedrängt fühlen. Also lieber bisschen Vorsicht beim Fotografieren walten lassen. Eine Nacht verbringen wir noch recht angenehm bei der Touristinformation und am nächsten Tag geht es weiter nach Norden.

Von hier aus sind es nur noch gute 50 km bis zur Grenze nach Thailand! Was wird uns da erwarten?

So richtig haben wir noch keine Vorstellung von diesem buddhistischen Königreich. Es muss mehr geben als nur junge Mädchen, Sandstrand, Bangkok und König Bhumibol mit seiner Sirikit. Wir sind sehr gespannt und strengen uns an, bald darüber zu berichten!

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