Teil 9: Panama

Route-Panama

vom 06.11.2015 bis 21.11.2015

Wir gehen an der kleinen Grenze von Saxiajola ‚rüber nach Panama. Es ist ca. 10°°.
Man sagt uns gleich, dass wir erst die Kfz.-Versicherung, die endlich, aber äusserst lässig arbeitet, erledigen sollen, sonst kommen wir in die Mittagspause von 12°° bis 14/15°°. Gesagt getan. Dann geht es zu anderen kleinen „Zahlstellen“ für Weiss-der-Teufel-Was. Alles ganz Wichtig und mit vielen Rechnungen und Stempeln versehen.
Dann kommen wir zur Immigration, wieder das obligatorische Porträt-Foto, Stempel, fertig. Dann geht es zum Zoll. Der schreibt die Daten für’s Auto nicht vom Kfz.-Schein ab, sondern von dem Versicherungszettel für’s Auto und da stehen falsche Daten für z.B. die Fahrgestell-Nr. Wieder zurück zur Versicherung, Versicherungspolice neu ausstellen, zurück zum Zoll. Der schreibt alle Papiere neu aus, stellt fest, dass das Datum nicht stimmt von der Versicherung. Also wieder zurück, der Mensch lacht schon, merkt er, dass er dumm ist? Er berichtigt, druckt alles wieder aus und wir gehen zurück zum Zoll. Man soll es nicht für möglich halten, aber nach zwei Sunden und dreimaligem Verbessern sind wir auch damit fertig. Man muss schon Nerven haben und eine gewisse Stupidität an den Tag legen. Aber auch das geht vorbei, alles lacht, schüttelt uns die Hände und wir sind fertig, eingereist in Panama.

Zunächst wird aber demonstriert, so, dass alle Autos einen Schleichweg nehmen, wir fahren hinterher auf verwegener Piste über abenteuerliche Brücken. Jeder hilft jedem und wir kommen auch überall gut durch und drüber.
So fahren wir an der Küste entlang bis zu den Inseln von Bocas de Torros, setzen aber nicht über, sondern fahren gen Süden durch das Gebirge, über Pässe, am Stausee Sitio vorbei, kommen durch viele kleine Ortschaften. Eine landschaftlich interessant Strecke, mehr nicht. Eben haben wir noch die Höhe im Gebirge genossen, nun geht es wieder hinab auf 0 Meter in die Hitze und Schwüle.
An der Kreuzung von La Piedra geht ein Tropenregen ‚runter, der sich gewaschen hat. Hier treffen wir die Schweizer Sebastian und Andrea mit ihren Kindern. Gemeinsam suchen wir einen Platz für die Nacht. Bei einer kleinen Reifenbude werden wir fündig, wir sind willkommen. Solche Stellen sind immer gut, weil sie auch nachts bei Bedarf arbeiten, d.h. sie wohnen dort, in unserem Fall schläft der Chef neben uns in der Hängematte. Wir haben Glück, an unserem Übernachtungsplatz können wir rückwärts unter einen kleinen Dachvorsprung fahren. So können wir trocken durch die Türe! Und Orangen gibt es auch noch kostenlos: ein Auto hat ein paar Säcke verloren, die sind aufgeplatzt und schon ging der Run auf die Orangen los. Eine große Plastiktüte voll wird es bei Uwe und für Sebastian.

Wir fahren dann morgens noch hinab an die Küste zu den Mangrovenwäldern, nach Boca Chica. Dort wollen wir mit einem Boot die vorgelagerte Insel erkunden, aber daraus wird nichts, da wird heute Hochzeit gefeiert, die ganze Insel ist geschlossen! So bleibt uns nur, etwas zurück fahren und hinunter zur Playa Hermosa baden, bei Ebbe durch wenige Mangroven, die gerade blühen, wandern. Diese Playa ist wirklich wunderschön! Leider ist kein vernünftiger Platz zum Übernachten zu finden, der der Playa entspricht! Und schon kommt auch wieder das Wasser. Der Tidenhub ist schon sehr bemerkbar.
Wir beschliessen, gemeinsam nach Las Lajas an den Pazifik zu fahren-zu weiteren Traumstränden pur, den wohl für uns letzten in Mittelamerika! Es ist wieder sehr fein dort an diesem unendlich langen freien Strand, den so wenige Menschen besuchen. Es gibt kleine Palappas, unter denen man vor der Sonne geschützt gemütlich sitzen und aufs Meer schauen kann. Palappas? Das sind kleine aus Stroh, Bananen-oder Palmblättern gedeckte Hüttchen. Mal mit einer, mal mit drei Wänden oder auch nur mit Dach, aber immer mit ein bis zwei Bänken und einem kleinen Tisch. Sehr gemütlich! Ein sehr schöner Platz mit netten Besitzern.
Die nächsten Tage sehen wir uns in Panama City am Balboa Yachtklub! Unterwegs müssen wir noch einen neuen Regler für unser Solaspaneel kaufen. Mit Glück kommen wir zum richtigen Laden, der den richtigen, den letzten, Regler hat-für 45 USD auch noch preiswert.

Panama-City, wo viel Arbeit auf uns wartet, die Verschiffung nach Kolumbien! Könnt Ihr nachlesen in der Rubrik Infos in unserer Homepage unter Panama/Verschiffung.
Panama City ist eine Stadt, an die wir besondere Erwartungen gestellt haben. Wie dumm von uns.
Unter Panama City stellen wir uns so etwas wie „Kleinsingapur“ vor. Aber weit gefehlt! An der Küste gibt es Hochhäuser, die schon wieder am Zerfallen sind, die z.T. nur zur Hälfte bewohnt werden, weil die andere Hälfte Ruine ist. Unter den Brücken stapelt sich der Müll, Verarmte wühlen im Abfall, Schlafen im Dreck, jeder versucht, sich mit irgendeiner Tätigkeit über Wasser zu halten. Eine Innenstadt die furchtbar, völlig herunter gekommen ist. Die Küstenstrasse ist nur Fassade-ein „potemkinsches Dorf“. Auf der anderen Seite der Medaille liegen nahe dem Balboa Yachtclub, beim Yachtclub an der Isla Perico, die Millionen-Yachten mit zig Personal an Bord. Sonntags fahren die Reichen mit superteuren Rennrädern umher, so viel Edelkarossen sieht man bei uns nicht, alle Luxuswaren sind auch, wenn auch in sehr kleinem Maße, vertreten-die Schere ist hier in dieser Stadt weit offen. Das ist Panama City.
Ja, das ganze Verschiffungsprozedere nimmt seinen Lauf -step by step- wie man so schön auf Neudeutsch sagt. Fast jeden Tag bekommen wir eine mail von unserer Agentin Tea, was wir als nächstes zu tun haben und so kommen wir schön langsam durch den ganzen Kram durch. Es ist absolut nicht schlimm-immer schön Ruhe bewahren! Alles findet sich. Taxen sind billig, wir fahren gar nicht mit unserem Auto, brauchen uns nicht durch den Verkehr quälen, das erleichtert schon mal alles ungemein.

Der erste Teil der Verschiffung muss in Panama City erledigt werden, dann haben wir etwas Zeit, die wir nutzen für Besichtigung der Schleusen.
Wir fahren natürlich zu den Miraflores-Schleusen, den nächstgelegenen und die recht interessant sind. Wir haben schon viele große Schleusen gesehen, sind auch selbst schon mit dem Schiff durch einige gefahren, aber Schleusen, in denen die großen Schiffe mit Eisenbahnen ‚rein und ‚raus gezogen werden, die haben wir noch nicht gesehen. Dazu gibt es noch ein kleines interessantes Museum über den Bau des Panama Kanals, dann gibt es noch eine tolle Aussichtsplattform, von der man einen Teil der Schleusen (insgesamt sind es drei) überblicken kann.
Dann geht es endlich weiter nach Colon, wo die Aduana ist und von wo wir unser Auto, unser Camionetta, verschiffen müssen.
Wir verschiffen total problemlos, ohne viel Zeitaufwand. Insgesamt haben wir für den Zoll 1 ½ Stunden gebraucht, sind dann zu unserem Übernachtungsplatz bei der Finca La Granja gefahren, haben alles gepackt und niet-und nagelfest gemacht. Am nächsten Morgen brauchen wir nochmals einen Vormittag für die Abgabe des Autos im Hafen.

Mit dem Bus fahren wir zum Flughafen, dort haben wir ein Zmmer gemietet und am nächsten Morgen um 7:30 hebt der Flieger zum Direktflug ab nach Cartagena.
Der Flug war günstig, 330.-€ p.P.
Nun heisst es Mittelamerika ade! Und Buenos Dias America de Sul!
Wir sind froh, dass wir endlich auf dem Weg nach Kolumbien sind!
Panama wird uns nicht mehr sehen!

Zur stressfreien Verschiffung geholfen haben uns vor Ort die tollen Anweisungen von Tea Kalmbach und im Vorfeld http://www.zweiauftour.de/verschiffung/ und von http://www.viaje.ch/verschiffungen.html ,wenn man per Container verschiffen will/kann, könnte.
Danke Euch allen!