Türkei-2014

TÜRKEI – Mai 2014

Zur Region Schwarzes Meer:
Die Türkei betrachten wir dieses Jahr als Durchgangsland zu unserem Hauptziel Kaukasus. D.h. wir fahren am schwarzen Meer entlang, ohne große Abstecher in das Landesinnere, das wir schon vor 25/30 Jahren mehrmals bereist haben. Die Türkei ist nicht mehr die gemütliche Türkei der alten Zeit. Es ist unheimlich laut, die Muezzine drangsalieren ganze Städte mit ihrem ohrenbetäubenden Geschrei zum Gebet per miserablen, überdrehten Lautsprechen.
Das gute türkische Essen muss man suchen.
Das alles gilt nur für die direkte Küstenstrecke. Ein paar Kilometer ins Hinterland, da findet man sie, die „alte Türkei“, mit Einschränkungen auch in Ünye noch. Dieses alte türkische Flair kann man noch an der alten Landstrasse von Amasra bis Sinop erleben, ansonsten nur noch, wie gesagt, im nicht touristischen Hinterland.

Einreise:
Die Einreise erfolgte ohne Probleme. Weil wir mit dem Auto kamen, brauchten wir einen Pass, in den der Stempel ‚reingedrückt wird. Die Person kann 90 Tage innerhalb 180 Tagen und das Auto 30 Tage im Land bleiben. Individuelle Regelungen beim Zoll an der Grenze sollen bis zu 90 Tagen möglich sein. Wer mehr will, braucht ein Visa. Man muss auch mit dem Auto wieder ausreisen. Ob Verlängern möglich ist usw. wissen wir nicht, wir hatten diesmal die Türkei nur als Durchgangsland gesehen.

Geldbeschaffung:
Das Geld haben wir am ATM gezogen. Kommt man von Alexandropolis, ist die Wechselstube und der ATM bei den Geschäften im Grenzbereich gleich zu finden.
Western Union wechselt zum gleichen Preis wie die Verrechnung über Visa ergibt.
Bei uns war der Kurs: 1€ = 2,88 TL

Strassen/Verkehr:
Die Strassen sind inzwischen sehr gut, am Schwarzen Meer gibt es quasi von der griech./türkischen Grenze bis Hopa eine Autostrasse. Die Qualität entspricht der einer guten spanischen Autostrasse, genauso leer und (noch) kostenlos.
Diesel: Der Diesel ist sehr teuer, der Liter kostet derzeit zwischen 4 (nicht immer Euro-Diesel) und 4,40 TL, das entspricht zwischen 1,43€ und 1,56€

Übernachten:
Übernachtet haben wir an der Küste entweder auf kleinen Campingplätzen, öffentlichem Stellplatz (Samsun), auf Parkplätzen oder in kleinen Fischerhäfen. Um 4°° in der Früh ruft der Muezzin-die Lautsprecher immer so laut, dass man unweigerlich aus dem Schlaf gerissen wird.

Wasser:
Überall kann man Wasser kaufen, auf Camping/Stellplätzen bekommt man immer Wasser aus dem Hahn und im Gebirge hat das Wasser Trinkwasserqualität. Wir haben nie Wasser gekauft, nie abgekocht, immer so getrunken.

Internet:
Für das Internet kann man sich eine prepaid-simkarte für 4 Wochen kaufen. Wir haben sie bei Türkcell genommen, da dort auch die schnellsten angeboten werden. Wir hatten die mit 4GB gekauft: die Karte für 35TL und das Aufladen kostet für 4GB in 4 Wochen: 40 TL. Das ist nicht billig.
Man kann auch Vodafon nehmen, das ist nicht viel billiger.
Was zu beachten ist: nach 2 Wochen wird von türkischer Seite ein nichtregistriertes Handy gesperrt, nichts geht mehr! Entweder man lässt es beim Finanzamt für 150TL registrieren, dann kann man weiter türkische sim-karten benutzen, oder man nimmt einen freigeschalteten Sim-card-Stick für das Laptop mit, dann kann man ohne Komplikationen weiter ins Internet oder per Skype telefonieren.
Es wird nach 14 Tagen immer das Handy gesperrt, nicht die Karte! Also Stick mitnehmen!

Wetter:
Wir hatten von Ende Mai bis Mitte Juni mit ein paar Unterbrechungen nur Regen, Gewitter, dann wieder Sonne-der Regenschirm war unser ständiger Begleiter.

Einkaufen/Lebensmittel:
Die Lebensmittel sind in der Türkei inzwischen sehr teuer, vor allem Fleisch. Meistens gab es nur relativ minderwertiges Fleisch, das gute teuere geht an die Südküste zu den Touristen. Die guten Herzkirschen, 1. Wahl, waren auf dem Markt noch um 2.-€ teuerer als in München
( Türkei 8.-/Kg, billigstes Suppenfleisch, Hackfleisch an die 10.-€/Kg), Pide z.B. gibt es noch recht günstig, „Pizza“-ähnliche Pide kostet ca. 4.-€, viele Strassen ins Gebirge kosten neuerdings Maut,
die kleinen Restaurants, in denen man noch in den Kochtopf schauen kann, gibt es nur noch ganz wenige. Dort, wie am Schwarzen Meer, wo es keine Autobahn und keine Hotels für Touristen gibt.

Allgemein:
Die Türkei hat sich sehr verändert, im Gegensatz zu früher tragen immer mehr Frauen Kopftuch, es gibt aber immer noch die Frauen, die kein Kopftuch tragen, sie werden jedoch seltener.
Der Islam zeigt seine Stärke, indem in jedem kleinen Dorf, vor allem direkt an der Küste, im moderneren Teil der Region, an den Moscheen, an großen Häusern, z.T. sogar unter Brücken, große Lautsprecher angebracht sind, die die Rufe des Muezzins ohrenbetäubend ins Land schallen lassen, ungeachtet jeder Uhrzeit. Das ist übelste Drangsalierung, die es an der Südküste, in den Hotelburgen, sicher nicht gibt.
Der Autoverkehr hat immens zugenommen; die Strassen in den Städten können ihn kaum verkraften, so z.B. in Trabzon oder Bursa.
Viele alte Stadtviertel wurden für Autobahnen, Umgehungsstrassen und Brücken abgerissen, die alten Märkte wieder neu und modern aufgebaut, z.B. in Ünye. Das Flair der alten Märkte gibt es da natürlich nicht mehr.
Die Schwarzmeerküste hat generell nicht viel zu bieten und man sollte die Zu-und Umstände dort nicht verallgemeinernd auf die ganze Türkei übertragen. Im Landesinnern, allein schon von Erdek über Iznik nach Göynük ist es natürlich sehr viel schöner, gemütlicher, „türkischer“, d.h. ähnlich, wie wir es noch von unseren ersten Reisen, vor fast 45 Jahren, in die Türkei kennen.

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