Armenien-2014

ARMENIEN      Stand Mai 2014

Generell:
Die Armenier sind nett, freundlich, zurückhaltend, hilfsbereit. Dennoch, wir wissen nicht warum, fühlen wir uns bei ihnen nicht so wohl, wie in Georgien. Die Armenier sind etwas anders.

Einreise:
Die Einreise ist ein wenig konfus: Mit dem Auto muss man vor dem Schlagbaum stehen bleiben. Dann muss man in ein Büro im Keller vom nächsten Haus, dort bekommt man lauter Zettel: Visum, Einreisegebühr, Strassengebühr, Umweltabgabe und noch irgendwas, wie man auf Englisch erklärt. Mit diesen Zetteln muß man zu einem 2. Menschen in einem kleinen Holzanbau, oberirdisch. Der wechselt das Geld, dann muss man die ganzen Zettel vom 1. bezahlen, kann wechseln und er gibt eine Rechnung für seine Wechseltätigkeit, die man auch bezahlen muss. Dann geht man zurück in den Keller, zeigt seine ganzen abgestempelten und bezahlten Zettel und muss diesen 1. Menschen auch für seine Tätigkeit bezahlen. Nun bekommt man seine notwendigen Stempel in den Pass und ein Papier für das Auto. Man darf 90 Tage innerhalb 180 Tagen als Person im Land bleiben, das Auto in dem Zeitraum, für den man die folgende Kfz.-Steuer bezahlt hat.
Der Schlagbaum geht hoch. Nun muss man eine Kfz.-Steuer zahlen: umgerechnet 35.-€ für 14 Tage.
Wechseln kann man für diese Gebühren ebenfalls bei dem o.g. 2. Menschen, was natürlich mit Kosten verbunden ist. Eine andere Möglichkeit gibt es aber nicht.
Die Einreise haben wir durch Zufall gemeinsam mit einem Armenier deutscher Staatsangehörigkeit erledigt. Wir konnten manches erfahren über das Grenz-Procedere. Er zahlte 65.-€ für 4 Wochen.
So sind wir innerhalb kürzester Zeit an der Grenze umgerechnet 100.- € los geworden, alles gesetzlich geregelt!

Geldbeschaffung:
An jedem ATM gibt es Geld, die ATM muss man manchmal etwas suchen oder erfragen

Strassen/Verkehr:
Die Strassen sind klein, in touristischen Gebieten sehr gut, aber ausserhalb der Touristenregion sind sie oft schlecht, z.T auch schlechte Pisten. Alles ist drin. Die Hauptstrecke in den Iran ist hervorragend.

Diesel:
Tankstellen haben wir genug gesehen, haben allerdings nicht getankt. Unser Tank reicht für gut 1200km, den haben wir in Georgien voll gemacht und das hat für das kleine Armenien gereicht.

Übernachten:
Kein Problem auf Parkplätzen, in freier Landschaft, bei Klöstern, auf Picknickplätzen. Wir haben uns nie unsicher gefühlt, wurden nie weggeschickt, oft war es sowieso sehr billig bis kostenlos.

Wasser:
Wasser haben wir aus dem Hahn genommen, im Gebirge waren die Brunnen während des Hochsommers oftmals trocken, dann haben wir welches gekauft. Auch kein Problem.

Internet:
Eine Internet-simkarte hatten wir in Armenien in Erivan gekauft:
MTC/Internet-sim-Karte kaufen gleich bei der Oper, wo früher der große Markt war:
ca. N 40°11’01,94“ O 44° 30′ 53.06“

Eintrittspreise:
waren gering, zu vernachlässigen. Haben wir gar nicht erst aufgeschrieben

Wetter:
Wir hatten es seht heiß, viele abkühlende, heftige Gewitter.

Einkaufen/Lebensmittel:
Im Gegensatz zu Georgien sind auf dem Land die Geschäfte klein, natürlich entsprechend den Bedürfnissen der Bevölkerung und nicht nach den Wünschen reicher Touristen bestückt.
Obst+Gemüse gibt es dort, wo es angebaut wird (Gegend vo Khor Virap) am Strassenrand mit umwerfenden Geschmack, vorallem auch die Nationalfrucht Aprikose. In vielen Gegenden sind die Leute Selbstversorger, da gibt es natürlich wenig Obst, Gemüse und Fleisch und Milch.
In Jerivan und den größeren Städten wie Garni oder Echmiadzin gibt es natürlich alles zu kaufen, allerdings große Supermärkte gibt es hier genauso wenig wie in Georgien.
Das Essen ist sehr schmackhaft, auf dem Land ist es in Bioqualität in Ermangelung von Geld für Pflanzen-und Düngergifte.

Allgemein:
Die Leute sind alle sehr freundlich, offen, erzählen gern, sprechen oftmals Deutsch, Englisch und sehr viel Französisch (Auswanderer in diese Ländern) und Russisch sprechen sowieso fast alle. Es leben heute auch viele Armenier in Russland.
Von der Kultur her ist Armenien sehr interessant, ist es doch mit Georgien eines der ältesten christlichen Länder der Welt. Die vielen Klöster /Klosterruinen zeugen davon.
Landschaftlich ist es auch sehr abwechslungsreich: Seevansee, Strasse der Klöster, die Ebene am Ararat, der zum großen Kummer der Armenier auf türkischem Gebiet steht und natürlich die Gebirge, die Ausläufer des Kaukasus, die das ganze Land prägen. Ein Vorteil für Touristen: man kann der Hitze im Sommer gut ausweichen.
Zur türkischen Grenze findet man hier noch Stacheldrahtzäune, vermintes Niemandsland, Wachtürme der Türken-alles im Stil der ehemaligen Grenze zwischen West-und Ostdeutschland auf der DDR-Seite. Wer es von früher nicht kennt, bekommt hier einen Eindruck. Die Russen sichern die armenischen Grenzen zur Türkei und zum Iran. Zur Türkei sind die Grenzen geschlossen.
Die Nähe von Bergkarabach sollte man meiden, hier wird noch immer geschossen.
Jedenfalls haben wir uns bei den Georgiern besser gefühlt, warum, das können wir nicht einmal sagen. Die Armenier sind eben anders-vielleicht auch aufgrund ihrer Geschichte und der derzeitigen wirtschaftlichen Lage. Es hat ja seinen Grund, dass so viele auswandern.
Dennoch-das Land, eigentlich nur noch ein Rest des alten Armenien, der andere Teil gehört jetzt zur Türkei, ist jedenfalls eine Reise wert!

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