Teil 4: Mexiko 3

vom 30.03.2015 bis 23.05.2015 und vom 29.08.2015 bis 22.09.2015

Von Guatemala fahren wir wieder über El Ceibo zurück nach Mexiko. Unsere erste Anlaufstelle ist Palenque, der Übernachtungsplatz Platz Mayabell, der den Ruinen am nächsten liegt. Wir treffen Claudia und Martin aus der Schweiz wieder, aber alle Bungalows sind leer.
Weiter geht es auf so ziemlich direktem Weg per Autobahn weiter mit Pemex-Übernachtungen bis Tlaxcala.Nahe dieser Ortschaft gibt es vom mexikanischen IMSS, dem Instituto Mexicano del Seguro Social, einer staatlichen Einrichtung, die für die soziale Absicherung ihrer Staatsdiener zuständig ist, zwei Ferienanlagen.
Einmal das IMSS La Trinidad mit großen Schwimmbecken, Schwimmhalle, Sportplätzen, Grill-und Zeltplätzen, Kino, Restaurant, Hotel ist es mehr eine Anlage für Familien. Dort übernachten wir ein paar Tage zu einem sehr günstigen Preis (s.Stellplätze). Es ist eine sehr ordentliche und nette Anlage mit viel sportlichen Angeboten.
Und die zweite Ferienanlage IMSS Malintzi besuchen wir anschliessend. Sie liegt aber 3100m hoch und da frieren wir wie die Schneider. Dann kommen auch noch schwere Gewitter, so etwas gibt es in Deutschland gar nicht. Es kommt einem Weltuntergang gleich. Die Anlage ist auch sehr schön, mit Sportplatz, Grillstellen, kleinen Bungalows. Wanderer, die auf dem Vulkan Malintzi waren übernachten hier, Sportler, die hier trainieren, Jugendliche, die hier Ferien machen. Es ist eher eine Anlage für sportliche Leute als für Familien. Wir bleiben nur eine Nacht.
Von dort fahren wir nach Teotihuacan zum RV-Park von Mina. Ein amerikanischer Südkoreaner ist da, wir treffen ganz nette Deutsche, Rudi und Bärbel und so vergeht die Zeit.
Natürlich fahren wir nochmals nach Mexico City mit dem Bus. Eine faszinierende Stadt: So genannte Rurales, überdimensionale Wandbilder, von Riviera und Orozcos im Palacio de Bellas Artes, dem wichtigsten Kulturhaus Mexicos, die Prachtstrasse Reforma, die Fussgängerzonen in der Innenstadt, Schaufensterbummel kann man hier kilometer- lang machen! Alles muss man gesehen haben. Wir gehen in die Kathedrale, in das Haus von Leo Trotzki, in dem er auch ermordet wurde, Frida Kahlos und Diego Riveras „Blaues Haus“ schaffen wir wegen Wetter nicht mehr-es giesst wie aus Eimern. An einem anderen Tag fahren wir zur Universität mit den wunderschönen Mosaiken und zum nahen Olympiastadion, das wir leider nicht besichtigen dürfen. Und zwischendurch gibt es auch noch eine Menge zu erleben: Essen gehen, Metro und Bus fahren, einkaufen, durch die Strassen ziehen. Dann tun uns langsam die Füsse weh.
Am nächsten Tag gehen wir noch schnell in Teotihuacan zum Friseur.
Nach 7 Tagen fahren wir dann weiter nach Tepotzotlan zu Pepe, wo wir für die nächste Zeit unser Auto abstellen wollen.
Unseren Flug nach Deutschland haben wir schon lange gebucht: von Mexico City nach Cancun und von Cancun nach Frankfurt. Anschliessend noch Freunde besuchen und nach Hause. Aber so einfach ist das nicht. In Cancun dürfen wir, d.h. Uwe beinahe nicht mitfliegen. Er bekommt keine Überfluggenehmigung von den Amis für die Staaten-erst nach drei Stunden Kampf des armen Mexikaner am Check-in dürfen wir mit. Uwe hat angeblich eine Ähnlichkeit mit einer unerwünschten Person. Zwei deutsche Frauen dürfen dann auch endlich fliegen, aber die ukrainische Familie mit deutschem Pass nicht. Der Mexikaner hat sich unheimlich bemüht, hier war es vergebens. Eine Sauerei. Sie müssen in zwei Tagen wieder in Deutschland arbeiten und sind ganz aufgelöst. In solchen Fällen werden sie aber von Condor angeblich über andere Flugrouten heim befördert.

Zu Hause angekommen nehmen wir gleich die ganze Klärung der Flugverweigerung für Uwe in Angriff, ggf. kommen wir sonst nicht zurück zum Auto! Erkundigungen per Internet einholen, viel lesen, u.a. erfahren wir, dass wir, wenn wir von Frankfurt nach Mexico zurück fliegen wollen, einen Rückflug bräuchten. Haben wir natürlich auch nicht. Wir setzen den ganzen Redress-Vorgang über das amerikanische Heimat-Sicherheits-Ministerium in Gang, das so genannte DHS Traveler Redress Inquiry Program (DHS TRIP). Wer Interesse hat: http://www.dhs.gov/dhs-trip. Es dauert normal drei Wochen, bis man eine Antwort erhält. Bei uns, bzw. Uwe waren es acht Wochen!
Fazit: Wenn er seine Redress-Nr. bei der Flugbuchung angibt, dann darf er über die Staaten fliegen; man bittet um Entschuldigung für die Verwechslung, soll aber doch verstehen usw., bla, bla, bla. Zwischenzeitlich haben wir die Flüge und Busse für den Rückflug am 23.07. ab Frankfurt storniert, haben ja eh keinen Rückflug und suchen nach einem Flug auf der sog. Südroute nach Mittelamerika. Wir fliegen nun also am 28.08. ab München über Madrid und Bogota nach Mexico City.
Der Flug ist lang aber absolut unkompliziert, der lange Arm der Gringos reicht nicht bis Madrid oder Bogota.
Wir kommen in Mexico City jedenfalls sehr gut an, haben aber auch viel dazu gezahlt. Wir werden von Benjamin von Pepe’s RV-Park um 5 Uhr 30 abgeholt und schlafen erstmal im Auto vier Stunden. Dann sind wir schon wieder halb fit, zwei Tage später ist bei uns alles überwunden. Es geht immer Gott sei Dank sehr schnell.
Nach zwei Tagen fahren wir nochmals zurück nach Teotihuacan zu Mina weil man von hier aus sehr viel bequemer mit dem Bus nach Mexico City kommt. Wir wollen unbedingt nach 34 Jahren nochmals ins Anthropologische Museum, das wirklich unwahrscheinlich beeindruckend ist. Dafür brauchen wir zwei Tage!
Vom Stellplatz aus gehen wir gleich wieder zum Friseur und einkaufen, Wäsche waschen lassen wir bei Mina nicht, denn da kommt sie schlechter wieder ‚raus, als wie man sie in die Waschmaschine ‚rein gibt. Inzwischen hat Ihr Dalmatiner Hund Junge bekommen, neun Stück! Bald werden auch sie erstmal über die Wiese toben, Mina will sie aber bis auf einen alle verkaufen. Jetzt schei…en 3 große Hunde drauf, …., nein, es stinkt schon genug. Sie fanden genau neben unserem Auto einen schönen Sch…platz.

Wir fahren weiter. Es ist herrlichstes Wetter, die Vulkane leuchten herab, wunderschön. Es geht nach Cholula zum Trailer Park Las Amerikas. Von dort ist es nicht weit bis zur großen Pyramide mit der Wallfahrtskirche obendrauf. Und was ist drum herum? Jahrmarkt. Bis ins Zentrum hinein. Und heute ist auch noch Sonntag. Die ganze Stadt ist unterwegs und wuselt ‚rum. Wir tauchen ein in die Menschenmengen von Cholula. Zu erst gehen wir natürlich zur Kirche Santa Maria de los Remedios hoch mit herrlichem Blick über die Stadt und zum Popocatepetl. Sie steht auf einer der größten Pyramiden (volumenmäßig) der Welt. Es ist interessant, den einheimischen „Indiohokuspokus“ neben den Hutverkäufern und Süßigkeitenverkäufern zu beobachten. In langen Schlangen dann stehen die Gläubigen vor der Kirche um zur Maria zu kommen und zu Beten. Wir kommen gar nicht in die Kirche ‚rein, hätten bestimmt eine Stunde anstehen müssen.
In den Strassen um die Pyramide gibt es viele Essenstände, Fahrgeschäfte wie Achterbahn, Seilbahn 50 lange Meter über der Strasse entlang, Autoscooter, für die Kinder Schaukeln und Karussels. Es ist wie vor 55 Jahren, als wir noch Kinder waren, auch die Dimensionen der Fahrgeschäfte. Herrlich. Zwischendurch braucht man mal so einen Tag. Dem ganzen angeschlossen ist eine kleine Landwirtschafts-Austellung in einem großen Zelt mit Tieren für die Schafs-Züchter, mit Hasen, verschiedenen Hühnerrassen und Tiere für die Kinder zum Streicheln natürlich. Vor dem Zelt kann man die Voladores, die ein Fruchtbarkeitsritual der Totonaken vorführen, so wie bei den Ruinen von El Tajin, beobachten. An einer ca. 25m hohen, früher Baumstamm, heute Eisen- Pfahl klettern fünf „Tänzer“ hoch, bis zu einer Art Plattform, wickeln lange Seile gekonnt um die Stange, an einem Fuss binden sie sich selbst fest und stürzen sich dann kopfüber praktisch nach unten. Dabei wickeln sich die Seile wieder ab, sie fliegen langsam um den Stamm herum durch die Luft bis sie am Boden ankommen. Ganz oben auf der Plattform sitzt der fünfte, der die Sonne symbolisiert und mit Flöte und Trommel spezielle Musik erklingen lässt. Anschliessend schlendern wir noch kurz über den Markt und dann, am späten Nachmittag heisst es für uns: Für heute genug des Trubels, der hier 14 Tage dauert. Zum Zocalo schaffen wir es gar nicht.

Noch ein Tag Ruhe und wir fahren bei herrlichstem Wetter weiter nach Oaxaca, genauer nach El Tule zu Leanne und Calvin. Wir wollen Berichte schreiben, unsere Aussensteckdose endlich einbauen, die Wäsche muss gewaschen und geflickt werden, Hausputz ist bei uns mal wieder angesagt, einkaufen, kochen, so gehen die Tage dahin. Am Sonntag fahren wir von El Tule mit dem Collectivo nach Tlacolula. Dort findet wie jeden Sonntag der große Markt statt.
Aus der ganzen Umgebung kommt die Bevölkerung zum Kaufen und Verkaufen. Die ganze kleine Stadt ist Marktflecken, voll gestopft mit Ständen aller Art. Kaufen kann man alles, was das Herz begehrt: Obst, Gemüse, Fleisch, Backwaren, Getränke, Kleidung, Schuhe, Kosmetik, Handwerkszeug, alles für den Landmann und Viehzüchter, Möbel, Körbe, Plastikeimer und Schüsseln jeglicher Art, Blumen, und, und, und. Wir essen sehr gut an einem der vielen kleinen Stände und nach gut vier Stunden reicht es, die Beutel werden immer schwerer und wir fahren mit dem nächsten Collectivo wieder zurück. Wieder geht ein toller Tag zu Ende und wir denken an die Leute zu Hause, die fast nichts erleben, weil sie nur vor Computer oder Fernseher sitzen, zum nächsten Supermarkt mit dem Auto fahren und nichts Wesentliches weiter unternehmen. Sie tun uns leid. Aber die meisten werden das nicht so sehen und sind dennoch glücklich. Das beruhigt nun uns wieder.
Am 15. September ist der Nationalfeiertag. Bei Leanne und Calvin setzen wir uns zur Feier des Tages mit jungen Deutschen, Ronny und Patricia, zusammen. Leanne hat einen guten Hühnereintopf mit Bohnen und Mais gekocht, es gibt Maistortillas dazu, danach einen guten Nachtisch, wir spendieren das Bier. Aber leider, leider gießt es wie aus Eimern. So verzichten wir alle, zur Veranstaltung am Platz vor der Kirche und dem Rathaus von El Tule zu gehen. Das Feuerwerk war sehr schön, vorgezogen auf 23°° weil es gerade nicht so regnet, der Rest mit kleiner Parade Ansprache, Musik usw. ist sicher halb ins Wasser gefallen. Nach 10 Tagen verlassen wir Leanne und Calvin. Es war wieder eine sehr schöne Zeit bei den beiden. Wir haben neue Reisende kennen gelernt, die wir sicher unterwegs auf dem Weg in den Süden wieder treffen werden.
Wir fahren über das Gebirge gen Norden weiter nach Tuxtepec. Die Strasse ist gut, sehr kurvig, führt durch viel Wald. Es bieten sich herrliche Ausblicke über das Land, später dann hinab in die Ebene von Tuxtepec. Man braucht seine Zeit durch die kleinen Dörfer und Weiler mit vielen, vielen Topes. Aber für uns hat sich die Fahrt dort entlang gelohnt, es war sehr schön.
In Tuxtepec kommen wir in den sog. Isthmo de Tehuantepec, der bei Coatzacoalcos die engste Stelle zwischen dem Atlantik, d.h. dem Golf von Mexico, und dem Pazifik bildet. Man fährt auf null Meter hinab und es ist brütend heiß. Hier gehen wir auf die Autobahn, haben eine ruhige Pemex-Übernachtung und kommen bald nach Palenque.

In Palenque erwischt uns voll die Regenzeit, die auch Yucatan und den Norden von Guatemala, den Petén, im Griff hat. Bis gegen 16°° ist es sonnig und heiß, danach kommen jeden Tag die Tropengewitter. Wir stehen wieder auf dem Platz vom Mayabell, einem kleinen Resort, wo man Cabanas mieten kann, wo es einen Pool gibt und ein Restaurant. Neben uns in den Bäumen schreien die Brüllaffen mit tiefen, kräftigen Stimmen. Vorallem dann, wenn sie weiter ziehen, sich zum Schlafen sammeln oder wenn sie irgendwo in der Ferne andere Affen-Clans schreien hören. Dann wird es richtig laut! Sie verteidigen sich nicht körperlich sondern nur mit ihren Stimmen und die sind entsprechend! Große urweltartige Leguane sehen wir sogar in den Bäumen die Blätter abfressen, kleine Pekaris, die Nabelschweine, laufen herum mit ihren Jungtieren, sehr große schwarze „Hörnchen“ toben durch die Bäume. In dem grünen Blätterdächern ist schwer ‚was los.
Nun, einen Tag später entscheiden wir uns, doch noch einmal zu den Ruinen von Palenque zu laufen. Damals, 1981, waren sie wunderbar, regelrecht verwunschen lagen sie am Rand des Urwald, und man konnte überall in dem Gelände, stellenweise musste man sogar, dort herum klettern. Damals waren wir fast allein. Wir sind gespannt, wie es heute sein wird.
Wegen der Wärme ziehen wir schon früh los, aber nicht schon zur Öffnungszeit um 7.30 Uhr. Gleich 400m weiter beim Museum lösen wir die Tickets für den Park, nehmen den Nebeneingang und steigen hoch zu den Hauptgebäuden, dem Palast mit dem Turm des Observatoriums und den Gräbern am Waldrand. Lange wandern wir durch das Gelände, verschnaufen unter den z.T. sehr alten Bäumen, beobachten hier das Treiben.
Ja, und der Unterschied zu früher? Heute ist fast alles sehr renoviert, es wurden gute Wege angelegt, auf den Turm darf man nicht mehr hoch klettern, einige Tempel darf man nicht mehr betreten und es gibt neuerdings zig Andenkenhändler und viele, viele, Besucher. Das Gelände ist heute aber noch genauso faszinierend wie damals und wieder brauchen wir fast vier Stunden bis wir so das Wichtigste gesehen haben. Es hat sich wieder gelohnt, wenn es auch diesmal anders war.
Abends trifft noch die Schweizer Familie von Sebastian und Andrea und ihren Kindern mit ihrem WoMo ein, die wir dann in Guatemala wiedertreffen werden. Heute können wir nicht mehr miteinander reden-es giesst!
So fahren wir am nächsten Tag wieder weiter, wollen lieber  in höher gelegene Regionen. Deshalb fahren wir von Palenque über Tenosique nach El Ceibo, und dort zur Grenze nach Guatemala. Mittags sind wir schon da und wollen gleich angreifen mit dem ganzen Procedere. ABER am Schalter macht man uns klar, dass jeden Montag, den haben wir heute, die Bank Banjercito geschlossen ist. Nicht einmal mehr am Bankschalter selbst ist ein Schild zu sehen, das darauf aufmerksam macht. Wir fragen, warum schreibt Ihr das nicht ‚ran, dann gäbe es erst gar keine Aufregung! Der selbstherrliche Mexikaner, typisch für solche Staatsdiener, meint, wir hätten ja vorher fragen können, der Depp! Wieder einer, noch ganz zum Schluss, von diesen Idi….n.
Es nützt alles nichts. An der Grenze dürfen wir nicht übernachten, wir müssen weg zu den Händlern 500m wieder zurück, dort gibt es Gaby mit Parkplatz. Direkt an der Strasse, das passt uns nicht. Wir fragen Leute, die kennen auch wieder Leute und so landen wir bei einem Bauern und wer weiss sonst noch was, der uns bei seinem Haus über Nacht stehen lässt. Am nächsten Morgen um 9°° ist die Bank offen, wir stehen quasi vor der Tür. Dann geht alles ziemlich schnell: wir bekommen unsere 400 USD zurück, von einem diesmal sehr netten Beamten, der uns vom letzten Mal noch erkennt und uns mit Handschlag begrüßt. Einen Ausreisestempel in den Pass und das war’s. Der Zoll schaut uns gar nicht an.
Wir sind draussen aus Mexico! Was sagt die „Mutti der Nation“ immer zu? „Und das ist gut so!“

Für uns hiess es nun Abschied nehmen von Mexiko. Insgesamt waren wir fast 8 Monate in Mexico. Ein Land, das sich im Gegensatz zu früher sehr verändert hat, zum Negativen. Die Sicherheit ist sehr fraglich, überall sieht man Polizei, die die Schulen, Kindergärten, kleine Fiestas, ja sogar Beerdigungen schwer bewachen. Zu viele Leute sind in Mexiko schon verschwunden, wurden gar nicht oder tot wiedergefunden. An fast allen größeren Dörfern, Kreuzungen, Städten sowieso, gibt es Militär-oder Polizeikontrollen. Militär und Polizei waren uns gegenüber fast immer absolut überheblich. Wollten mit ihren dreckigen tiefen ins Auto alles untersuchen-natürlich gab es Ärger.
In Mexico City ist es mit der Anwesenheit der Polizei extrem in den Bahnhöfen der Metro und den Busbahnhöfen. Wir haben es schon fast als Bedrohung empfunden. Wenigstens waren die aber freundlich, haben uns sogar manchmal gegrüßt. Die Leute werden von der Regierung „unten“ gehalten, werden gedrückt, die Korruption hat alle voll im Griff. Die Staatsdiener sind die Götter, denken sie.
Unsere Freundin, eine Mexikanerin, die ja nun noch besser ihr Land kennt, geht abends nicht mehr aus dem Haus, zu viele wurden in ihrer Strasse nahe Guadalupe schon überfallen. Das Essen, sagt sie, kann man möglichst nur auf dem Markt kaufen, alles andere ist nach amerikanischem Muster und Geschmack chemisch verändert. Sie schimpft über die öffentlichen Einrichtungen. Die Angestellten, sagt sie, sind nur zu den Touristen freundlich, aber nicht zu den Einheimischen, schon gar nicht zu den Indigenos. Und sie kommt aus einer Arztfamilie, gehört nicht zu den Ärmsten des Landes. Wir haben das nicht ganz so gespürt, aber allgemein kann man sagen, dass das Volk „für dumm verkauft“ wird.
Die Drogenbarone haben die Nation voll im Griff und haben letztendlich die Regierung in der Hand.
Vieles würde anders aussehen, wenn es auf einmal keine Drogenabnehmer geben würde. Was augenscheinlich gar nicht erwünscht ist, denn mit dem Drogengeld wird in Mexiko nicht nur bestochen sondern auch Waffen in Amerika gekauft. Und das ist letztendlich ein guter Handel, den die USA mit Mittelamerika führt.

So richtig wohl jedenfalls haben wir uns in Mexiko nicht mehr gefühlt. Dennoch haben wir auch hier unter der Bevölkerung unheimlich nette Leute kennen gelernt, haben schöne Erlebnisse gehabt, haben die Lebensfreude vieler Menschen genossen und wollen die guten Eindrücke nun mitnehmen in unser nächstes Land, nach Guatemala. Davon hört Ihr in unserem nächsten Bericht. Und damit Ihr von unserer Reise durch Mexiko einen Überblick habt, geben wir ab dieser Reise eine Karte dazu mit unserer Route:

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