Auf nach Asien

09.05.2009 bis 10.06.2009

Nachdem nun der Umzug von unserem Sohn erledigt und gefeiert war, die ganze Planerei ein Ende hatte (wir kamen ja erst Mitte März aus Marokko zurück!) starten wir am 09. Mai 2009 zu unserer nächsten großen Reise:

Wir wollen über Südost-Asien nach Indien fahren und dann weiter!
Wie, wann, wie lange, wohin?
Das wissen wir noch nicht!

Wer weiss schon, was alles noch passieren wird, welche Wege uns verschlossen, welche vielleicht sogar geöffnet werden.
Der 1. Teil der Reise ist sicher: Das Auto wird nach Port Klang/Malaysia verschifft und während dieser vier Wochen reisen wir über die Nord-Philippinen und Singapur nach Malaysia um dort dann hoffentlich das Auto wohlbehalten in Empfang nehmen zu können.

Unsere erste Etappe endet schon nach 35km in Königsbrunn auf dem Parkplatz von unseren Kindern, es heisst wieder für lange Zeit Abschied nehmen. Dank Internet und Skype sind wir ja aber immer kostengünstig miteinander verbunden sofern wir ins Internet kommen.
Am nächsten Tag fahren wir gemütlich am Bodensee entlang nach Kressbronn, wo wir unsere nächste Übernachtung auf dem Stellplatz bei Berger, dem Campingausrüster, haben: Wasser-Entkeimungsmittel und Kleinzeug besorgen. Am 11.05. sind wir nachmittags endgültig am vereinbarten Ort: Wir treffen uns mit Markus, den wir 2007 in Brasilia kennen lernten, in Basel/Birsfelden, beim Swiss Terminal. Wir wollen aus Kostengründen unsere beiden Kfz. zusammen in einem 40“HC-Container nach Port Klang/Malaysia verschiffen.
Als wir noch mit Aufräumungsarbeiten und Umzug zu Hause beschäftigt waren, hatte er schon in Sachen Verschiffung gute Vorarbeit geleistet, was sich jetzt angenehm bemerkbar macht.
Nun also stehen wir am Swiss Terminal in Basel/Birsfelden. Es wird spannend:
Zunächst weiss niemand was von uns, aber dann ging alles flott und unkompliziert von Statten.
Was natürlich leicht geschrieben ist, für Markus war es auch so, aber wir mit unserer Höhe über 2,71m hatten Probleme, mussten wir doch auf eine Höhe von max. 2,58m ‚runter kommen!
Also, unser Container steht schon bereit, Türe auf und Markus kann ganz lässig ‚rein fahren.
Und wir? Nach vielem Nachdenken, Zaubern, im Internet Anregungen suchen, Messen, Ausprobieren, Probefahren haben wir das Problem folgender Maßen gelöst:
Wir haben gebrauchte 15 Zoll-Stahl-Felgen besorgt und diese auf den kleinstmöglichen Durchmesser rundherum abschneiden lassen. Dann haben wir die normalen 16 Zoll-Reifen runter genommen und die verkleinerten Stahlfelgen montiert. Bei der Montage waren die Leute vom Hafen mit ihrem Gabelstapler sehr behilflich denn ein normaler Wagenheber geht quasi nicht mehr zu bedienen, zu hoch für eine letztendliche Bodenfreiheit von ca. 3cm.
Jetzt schaut unser Auto sehr komisch aus! Dann rollt es ganz langsam, quietschend und ächzend mit einer End-Höhe von 2,56m gut in den Container ‚rein! Geschafft! Und alle, wir drei, Hafenarbeiter und Agent sind sehr erleichtert, dass das so geklappt hat! Also „Türe zu und Tschüs“.
Bis in 4 Wochen in Port Klang/Malaysia-hoffentlich!

Wir machen uns auf den Weiterweg, die zweite Etappe:
Am 12.05.09 geht es mit den Rucksäcken zum Baseler Bahnhof und der Nachtzug bringt uns im Liegewagen gemütlich nach Berlin.
Markus kennt Berlin nicht und wir haben den anderen Teil unserer Familie dort. Das trifft sich gut und er bekommt einen Einblick in das touristische und das normale Berlin.
Wir nehmen Abschied von Mutter, Schwester, Tanten, Nichten und Kindern und ziehen mit Markus durch die diversen Stadtbezirke, mit und ohne „offiziellen“ Sehenswürdigkeiten. Er ist wohl froh, dass er sich nach 4 Tagen Berlin auf dem langen Flug nach Malaysia endlich ausruhen kann.

Am 18.05.2009, es beginnt die dritte Etappe, landen wir nach unserem 21 Stunden Flug mit Stops in London und Hongkong in Manila.
Jetzt heisst es Hotel suchen, was nicht leicht ist: entweder sind es bessere „Absteigen“ oder es sind gute und damit auch ziemlich teure, z.T. unverschämt teure Hotels. Wir deponieren Uwe mit dem ganzen Gepäck bei einem Hotel und gehen dann auf Suche. Markus und ich haben so schon unsere erste Stadtbesichtigung hinter uns, finden aber tatsächlich ein ruhiges, zentral gelegenes, kleines Hotel:
Das „Arirang Hotel“ in der Mabini Street: mit Innenhof und „Dachterrasse“, „7/Eleven“ gegenüber, Restaurants überall. Und vor allem einigermassen bezahlbar. Dafür, dass auch noch einige Kakerlaken im „Bad“ bei uns gewohnt haben war es für 20€ incl. Kühlschrank, eigenem Bad und Aircon recht günstig für Manila. Jetzt können wir aufatmen, erstmal zu uns kommen, bischen aklimatisieren. Es ist hier ungewohnt heiß und dampfig, abends gehen oft schwere Gewitter und Regengüsse nieder.
Das touristische Programm Manilas mit Altstadt, Fort Santiago, Kirche und Kloster San Augustin, die Kathedrale, Park Rizal, bischen Küste und Einkaufszentren zum Abkühlen halten wir natürlich trotz allem ein. Fast alle längeren Strecken legen wir per Jeepney oder Tricy zurück, die kürzeren werden zu Fuss erledigt.
Aber wir haben ja schliesslich keinen Urlaub, sind nur auf der Durchreise!
Und so geht es schon wieder nach drei Tagen in Manila weiter.
Die Reis-Terrassen von Banaue, die auch auf der Rückseite des 1000-Peso-Scheines zu sehen sind, wollen wir nicht versäumen. Ausserdem sind sie im „Gebirge“, der so genannten Cordillera gelegen, und dort ist das Wetter für uns vielleicht besser, zumindest nicht so schwül. Mit Baliwag-Reisen fahren wir zunächst im Reisebus nach Solano, übernachten dort, und fahren dann per Jeepneys und zum Schluss auch noch per Tricy ins City-Center von Banaue ein. Wie oft wir umgestiegen sind? Wir haben es nicht mehr gezählt.
Aber! So lernt man Land und Leute kennen, und wir wollen ja auch ‚was sehen. Man wundert sich immer wieder, wie schon in anderen Ländern auch, wie viel in so ein Fahrzeug ‚rein geht:
Viehzeug, Zementsäcke, Säcke mit Gemüse, Eisenstangen, viele schlafende und Zeitung lesende Mitreisende. Wer keinen Platz findet, geht aufs Dach oder steht hinten auf der extra dafür konzipierten Stoßstange mit Haltegriffen. Die Fahrerei mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist auf den Philippinen problemlos, irgendwas fährt immer und es ist billig. Allerdings darf man nicht empfindlich sein und schon mal stundenlang quer zur Fahrtrichtung auf Seitenbänken mit wenig freundlichen Polsterungen, ohne Bein-und Kopffreiheit aushalten können. Es kommt jeder mit seinem Gepäck mit, manchmal muss gerutscht werden- wohin? Wissen wir auch nicht, aber es geht dann doch. Die ersten Jeepneys sind in einer Fabrik bei Manila gebaute Spezialfahrzeuge für Mensch, Tier und Last. Entstanden aus umgebauten alten Ami-Jeeps vom 2. Weltkrieg. Inzwischen werden sie in philippinischen Fabriken gefertigt, sind bemalt und verchromt „was das Zeug hält“. Und sie sind richtig altertümlich schöne Autos „mit Charakter“. Sie sind hier eben DAS Verkehrsmittel für Mittelstrecken.
Die Kurzstrecken bewältigt man mit dem Tricy, den Tricycles. Das sind Mopeds mit Beiwagen-Maschine, überdacht gegen Sonne und mit Einschränkungen Regen, da braucht man dann noch einen Regenschirm als variablen Seitenschutz gegen Feuchtigkeit von oben und von unten. Drei europäische Leute mit großen Rucksäcken kommen locker mit. Ab und an leidet der Körper bei schlechter Strecke erheblich. Und gerade auch dort werden sie natürlich eingesetzt, wenn ein Jeepney nicht mehr geht oder sich nicht lohnt. Von den Philippinos fahren bis zu sechs mit. Sie sind eben keine „Weicheier“ wie die Europäer.
Jedenfalls kommen wir dann leicht durchgerüttelt und etwas lädiert nach zwei Tagen Fahrt in Banaue an.
Wieder wird Uwe mit Gepäck deponiert, wieder gehen Markus und ich auf Zimmersuche. Wir werden im „Stairway“, gleich nahe am Ortskern, fündig und bekommen jeder ein schönes Zimmer mit WC/Dusche (700 P/ca.11€), schöner Aussicht und sehr gutem Restaurant im Haus. Frühstück und Abendessen sind perfekt! Was man nicht immer sagen kann! In diesem kleinen, quirligen Ort, mitten in den Reisfeldern gelegen, bleiben wir wieder 3 Tage. Schauen uns das Dorf an, wandern zu den Weltkulturerbe-Reisterrassen, fahren mit dem Tryci Richtung Batad bis zur sog. Junction. Weiter geht es nicht, weil die Piste kaputt ist und gerade geflickt wird. Den Rest müssen wir laufen.
Batad ist ein Dorf, mitten im Gebirge gelegen. Rundherum, wie in einem Amphitheater, sind die Reisterrassen sehr, sehr steil seit langer Zeit angelegt und gepflegt worden. Im Gegensatz zu Banaue, wo die Terrassen aus Erde geformt sind, werden sie hier in Batad aus Stein angelegt, verbunden durch kleine, steile Steintreppen. Jetzt ist das ganze Gebiet zum Weltkulturerbe erklärt worden. Die Touristen kommen, die Leute verdienen hier gutes Geld und haben damit auch Grund genug die Terrassen zu erhalten und dort wohnen zu bleiben. Was natürlich auch gewollte Landschaftspflege bedeutet. Zudem ist der Reis zu 90%, erzählt man uns, Bio-Reis, was den Anbau wesentlich lukrativer macht.

Bevor man aber dort hin kommt, muss man sich erst über die Fahrstrasse auf einen kleinen Pass hocharbeiten und dann wieder Richtung Dorf Batad absteigen. Wir laufen nicht bis ganz ins Dorf hinab, müssen wir doch wieder zurück nach Banaue, an der Junction wartet unser Tricy für die Rückfahrt auf uns.
Der Blick in dieses „Reisfelder-Amphitheater“ ist wunderschön!
Am 26.05.09, nach vier Tagen Stairway, geht es weiter.
Wir wollen nach Sagada zu den „Hängenden Särgen“.
Also eine Fahrt gebucht von Banaue nach Sagada per Mitsubishi-Allrad-Fahrzeug. Mit uns fahren noch drei Mädels aus Israel, was die Kosten senkt aber nicht stört. Sie sind vom vielen Kurvenfahren und Gerüttel so fertig, dass sie bald keinen Muchser mehr machen. Sie sitzen zu allem Übel auch noch auf der letzten Bank.
Etwas oberhalb von Sagada finden wir dann unsere Zimmer im St. Josephs-Resthouse für 500P (ca. 8€). á la Jugendherberge mit Gemeinschaftsdusche, einfach, sauber. Dank „Edison“ können wir unsere Batterien laden usw., in unserem Zimmer gab es nicht mal eine Steckdose, nur eben eine Glühbirne.
Aber, und das ist die Hauptsache, wir haben gut geschlafen in der frischen Luft und waren zu neuen Taten bereit: diese Särge wollten wir schon sehen, wo die Menschen vor gar nicht so langer Zeit hoch in den Felsen beerdigt wurden. Wenn die qm-Preise weiter so steigen, dann wäre das doch in den Alpen auch ‚was, oder?
Die Felsen sind ähnlich wie bei uns die Kletterfelsen im Fränkischen oder an der Donau bei Kehlheim. Die Särge werden dann, meist im leicht überhängenden Bereich, auf an der Wand und in Felsnischen angebrachten Holzgestellen befestigt. Nur zur Beruhigung: die Särge sind trocken und es riecht nicht!
Die ganze Wanderung war sehr schön, obwohl wir in keine der am Wege liegenden Höhlen gehen konnten. Das geht nur in der Trockenzeit, jetzt steht das Wasser zu hoch. Der Weg geht hinter der großen alten Kirche erst hinab zu den Särgen, dann in einem hübschen kleinen Tal den Bach entlang und anschliessend vor der letzte Höhle sehr romantisch zur Strasse nach Sagada hoch, die man dann zurück läuft.
Zwischendurch muss man natürlich unbedingt ein kleines Bierpäuschen einlegen. Getränke mitnehmen!
Zwei Tage später fahren wir mit einem Reisebus von Sagada über Baguio nach Manila.
Erst aber nach Baguio: das Wetter ist anfangs nicht ganz so toll mit Regen, Nebel und natürlich wenig Sicht. Wenn man in Fahrtrichtung rechts sitzt, hat man sowieso eine schlechte Aussicht, also links sitzen!
So quälen wir uns weiter mit dem Bus nach Baguio, zum Schluss geraten wir sogar noch in richtige Verkehrsstaus-warum auch immer: viel Verkehr, Baustellen, intelligente Autofahrer, nicht motorisierte Verkehrsteilnehmer jeder Art und Sorte, und, und, und.
Gegen Abend kommen wir endlich auf dem völlig versieften Busbahnhof von Baguio an. Wohin?
Es bleibt uns nur das Busbahnhofs-Hotel, wo wir für die erste Nacht in einem Dreier-Stockbett-Zimmer gut unterkommen. Am nächsten Tag suchen wir uns was „Besseres“, wo jeder für sich laut schnarchen kann. Im „Benguet Pine Inn“ gleich beim Burnham Park finden wir zwei Zimmer. Auch hier darf man nicht pingelig sein! Beim Frühstück am nächsten Morgen treffen wir ein Ehepaar, „waschechte“ Bayern, die zur Hochzeit ihres Sohnes unterwegs sind: er heiratet auf eine der philippinischen Mosleminseln im Süden. Wir wundern uns doch sehr-genauso wie die Eltern.
In Baguio gibt es weder am Tag noch am Abend Aufregendes zu sehen, ausser tausende von Jeepneys!
Endlich geht es am nächsten Morgen per Luxusliner zurück nach Manila. Auch hier zum Schluss noch manche Staus, die Landschaft ist nicht gerade bemerkenswert, aber was soll’s, wir sitzen sehr gut auf Fernsehsessel ähnlichen Sitzen im Kühlen dank Aircon!
Natürlich nehmen wir wieder zwei Zimmer in „unserem“ Hotel in der Mabini Road. Bloss nicht wieder auf Suche gehen!
Weil wir wenig Zeit haben, beschliessen wir, in den Süden, nach Legaspi, zu fliegen. Das kostet pro Person ca. 70 € hin und zurück, das geht in Ordnung und wir sparen uns viele lange Busfahrten und ggf. nötige Übernachtungen. Man kommt ja in diesen Ländern nicht vorwärts!
Wir landen in Legaspi und fahren am gleichen Tag mit einem „Van“ weiter nach Donsol.
Vom Mount Mayon, dem immer noch tätigen Vulkan sehen wir leider fast nichts; wir hoffen auf die Rückfahrt, es kann nur noch besser werden. In Donsol finden wir am Meer, ausserhalb der Ortschaft, wo die Taucher ihre Boote für das Whaleshark-Watching haben, eine nette Bleibe im „Jo Lee-Guesthouse.“. Eines nachmittags kam ein VW-Bus mit ganz merkwürdigen Nummernschildern: vorne und hinten waren unterschiedliche ordentliche Deutsche Nummernschilder angebracht und darüber dann die ordentlichen philippinischen Nummernschilder. Merkwürdig, oder? Nun, ja. Super Essen gibt’s übrigens im ersten Restaurant nahe der Tauchagenturen am Strand. Es ist hier herrlich windig, das Meer ziemlich rauh, was allerdings nicht gut für Markus ist, der ja zum Walhaie-Tauchen gehen will. Die Walhaie sind die größten Haie und generell auch die größten Fische der Welt. In Südamerika waren die Wale die größten im Meer lebenden Säugetiere, hier sind es die größten im Meer lebenden Fische. Und weil es Fische sind, kann ich sie sowieso nicht sehen und Uwe hat auch keine Lust aufs Schnorcheln, zumal ja die Saison schon vorbei ist. So geht Markus allein auf Schnorchel-Ausflug. Er hatte Glück, und konnte noch den letzten Walhai der Saison erschrecken. Der kleine Hai hat wohl noch extra auf den Schweizer Taucher gewartet, nett wie alle Philippinen nun mal sind.
An einem Abend unternehmen wir gemeinsam eine Bootsfahrt zu den „Fireflies“ oder lt. Wörterbuch „Glowworms“-sagen wir einfach Glühwürmchen, die auf manchen Bäumen zu tausenden sitzen und glimmen wie Lichterketten zu Weihnachten in den Bäumen. Die Bootsfahrt durch die Dunkelheit hat uns am Besten gefallen zumal es aufgehört hatte zu regnen.
Wir hatten schöne Wanderungen durch die Siedlungen unternommen, an Schulen vorbei, zu traditionellen Bootsbauern, haben Frauen zugeschaut, die ihre Dachschindeln aus Bananenblättern fertigen, Bauern die mit ihren Wasserbüffeln die Reisfelder bestellen, beobachtet, haben über die super sauberen Dörfer gestaunt, wurden von den Schulkindern mit ihren sehr guten Englisch Kenntnissen „überfallen“, sind durch Donsol gestreift, haben den Fischern mit ihren Auslegerbooten zugeschaut und vieles mehr.
Letztendlich geht es bald wieder per Van nach Legaspi zurück. Wir bleiben dort zwei Nächte im „Airporthotel“, schauen uns noch Legaspi an, das aber auch nichts weiter zu bieten hat.
Am Interessantesten war eigentlich der „Kiez“ auf der Fischerinsel „Wharft“.
Den Mount Mayon aber sehen wir leider nicht mehr in seiner ganzen Pracht. Schade.
Dann brachte uns der Flieger schon wieder zurück nach Manila.
Dort mussten wir natürlich noch in die angeblich größte Shopping Mall von Asien, die übrigens fast jedes Land in Asien aufzuweisen hat, die hiesige „Mall of Asia“. Auch hier gibt es eine Eisbahn vor einem Poster von Eiger, Mönch und Jungfrau-das ist eben die angebliche Konkurrenz zu Dubai. Was aber unübertroffen sein dürfte ist das Angebot von Reissorten! In dem großen Supermarkt bei der Mall of Asia habe ich 84 Sorten gezählt! Gegessen haben wir in den Restaurants letztendlich immer nur eine, wohl die billigste.
Auch Import aus China?
Wir kaufen noch Schnaps fürs letzte Geld ein; in Malaysia, einem Moslemland, wird der Kauf sicher problematischer und teurer werden. Was aber dann doch nicht so stimmte, denn in den Läden der Chinesen, die keine Moslems sind, gibt es alles, auch Bier und Schnaps!
Am 07.06. heisst es Abschied nehmen von den Philippinen. Wobei wir ja eigentlich nur einen Teil der Insel Luzon, d.h. den christlichen Teil der Inselgruppen, kennen gelernt haben.
Die Philippinos haben wir immer als fröhliches, aufgeschlossenes, freundliches und ehrliches Volk kennen gelernt. Wenn sie einen schon von Weitem begrüßen oder in ihre Läden ziehen wollen mit ihrem Ruf „Yes, Mum!“, „Yes, Sir!“ und wenn es ganz schnell gehen soll, schon auch mal mit „Yes, Mum, Sir!“, dann mußten wir schon öfters laut lachen und sie lachten alle mit! Diese Offenheit und Ehrlichkeit ist uns schon auf unserer Reise nach Südamerika und zurück bei der philippinischen Besatzung auf dem Schiff aufgefallen.
Im Land ist es ein unkompliziertes, angenehmes aber nicht unbedingt preiswertes Reisen!
Essen und Übernachtung gehen ins Geld!

Am 07.06.09 entführt uns der Flieger über Hongkonk zu unserem vierten Etappenziel, nach Singapur!
Per Internet hatten wir schon zwei Zimmer ziemlich nahe der Arabstreet gebucht, was die Ankunft doch sehr erleichterte. Per Zug und Metro waren wir dann auch bald da: im „Sleepysams“ nahe der Sultan-Moschee.
Drei Tage bleiben wir: China-Town, indisches Viertel, Sentosa, Raffles Place mit seinen letzten Altbauten und den höchsten Hochhäusern und natürlich der Merlin, das Wahrzeichen von Singapur, müssen besucht werden. Nebenbei kommen wir noch an ein paar Shoppingcentern vorbei, die oft nur wegen ihrer Klimaanlagen so attraktiv sind.
Zum Sim Lim-Place müssen wir auch: hier gibt es auf 7 Stockwerken Elektronik zu kaufen:
Fotokameras, die teurer oder älter sind wie in Europa; Handys, die fast alle aus China stammen, usw. Was man von den Notebooks und Laptops halten soll, wissen wir nicht. Auf jeden Fall gibt es wahnsinnig viel Ersatzteile und Zubehör für wenig Geld zu kaufen. Wer sich gut auskennt, wird hier sicher sein Glück finden. Wir sind froh, dass wir keine Ersatzteile brauchen.
Wir haben uns im Garmin-Shop GPS-Karten für 10€/Karte gekauft! Die haben wir auch gebraucht:
für Malaysia, Thailand und Kambodscha. Alle Karten sind sehr gut, auch die Tankstellen und die Tesco-Supermärkte kann man „blind“ finden, Touristinformationen, Sehenswürdigkeiten, Hotels, Wasserfälle, sozusagen alles, was das Herz begehrt. Damit man nicht aufhört selbst zu denken, kommt gelegentlich ein kleiner „Test“ und das ist gut so, für den Geist und die Papier-Landkarten-Hersteller, die wollen auch noch weiter leben. – Wie bequem ist doch das Reisen geworden, vor allem in Großstädten mit ihrem Chaos wie eben z.B. in Kuala Lumpur!

Am 10.06.09 endlich nehmen wir unsere letzte, die fünfte, autolose Etappe in Angriff: der Flieger bringt uns nun nach Kuala Lumpur/Malaysia, wo wir auf die Ankunft unserer Autos warten werden.
Normalerweise treffen sie am 13.06. ein, aber ob wir sie dann auch bekommen, das wissen wir natürlich nicht!
Wir nehmen uns ein Zimmer im „The Heritage Station“ Hotel, sehr nett, altertümlich, zentral im Bahnhof gelegen und inkl. Frühstück und Internet. Für rund 90 MYR=18€ noch sehr teuer. Wobei wir es schon billiger bekamen, weil wir handeln konnten und gleich für eine Woche zahlten. Markus nahm sich dann ein anderes Zimmer in Chinatown, weil er hier im „Heritage“ quasi den gleichen Zimmerpreis für nur eine Person zahlen musste, in Chinatown fand er etwas für die Hälfte. Als Single muss man um jeden Preis feilschen, weil es nicht nach Personen-, sondern nach Zimmerpreis geht.
Auch Malaysia ist in den Übernachtungspreisen nicht billig!

Wir sind endlich in Malaysia angekommen, das Auto hoffentlich auch bald!
Wie es weiter geht, lest Ihr dann im nächsten Bericht.

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