Nordostthailand

29.12.2009 bis 10.03.2010

Nun sind wir also wieder in Thailand, in Nakhon Phanom. An der Uferstrasse etwas stromabwärts finden wir das Kloster Wat Mahathat, legen wie üblich unseren „Kloster-Anfrage-Zettel“ vor und dürfen gleich auf das Gelände fahren.
Bekommen alles wichtige zu sehen, Toiletten und Duschen gezeigt. Und wir können zuschauen, wie aus Bananenblättern die schönsten Kunstwerke, z.B. der klostertypische „Geldbaum“ entsteht. Und wer Kaffeedurst hat, soll sich getrost nehmen. Nein, ausnützen wollen wir sie nun nicht. Das Kloster ist wieder ein schönes Plätzchen, für das wir ein paar Baht stiften. Nur für das Kloster. Die Mönche erwarten nie, dass wir Geld spenden, sind wir doch Christen. Eine Spende kommt bei Buddhisten immer einer Gottesgabe gleich, ist eine religiöse Handlung. Die kann ein Christ natürlich nicht vollziehen. Also erwartet man keine Spende.

Am Nong Han Reservoir vorbei fahren wir nach Sakon Nakhon. Dort gibt es einen großen Big C-Supermarket, bei dem wir erst einmal unsere Vorräte jeder Art auffüllen. Bier, Wein aus Südafrika, Chang-„Blubberwasser“, je nach Sonderangebot, Käse, Wurst, Fleisch, Fisch, Obst und Gemüse. Für uns wieder ein Luxus, ein Überfluss! Ein großer Kontrast zu Laos und erst recht zu Kambodscha. Das Tollste in ganz Thailand ist ja, dass es feste Alkohol-Verkaufszeiten gibt, wenn man denn mal eine Flasche Wein oder vier Büchsen Bier kaufen möchte. Mehr als 10 Liter darf man den ganzen Tag über ohne zeitliche und ohne mengenmäßige Begrenzung nach oben kaufen. D.h. der brave Mann bekommt zwischen 14 und 17 Uhr nichts, der Alkoholiker immer in großen Mengen. Das ist asiatische Logik.

Wir bleiben gleich bei Sakon Nakhon über Nacht: am Khu Mak Suea -Krematorium nahe dem Yachthafen, wo es übrigens auch sehr schöne Parkplätze gibt. Aber im Gelände des Krematoriums können wir Duschen und stehen wundervoll zwischen Hühnern auf einer großen Wiese für uns allein.

Morgen ist Silvester! So geht es also weiter nach Ban Chiang. Dort gibt es ein sehr schönes National-Museum, das wir uns anschauen wollen und wo wir vielleicht über Nacht stehen können. Rundherum sind schon Tribünen, Marktstände, Podien für irgend welche Musikgruppen und andere Podien für Disco-Musik, Stände für Essen und Tinken aufgebaut. Die dazugehörigen Lautsprecher-Türme überragen manche Häuser des kleinen Ortes. D.h. ab Neujahr würden wir taub sein. Nein.- Also doch wieder ab ins nächste Kloster.

Wir fahren nach Nong Bua Ban am Huang Lang See. Es gibt hier sehr schöne Plätze für die Nacht nahe des Sees. Im Dorf stehen aber auch schon große Lautsprecher parat! Ooooooh! Natürlich wird auch dort feste gefeiert. Im Wat Pha Nikhro Tharamam finden wir einen Platz mit nicht ganz so vielen Mücken und die Lautsprecher sind hier doch etwas weiter entfernt.

Hier sind nur die Mönche, die neben uns auf offenem Feuer kochen, sich zu Gebeten versammeln, die Bedürftigen des Dorfes, wie z.B alleinstehende Witwen speisen, die ihnen wiederum beim Kochen und Putzen der Tempel helfen. Abends ist es ruhig: die Mönche putzen ihre Hütten, die Katzen streunen umher, ein paar Hunde liegen in den Ecken. Totaler Frieden. Die Mönche beten die halbe Nacht-Gott sei Dank ohne Lautsprecher, sodass es nur ein leises „Gemurmel“ ist. Es schläfert uns ein.- Wir sind dankbar für diesen schönen Platz zum Jahreswechsel-mal ohne Feier und Feuerwerk.

An Wang Saphung vorbei sehen wir schon von Weitem die Erawan-Höhle hoch oben in einem Felsen, in der ein großer goldener Buddha thront. Man muss hoch laufen. Es ist sehr warm, wir sind faul und relativ spät ist es auch schon. Wir gehen jedenfalls nicht hoch, Buddha wird es uns verzeihen.

Wir fahren weiter gen Westen. Es ist leicht hügelig. Am „Pass“ geht es zu wie auf dem Jahrmarkt oder auch wie am Brenner zur Hochsaison in den sechziger Jahren: Buden mit Spielzeug, Nippes, Pullovern, Kochlöffeln, Essen, Trinken, Mützen und natürlich billiges Zeug für die Klöster-made in China. Am Nat.Park -Eingang von Phu Ruean finden wir einen kleinen netten Camping. Hier bleiben wir. Im 100m weiter liegenden Resort ist die Hölle los. Viele, viele Leute und Jugendgruppen tummeln sich. Aber auch das stört uns nicht. Da ist es auf unserem Camping schon sehr viel ruhiger. Leider gibt es kein Internet. Das würde uns zu noch längerem Verweilen veranlassen.

Wir fahren weiter praktisch immer parallel zur Grenze nach Nordlaos: Es begrüßen uns kleine Dörfer, ein Nat.Park, schöne Landschaft mit ausschliesslich Feldern, Weiden und Wald. Eine hügelige Gegend mit angenehmem Klima (kann man als hitzegewohnter leicht sagen), wo es schon sehr stark „herbstelt“. In den Dörfern findet man immer ein Plätzchen zum Schlafen, meist vor dem Tempel oder am Fussballplatz und es macht uns Spass, das abendliche Leben zu beobachten. Manchmal erkennen wir einen Dorftempel gar nicht als solchen weil er meist von einer Familie betreut wird und dann schaut er aus wie ein besseres Bauernhaus.

Bald kommen wir dann zum Sirikit Dam, einem großen Stausee, der aber noch nie voll wurde und wohl nie voll werden wird. Oben, auf einer kleinen Anhöhe, gibt es auch eine Imbissbude mit vorzüglichem Essen und ganz netten freundlichen Leuten, die gerne lachen. Der Chef macht die Spezialitäten selbst: gegrillten Fisch in Bananenblättern, oder in einer Kruste aus Teig/Salz, je nachdem was die Leute bestellen. Aber wer soll so große ganze Fische essen? Sie sind groß für ca. 4 Personen. Das schaffen wir nicht! Die Einheimischen bestellen sie meist vor, so lange dauert das ja auch nicht, drehen eine Runde mit dem Auto und essen sie dann zum Mittagessen. Sehen sehr lecker aus! Wir sitzen hier lange im Schatten und speisen gegrilltes Schweinefleisch, Pommes, Reis und Papayasalat, bei einem (?) Gläschen südafrikanischen Wein aus dem Auto. Uns geht es richtig gut. Von unserem Platz hat man einen herrlichen Überblick: Man sieht eine hügelige Landschaft mit etlichen kleinen blau leuchtenden Tümpeln, einem großen See mit vielen Inselchen, die Bougainvilla blüht hier oben, vom See her strahlen die Sandstrände hoch, Angler sind unterwegs, über allem leuchtet der blaue Himmel und die gleißende Sonne. Ach, wir dürfen hier nicht übernachten! Wo Stauseen sind, sind die Thailänder ausserordentlich empfindlich, gehen absolut keinen Kompromiss ein, lassen sich in keiner Weise erweichen. Und verstecken bringt nichts, sie finden einen unweigerlich, wenn sie abends alles abfahren. Jede Strasse! Also fahren wir hier weg. Schade, schade.

Unser Ziel ist eigentlich Wat Phra That Caw Hae östl von Phae bei Ban Hae. Aber da gehen wir erst morgen hin. Heute ist es schon spät. (Dabei könnte man dort auch an der Strasse am Nebeneingang sehr gut übernachten-aber weiss das im Voraus?) Heute bleiben wir in einem ganz kleinen Dorf in einem Wat (s. Stellplatz-Infos), wo es für uns Toiletten und Dusche und sogar Strom gibt. An manchen Tagen ist vor dem Kloster auf dem großen Sandplatz Markt. Zu unserer Zeit leider nicht. Da haben nur die Kinder und die Hunde gespielt. Hier gab es viele Hunde, Katzen und Federvieh. Und keiner hat den anderen gejagt, die Rollen sind ordentlich verteilt in der hiesigen Tierwelt.

Durch den inzwischen sehr herbstlichen Mae Yom Nat. Park fahren wir weiter nach Phayao. Beim großen Tesco Lotus kaufen wir ein, geniessen wie schon so oft die Klimaanlage und fahren dann zum Wat Sri Khom Kham. Dieses Wat, das gleichzeitig auch Universität ist, mit Unterkünften für Schüler und Studenten, Gastprofessoren, Tagungsräumen usw. ist eine sehr große Anlage direkt am Seeufer. An der Uferpromenade die zum Kloster gehört, erleben wir zusammen mit den Mönchen, mit Anglern, mit Einheimischen aus der nahen Stadt einen herrlichen Sonnenuntergang.

Oberhalb des gegenüberliegenden Ufers sehen wir schon Wat Analayo. Ein für diese Gegend sehr bedeutendes Wat. Für uns, ganz profan, das „Hühner-Wat“. Es liegt verwunschen im Wald auf einer Bergkuppe. Es besteht aus vielen kleineren Tempel, Götterstatuen, den Wohnhäusern der Mönche und vielen, vielen prachtvollen Gockeln! Diese natürliche, morbide Atmosphäre, vor allem wenn es leicht diesig ist, herbstlich auch, ist ganz speziell.

Wir übernachten gleich auf dem Parkplatz am Haupteingang vor dem allgemeinen Speisesaal der Mönche und ihrer Gäste. Hier hat auch der Watchman geschlafen. Als die Mönche am nächsten Morgen dann vollgepackt mit ihren im Dorf gesammelten, erbettelten, Gaben zurück kommen, haben sie uns noch soviel Obst geschenkt, dass es fast für eine Woche reichte. Wahrscheinlich ist es auch langweilig, immer vorwiegend Bananen und Äpfel zu bekommen.

Jetzt geht es so ziemlich „schnurstracks“, aber auf den kleinen Strassen durch die Dörfer, über Land zurück nach Chiang Mai. Dort bleiben wir noch ein paar Tage und dann wartet schon das Flugzeug am 01.02. , das uns zurück nach Deutschland bringt. Das Auto lassen wir so lange bei Jame vor seinem Thaphae Garden Guest House stehen.

Mal schauen, was die Familie macht, Freunde und Bekannte: Erst sind wir in Fürstenfeldbruck, dann in Berlin, dann wieder in Fürstenfeldbruck. Und am 10.03., nachdem viele bürokratische Dinge, wie ein neues Carnet, Visa, usw. geregelt sind, fliegen wir wieder zurück nach Chiang Mai.

Ein Reiseabschnitt auf lang erträumter Route steht uns bevor!

Davon berichten wir das nächste Mal.

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