Albanien- 2014

ALBANIEN      Stand Mai 2014

Generell:
zur Schreibweise folgendes: Die Ortsnamen werden hier mit unseren ganz normalen Buchstaben geschrieben, d.h. wenn normal zwei Pünktchen über das e gehören, dann sind sie in diesem Info-Teil weg gelassen. Meistens werden die e mit Pünktchen ‚drüber wie ein ä bzw. ö ausgesprochen.

Einreise:
Die Einreise nach Albanien von Igoumenitsa aus an der Grenze Qafe Bote war problemlos. Pässe, zwingend vorgeschrieben, wurden abgestempelt. Da wir per Auto kamen, erhielten wir auch den Einreisestempel mit einem Auto drin. Natürlich Kfz.-Schein und grüne Versicherungskarte.

Das war eine Sache von fünf Minuten, dann ging es zum Zoll, der hat sich per „Hallo“ gefreut, dass wir kommen und wir konnten gleich durchfahren. Bei der Ausreise das gleiche problemlose Procedere. Den Zöllner bei Permet haben wir vorher schon bei den heissen Quellen getroffen. Er hat uns an der Grenze mit freudigem Hallo begrüßt, waren wir doch „alte Bekannte“. Ausreisestempel und fertig.

Geldbeschaffung:
An der o.g. Grenze kann man kein Geld wechseln. Man muss bis Ksamil oder wie wir es gemacht haben, bis Sarande fahren. Dort gibt es Banken und Western Union, die allerdings Provision kassieren. Bei vielen Automaten steht nur Visa ‚dran, die aber hier meist keine ausländischen Visa-Karten akzeptieren.
Die CREDINS BANK, die immer funktioniert, liegt an diesem Platz in Sarande:
N 39° 52′ 28,5“ E 20° 00′ 27,1“
Bargeld wechseln kann man also bei Western Union, z.T auch bei der Raiffeisen Bank. Campingplätze und Restaurants nehmen auch sehr gerne Euros. Ebenso die Fähre bei Butrint. In Läden und Märkten wird es vielleicht schwieriger. Wir haben gezogen, gebührenfrei, fertig.
1 € = 139,5 Lek am ATM per Visakarte.

Strassen/Verkehr:
Natürlich haben wir auf unserem Navi wieder die routingfähige Karte für die ganze Reise installiert: http://garmin.openstreetmap.nl , so ist das Reisen heutzutage überaus bequem. Vorsichtshalber haben wir zwei Navis von Garmin mit jeweils der gleichen Karte. Sicher ist sicher!
Die Küstenstrasse ist einwandfreier Asphalt, natürlich mit ein paar kleinen Schlaglöchern. Ebenso die westliche, d.h. die alte Strecke, an Elbasan vorbei gen Norden nach Tirana ist Asphalt, sehr schmal und kurvig aber sehr schön!
Auch die alte Strecke von Shkoder über Kukes nach Peshkopi ist Asphalt. Auch hier natürlich Schlaglöcher, Baustellen, manchmal etwas schmal.
Ab Peshkopi gen Süden bis Librazhd ist es eine ganz schmale tolle Piste. Sprinter-Größe ist hier das Maximum. Da es eine Hauptverkehrsstrasse ist, gibt es etlichen Gegenverkehr von Privatautos und den Sammelbussen, die ebenfalls sehr viel Sprinter fahren. Da müssen manchmal die Aussenspiegel eingeklappt werden-und wir sind nicht breit!
Von Elbasan über Belsh nach Kucove ist größtenteils ebenfalls üble Schlaglochpiste.
Von Berat durch das Osum-Tal über Corovode nach Zaberzan bis zum letzten Canyon-Tiefblick , d.h. bis zur Türbe des Abaz Aliu, dem Begründer der gemäßigten, albanischen Bekthashi-Sekte, ist Asphalt. Anfangs schlechter, dann immer besser, weil neuer.
Von Zaberzan dann weiter über Sevrani i Madh nach Permet zu 90% üble Piste: Tiefe Schlaglöcher, PkW-Spurbreite, teils am Rand abgebrochen, frisches Geröll auf der Piste (vielleicht vom Erdbeben?),schmale Brücken, kaum Verkehr.

Diesel:
kostet 175-185 Lek/Liter, der billige Diesel geht genauso gut wie der teure. Wir haben mit unserem Auto keine Unterschiede gemerkt, wie es in manchen eifrigen Reiseführern steht.
Tankstellen gibt es zahlreiche, Läden für Kfz.-Artikel und Autoreifen ebenfalls. Der Albaner muss sein Auto pflegen nach dem Motto „Einmal und nie wieder im Leben“.

Übernachten:
Macht keine Probleme, ist überall möglich. Wir standen manchmal vor Restaurants, das Essen ist hier nämlich ausgesprochen preiswert und gut. Z.T. ist Essen+Trinken für zwei Personen und am Restaurant übernachten billiger wie ein Campingplatz.
Campingplätze kosten 8-15€/Auto/Nacht incl. Strom, Internet, Wasser, Duschen. Waschmaschine normal 3€/Maschine. Frei stehen ist natürlich schöner und fast immer und überall möglich.

Wasser:
Oberhalb der Siedlungen liefern die zahlreichen Brunnen alle Trinkwassser. Es gibt viele an den Strassen und Pisten! Auf Campingplätzen sowieso, im Übernachtungspreis mit ‚drin.

Internet:
In Ksamil haben wir uns eine Vodafone-Sim-Karte fürs Smartphone beschafft mit 3GB, gültig für 6 Monate. Kosten 400 Lek für die Karte, aufgeladen mit 900 Lek, d.h. alles zusammen 1300 Lek, knapp 10€, wieder aufladbar an fast jedem Zeitungskiosk.
Funktioniert fast überall, super schnell und gut.

Eintrittspreise:
Die Eintrittspreise betragen meist um die 200 Lek/Person.

Wetter:
Wir waren im Mai hier und können eigentlich nicht sagen, ob das Wetter so nun normal ist oder nicht. Die Einheimischen sagen alle, es wäre nicht normal. Lt. http://www.eklima.de ist aber für den Mai viel Regen üblich. Wir haben dieses Jahr in ca. 1500m die Schneegrenze, die erste Woche war total verregnet und so kalt, dass wir wegen der Feuchtigkeit und Gemütlichkeit geheizt haben. Die dritte Woche war ebenso total verregnet. Die Pisten manchmal rutschig, ganze Bäche kamen an den Rändern herab. Es gab zahlreiche heftige Gewitter. Vielleicht hat uns ja auch das „Balkan-Unwetter“ erwischt. Wir denken, vor allem für Wanderungen, ist das sehr gebirgige Albanien im trockeneren Juni wesentlich besser!
Am 19.5. gab es ein Erdbeben der stärke 5.2 – in Albanien, hat man uns gesagt, hätte man öfter mal ein leichtes Erdbeben, aber das letzte dieser Stärke wäre vor ca. 30 Jahren gewesen.

Einkaufen/Lebensmittel:
Obst und Gemüse ist fast alles Bio, Gift ist zu teuer (Gott sei Dank), hier schmecken noch Tomaten wie es sich gehört, die Kirschen könnte man kiloweise essen, so gut sind sie. Es gibt einfachste Wurst, eine Art Bockwurst mit Speckstücken, Fetakäse vom Feinsten und einfachen Hartkäse a la Pecorino. Brot ist meist Weissbrot. Einheimischer, selbst gemachter Wein ist nicht immer schlecht! Jeder Schnaps heisst hier Raki, meist selbst gebrannt und ist ebenfalls sehr gut.
Lebensmittel kann man auf den Märkten kaufen, Obst und Gemüse oft an den Strassenständern von den Bauern, im Gebirge dazu noch Honig. Normale Gebrauchsartikel gibt es alle in den Städtchen.
In den etwas größeren Städten gibt es kleine Supermärkte, die ebenfalls alles haben-nur keine Papiertaschentücher. Die gab es nicht einmal beim Carrefour in Tirana, nahe dem Stellplatz vom Hotel Baron.

Allgemein:
Das Land gefällt uns sehr gut. Landschaftlich hat es viel zu bieten:
An den Küsten, vor allem im südl. Teil des Landes, ist das Meer unglaublich glasklar und es gibt richtig leere „Traumstrände“! Albanien ist ein Traum für 4×4-Freaks, für Wildwasserfahrer-und Mountainbike-Fans!
Motorradfahrer: mit Enduros über die Pisten, mit Strassenmaschinen über die Pässe. Die Radler müssen schon extrem sein bei diesen Verhältnissen.
Das Land besteht aus Gebirgen, Schluchten, herrlichen Wäldern, einsamen Dörfern, vielen Stauseen, Hochebenen.
Die schlimmsten industriellen „Dreckschleudern“, wie z.B. die Fabriken in Elbasan, scheinen inzwischen stillgelegt zu sein, ebenso die Munitions-und Waffenfabriken. Nur in Kucove stinkt die ganze Stadt nach Öl. Dort wird mit den letzten intakten kleinen Fördertürmen „aus der Steinzeit“ noch Öl gefördert-ein lebendes Museum.
Man kann noch etliche historische Bauten und Städte (u.a.Weltkulturerbe) besuchen, die meisten Dörfer sind es „von Natur aus“.
Die Albaner sind ausserordentlich freundlich und ehrlich, leben sehr einfach und mühselig, wie bei uns vor 50 Jahren bzw. vor dem 2.Weltkrieg auf dem Land. Auf dem Land wird auch heute noch überwiegend mit Pferd oder Esel gearbeitet, das Heu mit der Heugabel auf den Wagen geworfen und dann vom Esel heimgezogen. Manche Äcker werden noch mit dem Spaten umgegraben.
Alles, wirklich alles, was hier bewegt wird an landwirtschaftlichen Maschinen, Autos, Bussen, Bankautomaten, usw. kommt aus der EU und ist oft genug museumsreif.
Kraftfahrzeuge und Mopeds hätten bei uns alle schon lange die H-Nummer.
Die Autos sind uralt, Omnibusse aus den 60er Jahren fahren hier noch, der hiesige Pflug steht bei uns im Freilicht-Museum. Die öffentlichen Busse in Tirana kommen aus Deutschland (Fahrziel: Betriebsfahrt), aus Frankreich, der Schweiz usw.
Wir fühlen uns mal wieder in unsere Kindheit zurück versetzt.
An der Grenze zum Kosovo und zu Mazedonien schaut es ganz anders aus, vorallem in Peshkopi:
Seitdem man den Flüchtlingen während des Kosovo-Kriegs eine neue Heimat anbot gibt es hier keine reinen Albaner mehr. Es wird gestohlen (unsere für fünf Minuten offenen Vorhängeschlösser, konnten wir mit Glück zurück erobern!), die Belästigung ist sehr groß, „mohammedanische“ Söhne dürfen eben absolut alles.
Wir sind bald weg gefahren, wieder zu den „reinen“ Albanern. Hier fühlten wir uns wieder sicher und wohl!
Lange wird es aber hier nicht so bleiben, die Küste ist im touristischen Bereich schon ziemlich scheusslich. Albanien hat große finanzielle Probleme, die Korruption treibt Blüten, Brüssel drängt auf Beitritt zur EU. Wir verstehen es nicht, Albanien wird kaputt gehen, seiner Identität beraubt werden.
Die Fahrt in das nördliche Gebirgsland hat aus Wettergründen nun nicht geklappt. Albanien ist nicht weit von uns entfernt-räumlich betrachtet, dennoch eine andere Welt, in die wir sicher noch einmal hinfahren werden.

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